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Wiesenthal spricht von 120 000 Euro / Ortsrat stimmt Verkauf von Berliner Kinderheim an Archea zu

Gegen die Absprache: Politiker verrät Preis

Hessisch Oldendorf. Stadtverwaltung und Politiker sind dabei, den Weg freizumachen, damit die Archea-Gruppe ihren Firmensitz von Heßlingen in die Kernstadt, genauer gesagt auf das Gelände des ehemaligen Berliner Kinderheims am Ende des Horstwegs, verlegen kann. Der Kaufvertrag ist geschlossen, nach dem Ortsrat muss jetzt noch der Stadtrat zustimmen, damit der Umbau des Kinderheims zu einem Kompetenzzentrum für erneuerbare Energien beginnen kann.

veröffentlicht am 16.08.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 15:21 Uhr

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Autor:

Peter Jahn
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Es soll keine Zeit verloren werden, darüber sind sich die Archea-Gruppe, die Stadt und der Landkreis einig. Und dies aus mehreren Gründen. Die Zentrale von Archea in Heßlingen platzt aus allen Nähten, wie Bürgermeister Harald Krüger erklärt. Außerdem muss der Verfall im Kinderheim so rasch wie möglich gestoppt werden. Das Dach ist bereits geraume Zeit undicht, und in den letzten Monaten haben im Unbekannte im Hauptgebäude alles ausgebaut, was metallisch war und zu Geld gemacht werden konnte. Gestern standen beispielsweise vor einem geöffneten Fenster des Hauptgebäudes Stühle, die ein leichtes Einsteigen ermöglichen.

Zur Geschichte: Die Stadt Hessisch Oldendorf hatte gemeinsam mit dem Landkreis die 20 000 Quadratmeter große Liegenschaft des ehemaligen Berliner Schullandheimes gekauft. 200 000 Euro ließen sich Ende 2006 Stadt und Landkreis zu gleichen Teilen das Objekt kosten. „Wir wollten den Daumen draufhaben in jener Zeit, als Rechtsextreme versuchten, sich in Hameln niederzulassen“, erklärt Krüger. Die Versuche der Vermarktung gingen weiter. Betreutes Wohnen, Hotelbau – vieles wurde ausgelotet, zu einer Vertragsunterzeichnung ist es nicht gekommen. „Dann war ein halbes bis Dreivierteljahr Funkstille“, führt der Bürgermeister aus. Dann begannen Anfang 2013 die Gespräche mit Oliver Nacke von Archea.

„Ein Glücksfall für Hessisch Oldendorf“, sind sich die Politiker des Ortsrates mit dem Bürgermeister einig. Mit dem Umzug, der möglichst noch in diesem Jahr erfolgen soll, ist beabsichtigt, die Zahl der Arbeitsplätze von derzeit 20 auf 28 zu erhöhen. Der Stadtrat wird in der Sitzung im September sein Votum abgeben. Fällt es positiv aus, kann mit dem Umbau oberhalb des Horstweges begonnen werden. Dann soll auch der Kaufpreis sofort in die Stadtkasse fließen. 120 000 Euro wurden in der öffentlichen Sitzung von Ortsratsmitglied Karl-Dieter Wiesenthal (SPD) genannt, und dies, obwohl vorher vereinbart worden war, über das Finanzielle zu schweigen. Harald Krüger versucht darauf umgehend, das Gesagte zu relativieren: „Der Abriss würde rund 300 000 Euro kosten, wir haben dafür Angebote eingeholt. Da oben steht nicht viel mehr als ein Rohbau – ein Megaschnäppchen ist das nicht.“

Ist der Verkauf getätigt, will die Archea-Gruppe im ersten Bauabschnitt Teile des Gebäudekomplexes zu einem Bürostandort umbauen. In weiteren Bauabschnitten ist der Ausbau zu einem Kompetenzzentrum mit Schaffung weiterer Arbeitsplätze sowie von Schulungs- und Büroräumen geplant. Auch eine Wohnbebauung ist angedacht. Der Bebauungsplan wird in ein Sondergebiet Dienstleistungszentrum geändert.



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