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Grüne beantragen für die Innenstadt schnellen und kostengünstigen Zugang

Gratis ins Internet mit „Freifunk“

Hessisch Oldendorf. Ein freier Internetzugang in der Kernstadt von Hessisch Oldendorf – das ist ganz sicher ein Wunsch vieler Smartphone-Besitzer, seien es Bewohner der Stadt, Touristen oder Geschäftsleute. Möglicherweise wird dies ohne großen Aufwand schon in kurzer Zeit möglich sein. In Obernkirchen gibt es das, auch im Zentrum von Stadtoldendorf und bundesweit in zahlreichen weiteren Orten. Warum also nicht bald auch in Hessisch Oldendorf?

veröffentlicht am 08.03.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:57 Uhr

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Autor:

Wolfhard F. TRuchseß
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Das Geheimnis, wie dies mit minimalem Aufwand erreicht werden kann, ist das Prinzip des Freifunks, der die WLAN-Router jedes privaten oder kommerziellen Nutzers, aber auch der öffentlichen Hand technisch nutzt, dabei aber keinerlei Haftung eingeht, wie Günter Kuhnert, der Ortsverbandsvorsitzende der Grünen erläutert. Um diesem Ziel näherzukommen, beantragt die Ratsfraktion der Grünen, die Verwaltung solle ein „freies und für den Nutzer kostenfreies WLAN im Bereich des Rathauses zur Verfügung“ stellen. Es solle zusätzlich über einen Router der Freifunk-Initiative betrieben werden, „um ein sicheres und haftungsfreies Surfen zu gewährleisten“. Die Stadtverwaltung sollte in dieser Sache mit gutem Beispiel vorangehen, fordert Kuhnert, und den ersten Freifunkrouter in Hessisch Oldendorf installieren.

Die Ratsfraktionen haben mit einem gemeinsamen Haushaltsantrag für den Bereich der Wirtschaftsförderung bereits ein Konzept für kostenfreies WLAN im Innenstadtbereich gefordert; außerdem sind dafür Mittel bereitgestellt. Die Freifunk-Initiative habe ein derartiges Konzept entwickelt und betreibe freie Netzwerke in ganz Deutschland, heißt es in der Begründung des Grünen-Antrags. „Diesem Netzwerk sollten wir uns anschließen!“ Eine entsprechende Initiative läuft in Springe. 569 Freifunk-Knoten gibt es allein in Hannover.

Der von der Verwaltung im Rathaus zu installierende Knoten, wie die Initiative ihre Router bezeichnet, sei nur der Anfang, erklären die Grünen. Das WLAN-Netz könne durch weitere Freifunkrouter im Innenstadtbereich, die privat oder von Geschäftsleuten betrieben würden, flächendeckend erweitert werden. Die Kosten dafür seien gering. Denn der Preis für einen Freifunkrouter liege bei nur 20 Euro. Lediglich der Internetzugang sei mit Kosten von etwa 30 Euro monatlich zu veranschlagen. Letzteres aber nur dann, wenn der Zugang nicht über einen bereits bestehenden Internetanschluss geschaltet werde, heißt es in dem Papier. Nach Darstellung von Kuhnert haben sich sowohl in Obernkirchen als auch in Stadtoldendorf zahlreiche Geschäfte und gastronomische Betriebe der Initiative angeschlossen, „weil dies für sie einen echten Mehrwert bedeutet“. Auch das Hotel-Restaurant „Schaumburger Ritter“ sei inzwischen mit einem Freifunkrouter ausgestattet, um seinen Gästen ein offenes und unkompliziert zu nutzendes WLAN-Netz bieten zu können.

Mehrere Gerichte haben die Rechtmäßigkeit dieser Art des Internetzugangs bestätigt, betont Kuhnert, der selbst Fachmann für Informationstechnologien ist. Mit einer Antenne lasse sich die Leistung eines Freifunkrouters sogar noch einmal verstärken, um den Zugangsbereich zu erweitern. In einem ersten Schritt sollte für Hessisch Oldendorf zumindest auf dem Marktplatz, dem Kirchplatz und in Teilen der Langen Straße der Internetzugang ermöglicht werden. „Wenn sich dann weitere Privatleute oder Geschäfte und Cafés anschließen, könnte das ein großer Vorteil für die Innenstadt sein“, glauben die Grünen. Darüber müsse auch mit dem Werbering gesprochen werden. Vor allem für Touristen sei ein offener Internetzugang heute von Bedeutung.

Nachteilig könne sich das System auswirken, wenn der Freifunkrouter direkt an einen WLAN-Router angeschlossen werde, räumte Kuhnert ein. Dann könne die Streaming-Leistung bei Nutzung durch viele User natürlich sinken. „Besser wäre es“, sagt Kuhnert, „für den Betrieb eines Freifunkrouters einen eigenen Internetzugang zu installieren, auch wenn der Extragebühren kostet. Der Mehrwert, den dies für den Handel und die Gastronomie erbringt, wird das wieder ausgleichen.

Der Antrag der Grünen soll auf der Ratssitzung am Donnerstag, 17. März, behandelt werden. Die Grünen gehen von der Annahme ihres Antrages aus. Uneinig ist sich die Partei in der Frage, ob die Anschaffung der Router durch kommerzielle Nutzer bezuschusst oder möglicherweise sogar ganz als Maßnahme der Wirtschaftsförderung finanziert werden sollte. Dabei wurde der Gedanke ins Spiel gebracht, dass der Werbering sich dafür finanziell engagieren könnte.

Kleiner Router, große Wirkung: Wird die Freifunk-Technik im öffentlichen Raum installiert, können Smartphone-Besitzer kostenlos online gehen – in vielen Orten wird dieser Service als Standortvorteil betrachtet.

Fotos: dpa



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