weather-image
19°

Damit alte Fundstücke Platz finden

Hessisch Oldendorfer Heimatbund wünscht Heimatmuseum

HESSISCH OLDENDORF. Der Heimatbund Hessisch Oldendorf „Heimat und Volkstum in ihrer natürlichen und geschichtlich gewordenen Eigenart pflegen und fördern“. Was fehlt: ein Raum, um historische Fundstücke zu präsentieren. Aber es gibt eine Idee.

veröffentlicht am 19.11.2018 um 14:44 Uhr
aktualisiert am 19.11.2018 um 17:50 Uhr

Olaf Stolze (re.) zeigt Jürgen Bosse eines der Fundstücke, die er mit einem Metalldetektor auf dem Schlachtfeld des Dreißigjährigen Krieges bei Hessisch Oldendorf aufgespürt hat. Foto: Bj

Autor:

Barbara Jahn
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Wer weiß denn schon, dass die Flitterwochen etwas mit ausgestanzten Formen aus dünnem Metallblech zu tun haben? Die Erklärung kennt der Wunstorfer Sondengänger Olaf Stolze. Er zeigt auf Abbildungen, die winzigen Blechmünzen, sogenannte Flitter, und erzählt, dass eben solche früher auch die hochzeitlichen Hauben der Frauen zierten. Unzählige dieser Teile hat der Sondengänger ebenso wie Münzen von verschiedenem Wert bei seinen Touren über das Schlachtfeld von 1633 im Bereich zwischen Hessisch Oldendorf, Barksen und Segelhorst gefunden. Dort hat vor 385 Jahre, also im verheerenden Dreißigjährigen Krieg, zwischen den braunschweigisch-lüneburgisch-hessisch-schwedischen Truppen von Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg und den kaiserlichen Soldaten mit General von Gronsfeld an der Befehlsspitze die wohl blutigste Auseinandersetzung dieses Krieges gewütet. „Mich interessiert, was der Boden an Schätzen von sich gibt, und vor allem die Geschichten und Informationen, die sich dahinter verbergen“, sagt der Fachmann. Die Ergebnisse seiner Recherchen sind im neuen Heft 21 der „Heimatblätter Hessisch Oldendorf“ nachzulesen.

„Es ist uns gelungen wieder ein Heimatblatt mit heimatkundlichen Themen herauszubringen“, freut sich Gabriele Lingen. Die Vorsitzende des Heimatbundes Hessisch Oldendorf überraschte die Mitglieder auch damit, dass das Heimatblatt in einem neuen Format daherkommt. „In DIN A4 sind die Artikel besser lesbar, und Bilder können größer und mit besserer Qualität gezeigt werden“, erklärt Lingen. Das neue Heft können Heimatinteressierte in „Großmutters Shop“ in der Langen Straße erwerben.

Der Appell von Carl Cordemann, Mitglied im zehnköpfigen Vorstand des Heimatbundes, die Stadt Hessisch Oldendorf möge ein Archiv einrichten, um Kulturgüter zu sichern, führte zu einer lebhaften Diskussion. „Die Tatsache, dass wir keine heimatkundliche Einrichtung haben, um Gegenstände von historischer Bedeutung zeigen zu können, löst bei mir großes Unverständnis aus“, sagte Rudolf Wallbaum. Er ist allerdings wie Volker Rödenbeck der Meinung, dass Dokumente wie Urkunden und Bücher im Staatsarchiv Bückeburg korrekt und sicher aufgehoben sind. Rödenbeck: „Bei den Sachwerten bin ich ganz bei Carl Cordemann. Ich könnte mir vorstellen, im alten Pörtner-Haus einen Raum dafür zu schaffen. Dies dürfte mit finanziellen Mitteln aus dem Leader-Topf kein großes Problem darstellen. Die Frage ist nur, wer kümmert sich dann und wer bezahlt die Folgekosten.“ Elke Reuker wünscht sich, dass „wir in Hessisch Oldendorf auch so etwas hätten wie die alte Schule in Hattendorf, die das Heimatmuseum der Gemeinde Auetal beherbergt“.

Elke Reuker und Jürgen Gaida studieren das im neuen Format erschienene „Heimatblatt“. Fotos: BJ

Mit Interesse verfolgten die Heimatbundmitglieder auch Lingens Informationen zum Einsatz des Vereins bei der Erhaltung und Pflege des alten Friedhofes am Ostertorkreisel in der Kernstadt. Ortsbürgermeister Claus Clavey betonte, dass er froh darüber sei, dass sich der Heimatbund neben der Aufarbeitung historischer Belange gemeinsam mit dem Ortsrat und der Stadt für die Erhaltung des Friedhofs als Parkanlage engagiere.


Kontakt: Der Heimatbund Hessisch Oldendorf e. V. hat die Adresse Hauptstraße 44, 31840 Hessisch Oldendorf. Viele Informationen gibt es im Internet unter https://heimatbund-ho.de. Die Mitgliedschaft kostet 12 Euro für Einzelpersonen und 18 Euro für Familien pro Jahr.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt