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Seit zehn Jahren unterstützt das Team der Schlaganfall-Station der BDH-Klinik Patienten bei der Rehabilitation

Hilfe für über 3000 Menschen

Hessisch Oldendorf. Vor genau zehn Jahren wurde die mit eigenen Mitteln aufgebaute Stroke Unit, die Schlaganfallstation der gemeinnützigen BDH-Klinik Hessisch Oldendorf eröffnet. Dadurch entfielen längere Krankentransporte, durch die sonst wertvolle Zeit für eine umgehende Behandlung der Schlaganfallpatienten verloren ging. „Das war echte Pionierarbeit“, so der ärztliche Direktor, Prof. Dr. Jens Rollnik, und er berichtet: „Mittlerweile haben wir hier über 3000 Patienten aus dem Weserbergland behandelt.“

veröffentlicht am 16.01.2015 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 07:21 Uhr

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Autor:

Annette Hensel
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Mit Dr. Olaf Lenz hatte er von der ersten Stunde an einen Schlaganfall-Spezialisten an seiner Seite. „2005 waren wir auf der Stroke Unit eine kleine, hoch motivierte Mannschaft, heute arbeitet dort ein auf die Schlaganfallbehandlung spezialisiertes Team von mehr als 20 Mitarbeitern, Neurologen, Pflegekräften und Therapeuten“, erzählt der leitende Oberarzt.

Seit 2014 befindet sich die Stroke Unit auf der neuen, zehn Millionen Euro teuren Intensivstation. „Die neurologische und frührehabilitative Versorgung der Patienten ist an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr gewährleistet“, fährt Lenz fort und ergänzt: „Hier wirkt sich die Einbindung unserer Stroke Unit in eine neurologische Fachklinik besonders vorteilhaft aus. Auf diese Weise kommen wir unserem Ziel am nächsten, eine bestmögliche Teilhabe der Menschen am gesellschaftlichen Leben zu erreichen.“

Prof. Rollnik, seit über zehn Jahren ehrenamtlicher Regionalbeauftragter der Schlaganfall-Hilfe, weist darauf hin, dass auch die Aufklärung der Bevölkerung wichtig ist: „Ein Patient, der bei einem meiner Vorträge war, wählte den Notruf 112, als er eine halbseitige Schwäche verspürte. Sofort kam er auf die Stroke Unit und hat das Ganze fast ohne Folgen überlebt.“ Ohne Stroke Unit sterbe fast jeder vierte Schlaganfallpatient, die Hälfte überlebe die Krankheit nur mit schwerer Behinderung, so Rollnik. Er fügt hinzu: „Die spezialisierte Schlaganfall-Behandlung senkt das Risiko zu sterben auf unter vier Prozent, nur jeder Vierte trägt eine schwerere Behinderung davon.“

In wenigen Wochen wird für die Stroke Unit ein eigener Kernspintomograf in Betrieb gehen. „Damit können wir auch kleinere Schlaganfälle zuverlässig, schnell und direkt vor Ort feststellen“, erläutert Uwe Janosch, Geschäftsführer der Klinik, und ergänzt, man werde weiter investieren, um Qualität und Zukunftsfähigkeit der Spezialstation sicherzustellen.

„Eine Stroke Unit ist mehr als Medizintechnik und blinkende Monitore“, betont Rollnik. Er ergänzt: „Nur erfahrenes Personal zählt.“ Von Plänen, eine teleneurologische Schlaganfallversorgung in der Nachbarschaft aufzubauen, hält er nichts. Mit der Teleneurologie soll der Patient unter Zuhilfenahme von Bildübertragungstechnik von einem mitunter viele Kilometer entfernten Neurologen am Bildschirm beurteilt werden. Nichts könne eine individuelle Untersuchung und die Beurteilung durch einen erfahrenen Neurologen vor Ort ersetzen, erklärt der MHH-Medizinprofessor und fügt hinzu: „Bei uns wird die Entscheidung, welche Behandlung richtig ist, nicht von einem ,Robodoktor’, sondern vom Facharzt direkt am Patienten getroffen – und daran wird sich unter meiner Leitung niemals etwas ändern.“ Eine isolierte Stroke Unit könne zudem keine optimale Arbeit leisten, sondern es komme auf eine gute Zusammenarbeit mit anderen Kliniken an, ergänzt Janosch und nennt die wichtigen Kooperationen mit den Kliniken in Hannover und Minden sowie dem Bathildis-Krankenhaus in Bad Pyrmont.

Mit einem Festakt und einem Tag der offenen Tür soll das zehnjährige Bestehen in naher Zukunft gefeiert werden.



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