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Zwangsgelder gegen Vorsitzenden verhängt? / Ausgetretene Vorstandsmitglieder im Vereinsregister

Heftige Turbulenzen beim Heimatbund

Hessisch Oldendorf (doro). Warum lässt ein Mensch, der über Jahre die Geschicke eines Vereins erfolgreich lenkt, der in seinem Ehrenamt aufgeht, plötzlich die Zügel schleifen? Das fragen sich ehemalige und aktive Mitglieder des Hessisch Oldendorfer Heimatbundes.

veröffentlicht am 12.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 12:21 Uhr

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Sonderbar: Seit 2001 soll Vorsitzender Gerhard Bruns keine Jahreshauptversammlung mehr abgehalten haben, und Mitgliedern, die ihren Austritt erklärt hatten, seien weiter Beiträge abgebucht, worden, behauptet Thomas Falke, der „als Dienstleister“, also gegen Bezahlung, bis 2002 die Vereinsverwaltung erledigt hat. Bernd Stegemann, Mitglied des Heimatbundes und ehemaliges Vorstandsmitglied, weiß: „2008, als letztmalig Geld eingezogen wurde, gab es sogar Abbuchungen bei Verstorbenen.

Abbuchungen erst 2009 eingestellt

Vom Vereinsregister am Amtsgericht Hannover seien außerdem Zwangsgelder verhängt worden, weil Bruns seiner Meldepflicht bei Amtswechseln im Vorstand des Vereins nicht nachgekommen sei. Die zuständige Mitarbeiterin im Gericht hält sich mit Angaben zurück: „Ich bin nicht befugt, Auskünfte über ein laufendes Verfahren zu geben.“

Allerdings bestätigt Bernd Stegemann: „Es sind mindestens drei Mal Zwangsgelder vom Registergericht verfügt worden. Von Mal zu Mal hat sich die Summe verdoppelt. Das wurde mir bestätigt.“ Stegemann betont bei allen Turbulenzen um die Vereinsgelder, dass Bruns „vorbildliche Arbeit bei den Heimatheften geleistet“ habe.

Weil seit acht Jahren keine Versammlung abgehalten wurde, konnte auch über das – wie Stegemann vermutet – nicht unerhebliche Vereinsvermögen keine Rechenschaft abgelegt werden. „Keine Versammlung und somit keine Entlastung der Kasse“, bringt es Falke auf den Punkt.

Überdies habe Bruns für Mitglieder, die von ihrem Posten zurückgetreten sind, vermutlich eigenmächtig ohne Mandat der Vereinsmitglieder Leute für verschiedene Tätigkeiten eingesetzt. Noch heute sollen längst ausgetretene Vorstandsmitglieder im Vereinsregister geführt werden, und es gibt Mitglieder, die sich fragen, ob diese gegebenenfalls zur Verantwortung gezogen werden können. „Ich habe meine Rücktritt schriftlich erklärt“, gibt sich Klaus-Dieter Leupold, ehemaliges Vorstandsmitglied, auf Nachfrage wortkarg.

Um die Verwaltung der Mitglieder kümmerte sich seit 2003 Ralph Poss. „Ich habe Bruns bei der technischen Umsetzung der EDV-Daten unterstützt, hatte aber nie eine offizielle Funktion.“ Nachdem Bruns 2008 von August bis Dezember nicht erreichbar gewesen sei, habe er „die Ordner zusammengepackt und an ihn zurückgegeben.“

Gerhard Bruns war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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