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Lange Kampagne nach Rekordernte mit hohem Ertrag und Zuckergehalt / Heute Versammlung der Zuckerrübenanbauer

Herrgottsrüben versüßen Bauern das Jahreseinkommen

Hessisch Oldendorf (pj/bj). Vor drei Jahren freuten sich die Bauern, auf deren Feldern Zuckerrüben wachsen, über eine Rekordernte. Das Ergebnis von damals konnte in der letzten Rübenkampagne noch getoppt werden. 15 Tonnen Zucker pro Hektar, gute Qualitäten und hohe Preise – damit wurde 2009 deutlich übertroffen.

veröffentlicht am 07.02.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 00:41 Uhr

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Ungläubig blickten die Zuckerrübenanbauer noch vor wenigen Jahren, als der damalige Geschäftsführer des Verbandes der Rübenanbauer im Lippe-Weser-Raum, Dr. Hans Coenen, erklärte, dass beim Ertrag noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sei. Das Ergebnis des Vorjahres gibt ihm Recht. Das trockene und warme Frühjahr ermöglichte eine frühe Aussaat, die Rüben liefen schnell auf und die Jungpflanzen entwickelten gut. Die Niederschläge im Sommer förderten den Massenzuwachs der Feldfrucht in einem ganz besonderen Maße. Zunächst freuten sich die Bauern über die großen Früchte, dann kam aber auch noch viel Sonnenschein im Herbst dazu. Dadurch wuchs der Zuckergehalt und erreichte ein hohes Niveau.

Die rund 800 Zuckerrübenanbauer, die zur Zuckerfabrik von Pfeifer & Langen im lippischen Lage liefern, haben auf rund 10 000 Hektar Anbaufläche etwa 830 000 Tonnen Rüben geerntet. „Bei einem Rübenertrag von 83,5 Tonnen pro Hektar wurden im Schnitt 18,04 Prozent Zuckergehalt ermittelt“, sagt Dr. Stefan Brinker, Geschäftsführer des Verbandes der Rübenanbauer im Lippe-Weser-Raum, gestern. „Das ist die beste Ernte, die wir je hatten“, zeigt er sich hochzufrieden über das Ergebnis.

Das gute Wachstum der Rüben führte auch dazu, dass die Quote um 23 Prozent übertroffen wurde. Es wurde ein beachtlicher Anteil an Herrgottsrüben geerntet. Mit Glauben oder Religion haben diese nichts zu tun. Der Begriff der Herrgottsrüben ist alt. Es ist für die Bauern nicht leicht, genau so viele Rüben zu erzeugen, wie das Lieferrecht vorsieht. Wurde die Marke des Lieferrechts übertroffen, sprachen bereits die Altvorderen von Herrgottsrüben. Das sind genau die Rüben, die der Herrgott zusätzlich hat wachsen lassen. 23 Prozent Herrgottsrüben, das ist das beste Ergebnis, das seit der Gründung der Fabrik in Lage eingefahren wurde. Der bisherige Rekord des Jahres 2009 lag bei knapp 80 Tonnen Rüben pro Hektar, einem Zuckergehalt von 18 Prozent und dem bereinigten Zuckerertrag von 13 Tonnen je Hektar. „Im Werk Lage haben wir am 10. Januar die letzten Rüben verarbeitet. Es war mit 112 Tagen die längste Kampagne, die wir im Werk Lage erlebt haben“, sagt Dr. Stefan Brinker.

Die Bauern aus dem Weserbergland liefern nicht ausschließlich zur Fabrik von Pfeifer & Langen im lippischen Lage. Ein Teil der Ernte geht auch zur Fabrik in Nordstemmen. Die gehört zur Nordzucker AG. Der Nordzucker-Konzern hat seinen Hauptsitz in Braunschweig und ist der zweitgrößte Zuckerhersteller in Europa. 130 Tage hat die Rübenkampagne 2011/12 bei der Nordzucker AG gedauert. Mitte Januar wurden in den Werken Uelzen und Clauen die letzten Zuckerrüben verarbeitet.

Damit war die Kampagne nicht nur die längste der Firmengeschichte, sondern darüber hinaus auch eine überaus erfolgreiche Kampagne. Nach Firmenangaben sind an den fünf deutschen Standorten rund 9,3 Millionen Tonnen Rüben verarbeitet worden, was einen Tagesdurchschnitt von 72 000 Tonnen ergibt. „Man kann in diesem Jahr wirklich von einer Rekordernte sprechen. Genauso erfreulich ist, dass durchschnittlich rund 13 Tonnen Zucker pro Hektar erzeugt wurden“, zeigt sich der Geschäftsführer für Zentraleuropa, Dr. Michael Gauß, zufrieden. Der Zuckergehalt in den Rüben lag damit bei Nordzucker leicht über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Neben einer vergrößerten Anbaufläche machte auch er die guten Witterungsverhältnisse für das Rekordergebnis verantwortlich.

Sowohl im Verbandsgebiet von Nordzucker als auch bei Pfeifer & Langen laufen momentan die Versammlungen der Zuckerrübenanbauer. Für die Zulieferer zur Fabrik in Lage wurde gestern im Bereich Lippe-West gestartet. Am heutigen Dienstag ist das Gebiet Rinteln, Minden, Osnabrück, Hessisch Oldendorf, Hameln, Weser-Mitte an der Reihe.

Die Anbauerversammlung findet im Baxmann-Zentrum in Hessisch Oldendorf statt und beginnt um 19.30 Uhr. „Wir werden heute Abend die regionalen Zahlen und Ergebnisse vorstellen“, kündigt Geschäftsführer Dr. Stefan Brinker an. Ein Vertreter des Verbandes wird zunächst auf die Bezahlung der Rüben der Ernte 2011 eingehen. Danach geht es um die Beratungsschwerpunkte für die kommende Kampagne. Dr. Brinker wird abschließend zum Thema „Nach der Kampagne ist vor der Kampagne“ sprechen, bevor Gelegenheit zur Diskussion besteht.

Die Rübenkampagne 2011/12 war lang, sie dauerte bis Mitte Januar. Der Ertrag und der Zuckergehalt der Feldfrucht war hervorragend. Foto: Dana

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