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Stadt will Investitionen fördern

Hessisch Oldendorf ändert Gestaltungssatzungen

HESSISCH OLDENDORF. Hessisch Oldendorf darf wieder bunter werden. Das erlaubt die neue „Gestaltungssatzung Altstadt“, die nach zweijähriger Beratung durch die politischen Gremien und die Wirtschaft noch vom Rat beschlossen werden muss, aber bereits die einstimmige Billigung des Planungsausschusses fand.

veröffentlicht am 13.02.2018 um 21:34 Uhr

Die neue „Gestaltungssatzung Altstadt“ sieht größere farbliche Spielräume vor, soll aber den städtebaulichen Charakter von Hessisch Oldendorf mit seinen Fachwerkhäusern, Backstein- und Gründerzeitbauten erhalten. Foto: wft
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Wolfhard F. Truchseß Reporter
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Einstimmig gebilligt wurde vom Planungsausschuss auch die neue „Werbeanlagensatzung Altstadt“. Jobst Beckmann (SPD), der Ausschussvorsitzende, erklärte in der kurzen Aussprache zu beiden Satzungen: „Wir haben in den Beratungen, an denen auch der Werbering beteiligt war, wirklich ein vernünftiges Ergebnis erzielt.“ Heiko Wiebusch, der Fachbereichsleiter Planen und Bauen, wollte aber auch nicht ausschließen, dass die Satzungen erneut angefasst werden müssten, denn was dem heutigen Status entspreche, „muss möglicherweise in einigen Jahren auch wieder verändert werden“.

Insbesondere die Satzung über die Werbeanlagen bleibt weiterhin restriktiv. Werbung für Unternehmen, die in keiner Beziehung zu der belegten Immobilie stehen, also für fremde Ziele werben, bleibt grundsätzlich verboten; lediglich bereits bestehende Fremdwerbung erhält Bestandsschutz. „Fremdwerbeanlagen“, so lautet die Begründung, „können eine erhebliche visuelle Beeinträchtigung und gestalterische Überformung mit sich bringen und so die Wirkung der Baudenkmäler und des städtebaulichen Gesamtbildes der Bebauung stark in Mitleidenschaft ziehen.“ Es seien besondere städtebauliche Gründe, „die in diesem städtebaulich sensiblen Bereich den Ausschluss von Fremdwerbung rechtfertigen“. Generell unzulässig sind nach der neuen Satzung auch Werbeanlagen oberhalb von Dachgesimsen sowie -traufen, an Brandwänden, Nebenanlagen, Garagen und Einfriedungen sowie an Außenmöbeln wie Mülleimern, Bänken, Laternen und an Büschen und Bäumen.

Die Notwendigkeit einer neuen „Gestaltungssatzung Altstadt“ im Rahmen des Programms „HO baut um“ wird auch damit begründet, dass die alte Gestaltungssatzung aus dem Jahr 1996 nicht mehr den Erfordernissen einer energiesparenden Bauweise und zeitgemäßer Architektur entspreche, „im Einzelfall sogar der Mobilisierung privater Initiativen und Investitionsbereitschaft im Wege stehen“ könne. Farblich genau festgelegte Spielräume gibt es für Dächer und Dachgauben, Formfestlegungen je nach Geltungsbereich für die Bedachungen. Bei Fassaden muss auf Imitationen naturbelassener oder gebrannter Baustoffe sowie auf undurchsichtige Baustoffe mit glänzender, glasierter oder spiegelnder Oberfläche, mit Ausnahme von Solaranlagen, verzichtet werden. Auf diese Weise soll der städtebauliche Charakter von Hessisch Oldendorf mit seinen Fachwerkhäusern, Backstein- und Gründerzeitbauten erhalten bleiben. Für Fenster gilt generell, dass bei Altbauten bis zum Jahr 1945 die öffentlichen Straßen zugewandten Fassaden eine dem Baustil entsprechende Fensterteilung erhalten bleiben bzw. beim Austausch der Fenster wieder hergestellt werden muss. Ein klares Verbot gibt es für Antennen und Parabolantennen, soweit sie von öffentlichen Flächen aus sichtbar sind.

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