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Entspannen – nicht immer einfach

Gesundheitstag im Taubblindenwerk mit umfangreichen Angebot

FISCHBECK. Wohlige Ruhe liegt über dem Raum im Landhof: Sechs Frauen und zwei Männer befinden sich mit geschlossenen Augen in der Horizontalen. Zu meditativen Klängen gibt Jutta Hennies leise Anleitungen: „Einatmen und die Hand zu einer Faust ballen, anspannen, halten, dann langsam wieder ausatmen und entspannen.“

veröffentlicht am 20.08.2017 um 17:31 Uhr
aktualisiert am 21.08.2017 um 08:20 Uhr

Jutta Hennies gibt Anleitungen zur progressiven Muskelentspannung (PME) nach Jacobsen. Foto: ah
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Annette Hensel Reporterin
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Kompliziert wirken die Übungen der progressiven Muskelentspannung (PME) nach Jacobsen nicht, aber die Teilnehmer müssen sich darauf einlassen, zu entspannen – und das sieht bei Einzelnen anfangs noch etwas verkrampft aus. „Der Körper zeigt, wie es der Psyche geht und umgekehrt“, erklärt Jutta Hennies und ergänzt: „Erst wenn wir den Körper richtig entspannen, signalisiert er der Psyche, dass sie locker lassen kann.“

PME gehört zum Programm des zweiten Gesundheitstages im Deutschen Taubblindenwerk Fischbeck. 80 Mitarbeitende nehmen das Angebot wahr, zu dem auch Aufklärung über gesunde Ernährung oder Pilates gehört.

Es sind vor allem Beschwerden im Nacken- und Schulterbereich sowie im unteren Lendenwirbelbereich, die die meisten von ihnen zur Teilnahme veranlassen. „Ich bin in der Betreuung tätig, zu der die tägliche Grundpflege der Bewohner oder zumindest die Hilfestellung dabei gehört“, erzählt Claudia Schwanke. Sie war bereits bei der Gesundheitstag-Premiere vor einem Jahr dabei. „Danach wollte ich die erlernten Übungen regelmäßig zu Hause durchführen, habe mir dafür sogar eine CD gekauft – doch dann habe ich das vernachlässigt“, gesteht sie. Nun besucht die 50-jährige neben dem Faszien-Training der Physiotherapiepraxis Weihe den PME-Kurs und erklärt anschließend: „Es tut gut, wenn jemand die Übungen anleitet, dann kann ich mich besser entspannen. Anfangs störte noch der Rasenmäher, der von draußen zu hören war, später konnte ich das Geräusch ausschalten und jetzt sind sogar meine Kopfschmerzen weg.“

Die Ernährung spielt bei der Gesundheit eine große Rolle. Frisches Obst und Gemüse gehört dazu. Das DTW-Küchenteam hielt für die Mitarbeiter auch Smoothies bereit. Foto: ah

„Der Gesundheitstag ist eine Supersache“, findet auch Kollegin Iris Möller. Aufgrund von Rücken-, Nacken- und Schulterproblemen ist der Mutter von Zwillingen bewusst, dass sie etwas für sich tun muss. „Ich kann mich nicht so gut fallenlassen, hatte vorhin noch den Kopf voll mit Dingen, die zu erledigen sind - aber jetzt, nach der PME, habe ich den Kopf frei“, sagt die 37-jährige und fügt hinzu: „Schön, dass wir so unterschiedliche Angebote nutzen können.“

Unter dem Motto „Gemeinsam gesund in Arbeit und Freizeit“ bekommen die im DTW Beschäftigten für die Teilnahme 90 Minuten ihrer Arbeitszeit zur Verfügung gestellt. Ziel ist es, sich Anregungen zu holen, die dabei helfen die Fitness zu fördern und kontinuierlich zu erhalten. Dazu zählen auch gesunde Snacks, die das DTW-Küchenteam in Form von frischem Obst, Gemüse, Smoothies oder Kichererbsensalat bereithält. Neben Jutta Hennies und der Praxis Weihe ist das Fitnessstudio Family Fitness mit dem Vortrag „Erfolgreich trainieren, statt Zeit verlieren“ vor Ort. Die Krankenkasse BKK24 führt Aktionen zum Thema „Länger besser leben“ durch, die AOK Hameln beeindruckt mit einer „Zucker-Show“ und dem Balance-Board.

„Nach der Premiere haben sich Mitarbeiter im Fitnessstudio angemeldet und einen Pilates-Kurs belegt“, erzählt Betreuungsdienstleiterin Hennies – und dass in der Zwischenzeit in der Einrichtung auch eine Rückenschule stattgefunden habe.

„Es ist es wert, so viele Mitarbeiterstunden für die Gesundheit einzusetzen – als Zeichen dafür, dass dem Arbeitgeber das Wohlbefinden seiner Mitarbeiter wichtig ist und als Anreiz, sich in der Freizeit selbst darum zu bemühen“, sagt sie.



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