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Kriminelle haben 18-Meter-Boot losgemacht / Feuerwehren entdecken Prahm bei Großenwieden

Geisterschiff treibt nachts auf der Weser

Großenwieden (ube). Ein 18 Meter langes und zehn Tonnen schweres Bauhüttenschiff des Wasser- und Schifffahrtsamtes Hameln ist am späten Sonntagabend führerlos auf der Weser in Richtung Rinteln getrieben. Unbekannte sollen den Prahm, der unterhalb von Fuhlen an einer ehemaligen Verladerampe vertäut war, losgemacht haben. Die Wasserschutzpolizei Hameln ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr.

veröffentlicht am 04.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 12:41 Uhr

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Um 21.25 Uhr meldete ein Mann der Leitstelle der Polizei, er stehe auf einem Parkplatz bei Rumbeck und habe soeben „einen Kahn gesehen“, der ohne Besatzung auf dem Fluss treibe. Der Disponent informierte umgehend die Feuerwehr. Kurz darauf heulten in Großenwieden die Sirenen, piepten in Hessisch Oldendorf die Funkmelder der Feuerwehrleute. Die Freiwilligen ließen wenig später an der Großenwiedener Fähre zwei Motorboote zu Wasser, machten sich aber auch mit Fahrzeugen und zu Fuß auf die Suche nach dem Geisterschiff. In der Dunkelheit und im unwegsamen Gelände war das ein schwieriges Unterfangen. Stadtbrandmeister Hans Jürgen Hoffmann ließ den Rüstwagen auf die Weserfähre fahren. Von dort aus wurde der Fluss mit Halogenscheinwerfern angestrahlt. Hoffmanns Stellvertreter Karsten Redeker, der die südliche Weserseite absuchte, entdeckte das Schiff und leuchtete es mit dem Fernlicht seines Autos an.

Kurz darauf erreichten die Brüder Wim und Kai Ossenkop mit einem Feuerwehrboot aus Großenwieden den Havaristen. Das Bauhüttenschiff mit der Bezeichnung „W 21-71“ war bei Flusskilometer 151, etwa 900 Meter vor der Fähre entfernt, in ein Buhnenbecken getrieben und dort auf Grund gelaufen.

Da es keinen Weg zum Auffindeort gibt, mussten die Feuerwehrleute einen langen Fußmarsch über Felder und Wiesen machen. Die ersten Helfer, die das Schiff erreichten, zogen die beiden Anker zum Ufer und schlugen sie mit einem Vorschlaghammer in die Erde.

Bernhard Nitsche, Leiter des Außenbezirks Hameln des Wasser- und Schifffahrtsamtes Hameln, sagte, das Bauboot sei mit zwei Drahtseilen gesichert worden. „Am Poller haben meine Leute die Seile zusätzlich mit Schraubenklemmen fixiert und zwei Sperrbäume gesetzt.“ Das Schiff müsse mit großer krimineller Energie losgemacht worden sein.

Bereits am 7. Dezember 2006 hatten Einbrecher ein Arbeits- und Wohnschiff des Wasser- und Schifffahrtsamtes an der Hamelner Inselstraße losgemacht und – wohl um Spuren zu verwischen – angezündet. Das brennende Stahlschiff trieb seinerzeit bis Wehrbergen – es wurde ein Raub der Flammen.

Das Bauhüttenschiff wird gesichert. Feuerwehrleute ziehen einen der beiden Anker an Land, schlagen ihn in die Erde, damit das Zehn-Tonnen-Boot nicht wegtreiben kann.

Fotos: ube



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