weather-image
Hillard Ensemble begeistert in der Stiftskirche / Glänzender Auftakt der „Jahreszeiten“-Reihe

Großartige Sänger und echte Gentlemen

Von Ernst August Wolf

veröffentlicht am 11.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 14:41 Uhr

270_008_4273296_lkho101_10.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Fischbeck. „Sie sind echte Gentlemen und großartige Sänger“, schwärmt die Fischbecker Äbtissin Uda von der Nahmer. Keine Frage, dass das eigens zum Konzertauftakt der neuen „Jahreszeiten“-Reihe ins Stift Fischbeck angereiste weltberühmte britische Hillard Ensemble besondere Wertschätzung und Obhut genießt. „Die sollen sich hier wohlfühlen und werden von unserer neuen Stiftsdame Ursula Schroeder bekocht und betreut“, so von der Nahmer.

Ermöglicht wurde der Auftritt der „Hillards“ durch das finanzielle Engagement der Klosterkammer Hannover und des Landschaftsverbands. Mit ihrem – dem in der orthodoxen Kirche eine besondere Rolle spielenden Erzengel Michael gewidmeten – Programm „Arkhangelos“ präsentierte das Quartett den Zuhörern in der voll besetzten Stiftskirche – darunter auch die Präsidentin der Klosterkammer Sigrid Meier-Knapp-Herbst sowie die Äbtissinnen aus Walsrode, Obernkirchen und Wülfinghausen – ein reizvolles und überaus anspruchsvolles Konzert im Spannungsfeld zeitgenössischer Bearbeitungen mittelalterlicher Sakralgesänge und modernen, mitunter eigens für das Ensemble geschriebenen Kompositionen.

Voll vertrautem Wohlklang etwa das dialogisch aufgebaute, aus dem 15. Jahrhundert datierende „Ah! Gentle Jesu“ des britischen Komponisten Sheryngham, in dem Ober- und Unterstimme das Zwiegespräch zwischen reuigem Sünder und Gekreuzigtem darstellen.

Vielleicht der Höhepunkt des Abends das „Most Holy Mother of God“ des 1936 geborenen Arvo Pärts. Ein erst im letzten November uraufgeführtes Stück von größter Zartheit, in dem die „Hillards“ ihre ganzen Stärken ausspielten.

Einen inhaltlichen Schwerpunkt setzte das Ensemble jedoch mit zahlreichen armenischen Gesängen, etwa dem von Countertenor David James interpretierten „Ote to stauron“, einem Gesang, der seine Wurzeln in der byzantinischen Liturgie des heiligen St. Johann Chrysostomos hat und dort zur Kreuzanbetung in der Heiligen Woche erklingt. Höchste Konzentration, auch von den Zuhörern, verlangte das abschließende, fünfteilige „Praise“ von Alexander Raskatov. Auch dieses im Jahr 2000 im Dom zu Speyer erstmal zu hörende Stück wurde eigens für das Hillard Ensemble geschrieben.

Am Ende lang anhaltender Applaus für einen fantastischen Konzertabend und einen Frühlingsanfang, wie er zumindest musikalisch nicht besser hätte sein können. Man darf auf die weiteren Konzerte der „Jahreszeiten“-Reihe äußerst gespannt sein.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt