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Senioren müssen Einkäufe schleppen, weil Bus am Markttag nicht mehr am Rathaus abfährt

Haltestelle verlegt – Fahrgäste sind empört

Hessisch Oldendorf (pj). „Wir machen den Markt mobil“, heißt der Slogan. Und das hat bisher auch geklappt. „Die Aktion mit dem Fahrschein Hessisch Oldendorf ist gut angelaufen, viele Menschen nutzen am Markttag das günstige Fahrangebot in die Stadt“, erklärt Stadtmanager Stefan Schlichte. Doch nun gibt es Misstöne, da die Öffis zum Fahrplanwechsel eine Veränderung einführen, die Marktbesuchern gar nicht gefällt. Diese sollen künftig in der Segelhoster Straße statt vor dem Rathaus in den Bus einsteigen, wenn sie mittags wieder nach Hause wollen. „Das kann und will ich nicht akzeptieren, der Bus gehört ins Stadtzentrum – da gibt es keine Diskussion“, empört sich Bürgermeister Harald Krüger.

veröffentlicht am 31.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 11:21 Uhr

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In einem Schreiben an ihn betonen Nutzer des Fahrscheins Hessisch Oldendorf, dass das Angebot, für 1,10 Euro zum Wochenmarkt und wieder zurückzukommen, angenommen werde. „Der Beweis ist der voll besetzte Kleinbus“, sagt Ulrike Wellnitz, die den Brief verfasst hat. Sie und weitere 15 Unterzeichner fordern, die Haltestelle am Marktplatz beizubehalten. „Nach dem Einkauf haben wir volle Einkaufswagen und Taschen“, sagen sie, deshalb wollen sie „den kürzesten Weg zum Bus gehen.“ Da die meisten von ihnen Senioren sind, liege die Haltestelle in der Segelhorster Straße zu weit entfernt, den Weg dorthin könnten sie „kräftemäßig mit schweren Einkaufstaschen nicht bewältigen“.

Die Senioren aus den Dörfern vorm Süntel, die sich beschweren, haben mit Bürgermeister Harald Krüger und auch mit Stadtmanager Stefan Schlichte Verbündete gefunden. Schließlich ist der Fahrschein Hessisch Oldendorf gerade deshalb aufgelegt worden, um die Menschen aus den Dörfern in die Kernstadt zu holen. „Und dies mit Grund am Freitag, denn dann ist Wochenmarkt, und es ist ohnehin der Haupteinkaufstag“, erklären Harald Krüger und Stefan Schlichte unisono. Das Angebot gilt seit 1. Juni und es wird genutzt. Für 1,10 Euro kann man in die Stadt und zurück nach Hause fahren, die Differenz, bis heute 2,70 Euro, die dieser Preis offenlässt, zahlt die Stadt an die Öffis. Mehr als 1,10 Euro muss auch ab dem morgigen Sonnabend, dem Tag der Fahrplanänderung und der Tarifanpassung der Öffis, nicht gezahlt werden.

Der Verkehrsplaner der Öffis, Mathias Marschall, erklärt die Änderung des Abfahrtortes am Freitagmittag damit, dass die Gemeindeverbindung zwischen Zersen und Wickbolsen nicht mehr genutzt werden können und deshalb die Route umgestellt werden musste. Er verweist darauf, dass es in der Hessisch Oldendorfer Innenstadt neben der Segelhorster Straße auch Einstiegsmöglichkeiten am Bahnhof und in der Mühlenbachstraße am Schulzentrum gibt. Von der Oberschule führt die Busstrecke durch die Schilfstraße und die Segelhorster Straße hoch zur Grundschule am Rosenbusch, um von dort zurück zum Kreisel am Ostertor und stadtauswärts zu fahren. Ein Schlenker zum Marktplatz liege nicht drin, da es „umständlich“ ist und es „auch „um kurze Fahrzeit für Schüler geht – da muss man abwägen“. Stefan Schlichte verweist darauf, dass „wir Geld in die Hand nehmen, um die Innenstadt mit den inhabergeführten Einzelhandelsgeschäften und den Wochenmarkt zu stärken, und dann kommt so was“. Der Stadtmanager betont weiter: „Wir wollen einen guten Service bieten, und guter Service bedeutet auch gleichzeitig kurze Wege.“ Dass die Kunden aus den Ortsteilen jetzt nicht am Rathaus in unmittelbarer Nähe des Marktplatzes einsteigen können, sei „absolut kontraproduktiv“ für alle, die versuchten, die Stadt nach vorn zu bringen. Er wünsche sich „ein Umdenken der Öffis“. Für Bürgermeister Harald Krüger ist die Entscheidung der Öffis „überhaupt nicht akzeptabel“, und sichtlich verärgert fügt er an: „Ich werde alles tun, dass dies wieder geändert wird, zumal sich mir die Begründung nicht erschlossen hat.“ Harald Krüger hebt hervor, dass es um die Älteren in den Dörfern gehe, denen die Möglichkeit eröffnet wird, an einem Wochentag in die Kernstadt zu kommen, um einzukaufen. „Und wenn es auch nur einige Hundert Meter zur Haltestelle in der Segelhorster Straße sein mögen, mit einer schweren Einkaufstasche in der Hand oder mit einem Rollator ist das schon eine ganz schön lange Strecke für Senioren.“



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