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SPD und Grüne beantragen Teilnahme an internationaler Kampagne

Hessisch Oldendorf als Fairtrade-Stadt?

HESSISCH OLDENDORF. „Wir setzen das Ziel eines nachhaltigen Umgangs mit sozialen, finanziellen und ökologischen Ressourcen“, finden SPD und Grüne. In einem Antrag an die Stadt fordern sie deshalb, die Stadt solle sich an einer internationalen Kampagne beteiligen und fairen Handel unterstützen.

veröffentlicht am 30.08.2017 um 17:20 Uhr
aktualisiert am 30.08.2017 um 19:15 Uhr

Kaffee, Nüsse, Honig – Produkte aus fairem Anbau sind im Trend. Bald könnten sie auch Hessisch Oldendorf vemehrt im Handel und in öffentlichen Einrichtungen zu bekommen sein. Foto: fn
Johanna Lindermann

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Johanna LindermannDWZ Volontärin
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„Wir setzen das Ziel eines nachhaltigen Umgangs mit sozialen, finanziellen und ökologischen Ressourcen“, begründet die Gruppe aus SPD und Bündnis 90/Die Grünen einen Antrag, den sie an die Stadt Hessisch Oldendorf stellte. Dieser befasst sich mit dem Vorschlag, die Stadt solle sich an der internationalen Kampagne „Transfair“ beteiligen und Kriterien erfüllen, um sich für den Titel „Fairtrade-Town“ (zu Deutsch: Stadt des gerechten Handels) zu bewerben. Dieser Antrag wurde nun in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung diskutiert.

Die Themen freier Handel und gute Produktionsbedingungen werden immer aktueller. So finden sich in den Supermarkt-Regalen zunehmend Produkte mit einem Hinweis auf „Fair Trade“, also fairen Handel. Damit wird garantiert, dass die Bauern in den Produktionsländern, die meistens Entwicklungsländer sind, gerechte Preise für ihre Waren erhalten und die Lebensmittel unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen hergestellt werden. Dazu zählen etwa geregelte Arbeitszeiten und das Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit. Darüber hinaus wird die Umwelt durch die Bewahrung von Ressourcen und das Verbot gefährlicher Pestizide geschützt. Auch gentechnisch verändertes Saatgut wird bei Fairtrade nicht unterstützt.

Städte und Gemeinden weltweit können sich im Zuge dessen als Fairtrade-Städte auszeichnen lassen. Um dies zu erreichen, sind einige Kriterien zu erfüllen. Unter anderem müssen in den lokalen Einzelhandelsgeschäften Produkte aus fairem Handel angeboten und in Cafés und Restaurants Fairtrade-Produkte ausgeschenkt werden. Bei einer Stadt in der Größe von Hessisch Oldendorf wären vier Geschäfte und zwei Gastronomiebetriebe Grundvoraussetzung. Außerdem solle auch „bei allen öffentlichen Sitzungen, in denen üblicherweise Kaffee getrunken wird, und im Bürgermeisterbüro fair gehandelter Kaffee oder Tee“ und Saft ausgeschenkt werden, fordern SPD und Grüne.

Wir setzen das Ziel eines nachhaltigen Umgangs mit sozialen, finanziellen und ökologischen Ressourcen.

SPD und Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat Hessisch Oldendorf

Darüber hinaus müsste eine Steuerungsgruppe gegründet werden, die sich unter anderem aus Vertretern der Bereiche Einzelhandel, Gastronomie, Schulen, Politik und Verwaltung zusammensetzt und Aktivitäten koordiniert.

Des Weiteren würden in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Vereinen und Kirchen Fairtrade-Produkte verwendet. Auch Bildungsaktivitäten zum Thema Fairtrade sollten hier durchgeführt werden. In Hessisch Oldendorf müsste jeweils eine Schule, ein Verein und eine Kirche gewonnen sowie eine jährliche Aktion durchgeführt werden, damit dieses Kriterium für die Auszeichnung erfüllt wäre.

Nach Meinung von SPD und Grünen hätten die Kommunen als größte Auftraggeber eine Vorbildfunktion bezüglich sozialer und ökologisch gerechter Kaufentscheidungen, zum Wohle der Produzenten im Süden und der lokalen Verbraucher. „Überall auf der Welt in den Städten, Landkreisen und Gemeinden setzt man auf dieses Konzept des Umdenkens und erzielt einen positiven Effekt auf das Stadtmarketing“, heißt es von SPD und Grünen. „Als Förderer der Klimaschutzagentur und Mitglied im Klimabündnis sollte ‚Fairtrade-Town‘ Hessisch Oldendorf selbstverständlich sein.“

Der Ausschuss für Wirtschaftsförderung beschloss in seiner jüngsten Sitzung, die Verwaltung damit zu beauftragen, einen Vorschlag auszuarbeiten, wie die Kriterien für die Auszeichnung umgesetzt werden könnten.

Fast 500 Städte, Gemeinden und Landkreise in Deutschland nehmen bereits an der Kampagne teil, weltweit sind es rund 2000. Auch der Landkreis Hameln-Pyrmont ist bereits zertifiziert. Im Jahr 2012 fiel hier der Beschluss. Eine Steuerungsgruppe wurde gegründet und bei Sitzungen im Kreishaus wird seither nur Kaffee und Tee aus fairem Handel angeboten. Im Juli 2013 wurde der Landkreis dann offiziell als „Fairtrade-Kreis“ zertifiziert. Im Juni 2015 wurde das Zertifikat für weitere vier Jahre verlängert.

Mein Standpunkt
Johanna Lindermann
Von Johanna LindermannDWZ

Die Idee, dass die Zertifizierung als „Fairtrade-Town“ eine gewisse Vorbildfunktion erfüllen würde, ist nachvollziehbar und erstrebenswert. Doch ob dies die Menschen wirklich zum Umdenken anregt und sich dadurch nachhaltig etwas ändert, bleibt hingegen fragwürdig.



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