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Tafeln zerstört

Heimatbund beklagt Vandalismus

HESSISCH OLDENDORF. Blankes Entsetzen ergreift Gabriele Lingen, als sie bei einem Rundgang durch die Innenstadt feststellt, dass an sechs Informationstafeln des Heimatbundes, dem sie vorsteht, die Ecken an den Schrauben herausgebrochen sind. Die Tafeln des Heimatbundes sind Opfer von dreistem Vandalismus geworden.

veröffentlicht am 02.08.2016 um 13:38 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:30 Uhr

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Autor:

Annette Hensel
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Sehr gut zu erkennen ist das an der Tafel über die „Marienkirche“ nahe des Kirchturms. „An zwei Tafeln, eine davon die Nummer 20 am ehemaligen Amtsgericht, sind nicht nur die Ecken ausgebrochen, sie wurden zusätzlich verbogen – hat sich da etwa jemand drauf gesetzt?“, fragt sie empört.

Am meisten betrübt sie und die anderen Vorstandsmitglieder jedoch die Zerstörung der Tafel am Pilgerweg zwischen Barksen und Segelhorst, die von der Schlacht von 1633 berichtet und direkt am damaligen Schlachtfeld stand. „Dort haben wir vor drei Jahren zur Erinnerung an den Heimatbund-Gründer Helmut Otto unter einem Baum eine Bank und daneben einen Findling aufgestellt, an welchem die Tafel befestigt war“, erzählt Lingen und fährt fort: „Mitarbeiter des Bauhofs haben diese Tafel zerstört vorgefunden und die Überreste dann entsorgt – es soll ausgesehen haben, als habe jemand die Tafel mit einem Stein zertrümmert.“ Zunächst habe der Verein nichts unternommen, weil er davon ausging, dass man den Übeltäter nicht finde. „Auf Anraten der Polizei habe ich mittlerweile Anzeige gegen unbekannt erstattet“, so Lingen. Der Vorstand des Heimatbundes hat nun beschlossen, den Vandalismus öffentlich zu machen und eine Belohnung in Höhe von 500 Euro auszusetzen für Informationen, die zur Ergreifung der Täter führen.

Zur Erinnerung: Insgesamt 25 durchnummerierte Tafeln hat der Heimatbund in den vergangenen fünf Jahren in der Innenstadt aufstellen lassen, die Texte hat Buchhändler Bernd Stegemann verfasst. Sie laden zu einer Spazierrunde ein, auf der Einheimische wie Touristen im Alleingang Wissenswertes, Unbekanntes wie Bekanntes aus der Stadtgeschichte erfahren.

So stand beispielsweise in Hessisch Oldendorf eine Lohmühle, in der Eichenlohe aus Eichenrinde für die Lederherstellung gewonnen wurde – und bis 1755 übte vor Ort ein Scharfrichter sein Amt aus. Auch einige ältere, nicht mehr gut zu lesende Schilder des Heimatbundes wurden seinerzeit gegen die zeitgemäßere Version im Design der Region westliches Weserbergland ausgetauscht.

Bis jede einzelne Tafel bis ins Detail durchdacht war, seien viele Überlegungen notwendig gewesen, berichtet Gabriele Lingen. Überwiegend angefertigt in den Größen Din A 4 und Din A 3, bestehen sie aus einer Glasdekorfolie aus 5 Millimeter starkem Plexiglas und werden mit vier Edelstahlschrauben an einem Edelstahlständer befestigt.



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