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Historische Schätze aus dem Stift sind demnächst im Landesmuseum zu sehen

Helmburgis geht auf Reisen

FISCHBECK. „Helmburgis“, die hölzerne Figur der Stiftgründerin aus dem 13. Jahrhundert, geht für einige Zeit auf Reisen. Zuerst geht es für sie in die Restaurierungswerkstatt der Klosterkammer Hannover, um sie für die Ausstellung im Landesmuseum Hannover im kommenden Jahr flott zu machen.

veröffentlicht am 20.04.2017 um 13:47 Uhr

Helmburgis wird abgenommen, um in die Werkstatt transportiert zu werden. Foto: Waltraud Menge

Autor:

Barbara Jahn
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„Helmburgis wird zwei Jahre nicht da sein?“, fragt ungläubig ein Mitglied des Willkommenskreises im Stift Fischbeck. Denn natürlich gilt der hölzernen Figur der Stiftsgründerin aus dem 13. Jahrhundert großes Interesse der Besucher der Fischbecker Kirche. „Neulich hat doch tatsächlich jemand die Figur für die Mutter Gottes gehalten“, wundert sich Waltraut Rudolf, die als Mitglied des Kreises wie ihre Kolleginnen und Kollegen Fragen von Kirchenbesuchern beantwortet. Sie habe dann den wahren Sachverhalt erklärt.

Die Edelfrau Helmburgis hat im Jahr 995 zum Seelenheil ihres verstorbenen Mannes und zweier bereits verstorbener Söhne ein Kanonissenstift, das heutige Stift Fischbeck, gegründet. Äbtissin Katrin Woitack erklärt, dass die Figur der Stiftsgründerin, die sonst auf einem Sockel neben dem Altar steht, derzeit in der Restaurierungswerkstatt der Klosterkammer Hannover sei. „Das hat gute Gründe, denn Helmburgis wird im kommenden Jahr im Landesmuseum Hannover in der Ausstellung „Schatzhüterin. 200 Jahre Klosterkammer Hannover“ zu sehen sein und dafür muss sie hergerichtet werden“, erklärt sie den Gästeführern des Stifts und Mitgliedern des Willkommenskreises. Ebenso wird im nächsten Jahr in der Jubiläumsausstellung der Klosterkammer Hannover der berühmte Fischbecker Wandteppich gezeigt. „Auch der Wandteppich wird bis zum Ende der Ausstellung im August 2018 nicht mehr in unserer Kirche zu besichtigen sein, denn er wird in Helmstedt in der Paramenten Werkstatt untersucht und eventuell sogar noch nach Wien reisen, um dort restauriert zu werden“, führt die Äbtissin aus.

Der Wandteppich gehört zu den besonders hervorzuhebenden Kunstschätzen des Stifts Fischbeck. Er wurde 1583 in Flandern gewirkt und erzählt in sechs Medaillons die Gründungslegende des Stiftes. König Otto I., der spätere Kaiser, stellt das Stift unter seinen Schutz und händigte Helmburgis die Gründungsurkunde aus.

„Schließlich wird auch noch der Adler, das Lesepult aus dem Hochchor, überholt, denn auch es wird im Landesmuseum zu sehen sein“, sagt Äbtissin Katrin Woitack. Da es der Klosterkammer Hannover wichtig sei, diese drei Exponate aus dem Fischbecker Stift auszustellen, „haben wir die einmalige Chance genutzt, denn die Kosten für deren Restaurierung übernimmt zu hundert Prozent die Klosterkammer“, erklärt sie.

Um die Gästeführer und Mitglieder des Willkommenskreises auf die Saison im Damenstift vorzubereiten, informiert die Äbtissin unter anderem darüber, dass die Stiftskirche künftig auch montags geöffnet sein wird. „Wir sind kein Museum, das montags geschlossen hat, sondern eine Kirche am Pilgerweg Loccum–Volkenroda und am Weserradweg“, sagt sie. Und da sei es wichtig, dass die Türen der Kirche täglich offen sind und „es ist umso schöner, wenn Gäste direkten Kontakt zu ihnen haben können“, wendet sie sich an die Mitglieder des Willkommenskreises.

„Darüber, dass sie willkommen geheißen werden, freuen sich die Besucher ganz besonders“, bestätigt Waltraut Rudolf. Deutlich mehr Besucher als in den Vorjahren konnten die Gästeführer im vergangenen Jahr begrüßen. „Wir haben eine Steigerung von gut 13 Prozent auf rund 2500 Gäste, die an den Führungen teilgenommen haben. Rechnet man die Konzertbesucher dazu, sind es 5600 Personen“, führt Kapitularin Waltraud Menge aus. „Wir werden in diesem Jahr unsere Besucherzahl hoffentlich weiter steigern, denn wir beziehen die Gärten in die Führungen ein, veranstalten einen ‚Tag der offenen Gärten‘ und laden zu besonderen Konzerten ein“, gibt Äbtissin Katrin Woitack ihrem Wunsch Ausdruck.

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