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„Das war Insider-Wissen“ / Landgericht verurteilt ehemaligen Prodiac-Mitarbeiter

Geldbote muss jahrelang ins Gefängnis

Bielefeld/Hessisch Oldendorf. Am 2. Dezember 2009 erbeuteten mehrere Täter in der Sparkasse Hessisch Oldendorf 697 000 Euro. Das Landgericht verurteilte gestern einen ehemaligen Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens Prodiac wegen Beihilfe zum schweren Raub zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis. Der Angeklagte soll den Tätern entscheidende Tipps gegeben haben.

veröffentlicht am 16.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 22:21 Uhr

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Autor:

Nils Middelhauve
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Der erste Prozess gegen den nun verurteilten Marek T. (30, Name geändert) hatte am 17. Mai 2010 begonnen. Drei Monate später sprach ihn das Gericht aus Mangel an Beweisen frei. T. hatte mit einem Kollegen am Tag des spektakulären Bankraubs als Beifahrer eines Geldtransports die überfallene Sparkasse angefahren. Im Prozess hatte er stets seine Unschuld beteuert.

Die Staatsanwaltschaft legte seinerzeit Revision gegen das Urteil ein. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hob das Urteil am 11. August des vergangenen Jahrs mit dem Hinweis auf eine „lückenhafte Beweiswürdigung“ auf und verwies es an eine andere Kammer des Landgerichts zurück.

Nunmehr musste sich die I. Große Strafkammer des Landgerichts Bielefeld unter dem Vorsitz des Richters Wolfgang Korte mit Marek T. befassen. „Diese Kammer ist nicht klüger als andere Kammern, aber die Beweislage ist heute eine andere“, sagte Korte in der Urteilsbegründung. Viele Indizien sprächen dafür, dass die Täter zahlreiche Tipps von T. bekommen hätten, darunter die Anlieferungszeit des Gelds, den PIN-Code für die Tür, durch die die Täter in den Sicherheitsbereich der Sparkasse eingedrungen waren und die Tatsache, dass sich nur ein Angestellter im Tresorraum befände. „Das war Insider-Wissen“, sagte Korte in der Urteilsbegründung. Insider-Wissen, das Marek T. zur Überzeugung des Gerichts an die Täter, bei denen es sich um zwei aus Polen stammende Männer handeln soll, weitergegeben hatte.

Die Beute ist bis heute verschollen. Im Sommer soll den mutmaßlichen Räubern der Prozess gemacht werden. Als Zeugen werden dann wohl auch Ermittler aus Hameln aussagen.



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