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Landesinnungsmeister beleuchtet beim CDU-Jahresauftakt kritisch die momentane Situation

Grundmann: Neue Gesetze belasten Handwerk

Hessisch Oldendorf (boh). „Durch die Gesetzgebung der Bundesregierung, die uns dazu zwingt, diverse Auflagen innerhalb der Betriebe zu erfüllen, die weit über das Maß eines normalen Arbeitstages hinausgehen, ist es einem Handwerksmeister in der Regel nicht möglich, sich aktiv politisch zu engagieren.“ Traugott Grundmann, Landungsinnungsmeister des Dachdeckergewerbes Niedersachsen-Bremen, skizzierte beim Jahresauftakt des CDU-Stadtverbandes „Pro-bleme der heimischen Wirtschaft mit dem Standort Deutschland“.

veröffentlicht am 10.02.2009 um 18:24 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 19:21 Uhr

Landesinnungsmeister Traugott Grundmann im Gespräch mit dem CDU-
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Steuerlast begünstigt

Schwarzarbeit

Die Mehrbelastung bedeute allerdings nicht, dass Handwerker politisches Desinteresse zeigen, betonte Traugott Grundmann. Im Gegenteil: „Wir haben stattdessen eher den Eindruck, dass sich in den politischen Gremien niemand Gedanken darüber macht, was für Mehraufgaben durch immer neue Gesetze auf den Handwerksmeister zukommen.“ Der gesamte täglich abzuarbeitende Bürokratismus verhindere schlichtweg politisches Engagement. Traugott Grundmann prangerte nicht nur den teilweise desolaten Zustand des Handwerks mit einer grenzwertigen wirtschaftlichen Situation an, ebenso verurteilte der Landesinnungsmeister Schwarzarbeit und Schattenwirtschaft.

„Durch hohe Steuerlasten wird der Schwarzarbeit überhaupt erst Tür und Tor geöffnet“, kritisierte er beim CDU-Jahresempfang im Restaurant Pierrot. Jeder fünfte Deutsche hätte schon schwarzgearbeitet und jeder dritte Deutsche Schwarzarbeit ausführen lassen, erklärte Grundmann. Jahr für Jahr würden somit dreistellige Milliardenbeträge am Fiskus vorbeigeschleust. Auch Arbeitsplätze gingen unwiederbringlich verloren. Durch verstärkte Kontrollen vonseiten staatlicher Instanzen könnten allerdings seiner Meinung nach bundesweit bis zu einer Million neuer Arbeitsplätze geschaffen werden. Somit seien die politisch Verantwortlichen in der Pflicht, möglichst rasch zu agieren, um endlich die Schattenwirtschaft nachhaltig zu unterbinden.

Zusätzlich forderte Grundmann die Politik dazu auf, Gesetze zu erlassen, um die steuerliche Absetzbarkeit von Arbeitskosten bei durchgeführten Handwerksarbeiten zu erhöhen. Er nannte Beispiele innerhalb der Europäischen Union, die erfolgreich umgesetzt worden sind, um nicht nur die Arbeitslosenquote zu senken, sondern auch die Volkswirtschaft einzelner Länder anzukurbeln. „Dazu gehört in Deutschland unter anderem die Verringerung des Mehrwertsteuersatzes für lohnintensive Handwerkerrechnungen“, betonte Traugott Grundmann. Er ist sicher, dass „nur das endlich aus der Rezession herausführen und für die kommenden Jahre die Wirtschaft beleben kann“.

Deppmeyer stellt

Konjunkturprogramm vor

Das Konjunkturpaket 2, das der Koalitionsausschuss Mitte Januar verabschiedet hatte, stellte der CDU-Landtagsabgeordnete Otto Deppmeyer den Gästen aus Politik und Wirtschaft und Vertretern von Vereinen beim Jahresempfang vor. Insgesamt 50 Milliarden Euro wolle die Bundesregierung einsetzen, um den Konjunkturabsturz zu dämpfen. Neben Steuerentlastungen und Abgabesenkungen erhalte die Stadt Hessisch Oldendorf etwa 665 000 Euro, um in verschiedene Bereiche zu investieren, führte Deppmeyer aus. Für Hessisch Oldendorf bedeute das, dass noch Anträge für zusätzliche Finanzmittel aus Sonderprogrammen gestellt werden können. „Die Landesregierung wird sich dafür einsetzen, dass diese Finanzmittel schnellstens bereitgestellt werden“, betonte Deppmeyer.



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