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Experten sollen Feuerwehr unter die Lupe nehmen / Noch läuft die Suche – aber es gibt schon Favoriten

Heißes Eisen

Hessisch Oldendorf. Ralf Schmitz und Michael Beivers gelten als heiße Kandidaten, wenn es darum geht, die Feuerwehr Hessisch Oldendorf auf Herz und Nieren zu prüfen. Zumindest wünschen sich nicht wenige Politiker aus Hessisch Oldendorf, dass die beiden am Ende der noch laufenden Ausschreibung die Arbeit und Ausstattung der Feuerwehr begutachten. Auch für die Verwaltung gelten sie als Favorit.

veröffentlicht am 17.10.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 11:41 Uhr

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Autor:

VON ROBERT MICHALLA
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Anlass für die Untersuchung ist der sogenannte Feuerwehrbedarfsplan, den die Stadt gemeinsam mit den Brandschützern erstellen möchte. Auch die Feuerwehrleitung aus Hessisch Oldendorf hat Schmitz und Beivers bereits kennengelernt. Die beiden haben nämlich schon die Feuerwehr in Rinteln genauer unter die Lupe genommen.

Schmitz ist der Chef der Feuerwehr Paderborn, die aus haupt- und ehrenamtlichen Kräften besteht. Beivers arbeitet ebenfalls bei den Brandschützern. Ihr Fazit für die Rintelner Kollegen lautete grob umrissen: Die Feuerwehren dort sind insgesamt gut aufgestellt, aber sie sind auch teilweise altersschwach, die Organisation kann stellenweise verbessert werden und in den nächsten 27 Jahren können für neue Fahrzeuge Kosten in Höhe von rund fünf Millionen Euro anfallen. Außerdem könnte die Organisation der Feuerwehren etwa durch Zusammenfassung von Ortsfeuerwehren zu taktischen Löschzügen oder Brandschutzabschnitten verbessert werden – bei gleichzeitiger Beibehaltung der Standorte.

Besonders dieses Ergebnis dürfte auch vielen Feuerwehrleuten aus Hessisch Oldendorf schmecken. Schließlich sind sie die schärfsten Kritiker, wenn es darum geht, Ortsfeuerwehren aufzulösen oder zusammenzulegen. Offiziell wehren sich auch die Politiker in Hessisch Oldendorf dagegen. Hinter vorgehaltener Hand allerdings fällt ihr Urteil mitunter milder aus. Warum? Weil gerade in den Dörfern die Zahl der Menschen stetig sinkt. Besonders Einwohner zwischen 18 bis 30 Jahren fehlen. Hinzu kommt, dass die Stadt knapp bei Kasse ist. Die Frage lautet also: Wie kann es sich Hessisch Oldendorf vor diesem Hintergrund leisten, in jedem der 24 Ortsteile auch eine eigene Ortswehr zu unterhalten? Müssen benachbarte Wehren zusammenrücken, sich im Zweifel ein Haus oder sogar ein Fahrzeug teilen? Das Beispiel eines gemeinsamen Stützpunktes in Thüste in der Gemeinde Salzhemmendorf zeigt: Ortswehren können auch ohne eigenes Feuerwehrhaus eigenständig existieren.

Bislang sind Zusammenlegungen in Hessisch Oldendorf gleichwohl noch kein Thema. Vielleicht auch, weil viele Politiker noch wissen, dass allein der Gedanke dazu schon in den 1980er Jahren erhebliche Konsequenzen hatte, als all jene bei der Kommunalwahl abgestraft wurden, die Zusammenlegungen auch nur laut ausgesprochen hatten. Dennoch drängt sich die Frage auf, wie die Zukunftsfähigkeit der Feuerwehren sichergestellt werden kann? Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Die Zahl der Aktiven in den 24 Ortswehren geht seit Jahren zurück. 2012 gab es noch 683 Aktive, darunter 92 Frauen. 2011 hatte die Zahl noch bei 701 gelegen, im Jahr 2010 sogar bei 708 Brandschützern. 2012 wurden die Freiwilligen zu 90 Einsätzen gerufen, davon waren 26 Brandeinsätze. Hinzu kamen 38 Hilfeleistungen, deren Zahl im Vergleich zu 2011 ebenfalls sank.

Man müsse „akzeptieren, dass sich die Aktivität, die Struktur und somit auch der Bedarf der Feuerwehren an der gesellschaftlichen Entwicklung orientieren“, heißt es im Rathaus. 20 000 Euro stellte die Politik in den Haushalt ein, um einen Feuerwehrbedarfsplan auflegen zu können. Demnächst werden sich Politiker und Ortsbrandmeister an einen Tisch setzen und das weitere Vorgehen beraten.

Die Feuerwehrleitung wollte sich zu dem Thema nicht äußern.



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