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Feuerwehrgerätehaus: Nach jahrelanger Debatte um Neubau kommt Bewegung in die Planungen

„Gravierende Mängel“ bald abgehakt?

Hessisch Oldendorf/Lachem. Nach jahrelangen Diskussionen kommt nun Bewegung in die Frage des längst nicht mehr ausreichenden Feuerwehrgerätehauses in Lachem. Zwei Varianten stehen zur Auswahl – die Stadtverwaltung empfiehlt statt der Sanierung der Immobilie einen kompletten Neubau. Die politischen Beratungen sind dicht getaktet: Heute befasst sich der Ortsrat mit dem Thema, bevor am nächsten Montag der für den Feuerschutz zuständige Ausschuss des Stadtrates darüber beschließen will. Ebenfalls in der kommenden Woche steht die Frage im Verwaltungsausschuss auf der Tagesordnung, bevor noch der Beschluss des Rates erfolgen müsste.

veröffentlicht am 04.04.2016 um 18:44 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:59 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Für manche ist das bisherige Gerätehaus (Baujahr 1972) nicht mehr als eine Garage, was häufig zu Kritik geführt hatte. Schlimmer: Das Gebäude weist gravierende bauliche, funktionale und sicherheitsrelevante Mängel auf. Das bestätigen auch die Experten eines Gutachterbüros, die die Feuerwehrbedarfsplanung für die Stadt erarbeitet haben.

Dabei steht das Geld für eine Investition schon seit 2014 im Haushalt – ohne dass etwas seitdem geschehen ist. Zuletzt sorgte das im Herbst für eine politische Debatte unter den Ratsfraktionen. 60 000 Euro waren für den Bau vorgesehen. Allerdings: Voraussetzung dafür, das Geld bereitzustellen, war der Feuerwehrbedarfsplan. Das Gutachten liegt nun vor. Mehr noch: Es empfiehlt für den Bereich Südweser keine Aufgabe oder Zusammenlegung von Wehren. Im Gegenteil: Den Einsatzkräften in Lachem bescheinigen die Experten, mit zurzeit 25 Aktiven und einer ausgeglichenen Altersstruktur gut aufgestellt zu sein.

In einer ausführlichen Vorlage macht die Stadtverwaltung deutlich, dass sie in der Zwischenzeit nicht untätig gewesen sei. Mehrere Möglichkeiten seien zusammen mit Architekt, Brandschutzprüfer und Statiker sowie Ortsbrandmeister und betroffenen Grundstückseigentümer „einer intensiven Vorprüfung unterzogen worden“. Ortsbrandmeister Willibald Piegsa sagt, dass er von Anfang an in die Planungen mit einbezogen worden sei. In der Verwaltung werde „mit Hochdruck“ daran gearbeitet. „Das kommt jetzt richtig ans Laufen“, sagt Piegsa.

Zwar könnte das Gerätehaus saniert werden (Kosten: rund 30 000 Euro), doch sind laut Verwaltung dabei die Möglichkeiten begrenzt, um die Mängel auch „nur in Ansätzen beseitigen“ zu können. Ein Grund: Für eine Erweiterung ist kein Platz. Deshalb wurden Bauten an verschiedenen anderen Standorten geprüft. Die Verwaltung favorisiert ein neues Feuerwehrgerätehaus am Sportheim in Lachem. Dabei vorgesehen ist eine Fahrzeughalle mit abgetrenntem Umkleideraum. Dabei könnten die Sanitäranlagen im Sportheim mitgenutzt und dort der Dachboden als Schulungsraum ausgebaut werden. Der Sportverein und die Kirchengemeinde als Grundstückseigentümerin hätten dieser Variante bereits grundsätzlich zugestimmt, heißt es aus dem Rathaus.

Um ein neues Domizil zu erhalten, müssen die heimischen Brandschützer kräftig auf der Baustelle zupacken, denn: Die Maßnahme soll in Eigenleistung der Freiwilligen Feuerwehr Lachem realisiert werden, wie es in der Beratungsvorlage heißt. Dann könnte nach überschlägiger Ermittlung der Kostenrahmen von 60 000 Euro eingehalten werden – dieser Ansatz solle laut Vorgabe auch nicht überschritten werden. Und die Einsatzkräfte sind offenbar hoch motiviert, bei den Arbeiten selbst aktiv zu werden, wie es heißt. Ortsbrandmeister Piegsa: „Sobald wir grünes Licht haben, sind wir in Windeseile dabei.“

Zunächst ist noch etwas Geduld gefragt. Bevor die Detailplanungen vergeben werden, wartet die Verwaltung die Beschlüsse in den zuständigen politischen Gremien ab.



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