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Culturverein zeigt wieder Kultfilm im Kultourismusforum / Doch welcher wird es diesmal sein?

Großes Kino

Hessisch Oldendorf. Eine schummerige Bar. Unter der Decke hängt ein Miefquirl und verteilt den blaugeschwängerten Dunst, der von Dutzenden Zigaretten in der Luft hängt. In einer Ecke sitzt ein Pianist am Klavier, der nach unmissverständlicher Aufforderung jenes berühmte Lied mit Gassenhauerqualität intoniert, das stellvertretend für große Leidenschaft steht: „You must remember this, a kiss is still a kiss…“ Ein Pärchen blickt sich tief in die Augen, und bereits am Anfang ist klar, dass die beiden zwar zusammengehören, sich aber trotzdem nicht bekommen werden. Aus diesen Versatzstücken ist nicht nur großes Kino gestrickt, sondern solche Filme erhalten schnell Kultcharakter. Und werden ebenso mit schöner Regelmäßigkeit bei der Oscarvergabe übergangen.

veröffentlicht am 05.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 04:41 Uhr

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Autor:

Stefan Bohrer
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Regisseur Michael Curtiz schuf mit Szenen wie in Rick’s Café einen Top-Hit, der bis heute die ewige Bestenliste der Filmklassiker anführt. Anfang des Jahres hat der Culturverein erstmals einen Kultfilm gezeigt, und die Rechnung ging auf. Immer noch ziehen Kultfilme das Publikum magisch an. Viele können sogar die Dialoge mitsprechen. Egal, ob es der Satz ist: „Ich schau Dir in die Augen, Kleines.“ Oder das clevere Happy End eines heißen Billy-Wilder-Klassikers, den nicht nur manche mögen, wenn Osgood Fielding III. jenen herzerfrischenden Ausruf vom Stapel lässt, der längst zum geflügelten Wort geworden ist: „Nobody is perfect.“

Das Publikum weiß sofort, welcher Film gemeint ist, wenn dieser Satz fällt. Und ebenso ignoriert die Jury der Academy of Motion Arts and Sciences bei der Oscar-Vergabe genau diese Art von Filmen. Billy Wilder konnte ein Lied davon singen, ebenso Michael Curtiz. Kultfilme sind natürlich immer auch Geschmackssache. In den wenigsten Fällen werden sie ausgezeichnet. Glück gehabt hat Anthony Hopkins in der Paraderolle seines Lebens. Aber auch er musste erst die „Leber eines jungen Meinungsforschers mit ein paar Fava-Bohnen und dazu einen ausgezeichneten Chianti“ genießen, um die begehrte Trophäe zu Hause ins Regal stellen zu können. Der „Igitt-Effekt“ war 1990 immens, hielt die Zuschauer jedoch nicht davon ab, gleich scharenweise ins Kino zu rennen, und der Film ist mittlerweile Kult.

Das gilt ebenso für einen Film, den der berühmte Regisseur George Cukor drehte. Das Besondere: In diesem Film geht es thematisch ausschließlich um Männer, es tritt allerdings nicht ein einziger auf. Stattdessen wird in der fulminanten 15-minütigen Eröffnungssequenz ein Produkt angepriesen, das es 1939 überhaupt noch nicht gab, mit dem aber später diverse Schönheitsartikelfabrikanten satten Reibach machten – jenem Nagellack mit dem prägnanten Namen „Dschungel-Rot“. Diese Sequenz ist mindestens ebenso kultverdächtig wie der Zickenkrieg bis aufs Mieder in einer Umkleidekabine, den sich eine Dame der Upperclass und ein intrigantes Miststück, dass sich die Karriereleiter heraufschläft, liefern. George Cukor verstand sich während der Dreharbeiten übrigens eher als Löwendompteur statt als Regisseur, was nicht wirklich verwundert, denn es spielen insgesamt 135 Schauspielerinnen in diesem Kultfilm mit.

Versteht sich von selbst, dass auch dieser Film in diesem Jahr im Kultourismusforum gezeigt werden soll, und natürlich ebenfalls bei der Oscarvergabe zumindest in den wichtigen Kategorien leer ausging. Bereits am Freitag, 7. Februar, wird um 19.30 Uhr ein Kultfilm gezeigt. Der Eintritt ist frei. Am 14. März schließlich lüftet der Culturverein das Geheimnis, wer tatsächlich den Panamakanal gebaut hat.

Strahlt mit den Oscars um die Wette: Culturvereins-Chefin Barbara Jahn-Deiterding.boh



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