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Kseniya Rechetova bringt Kindern das Zeichnen bei / Künstlerin fertigt Porträts nach alten Fotos an

Gefühle in Farbe – Malen ist „wie eine Sucht“

Hessisch Oldendorf (ah). „Meine Bilder sollen den Menschen guttun, sie im Herzen berühren“, erklärt Kunstmalerin Kseniya Rechetova. Sicht- und spürbar wird das in all ihren Werken, dem Fantasie-Blumengemälde ebenso wie in ihrer Version von Picassos „Mädchen mit Taube“. Es lohnt sich, einen Blick hinter die Kulissen ihres Hauses in der Südstraße zu werfen: Dort schmücken 40 zum Teil großformatige Bilder auf Leinwand, mit Öl- und Aquarellfarben gemalt, die Wände. Nicht immer entsprechen sie genau der Realität, denn Kseniya Rechetova hält mit Farben fest, was sie fühlt. Täglich vier bis fünf Stunden arbeitet sie eine Woche lang an ihrem jüngsten Gemälde „Herbstfrüchte“, in ihrem Atelier unter dem Dach versinkt sie in ihre Welt. Nicht immer trägt sie dabei ihren Malkittel, manchmal trete sie auch spontan vor die Leinwand und erweitere das Farbspiel, berichtet Kseniya Rechetova und fügt hinzu: „Kunst ist vielfältig, verspielt, ich überlege, was in Farben und Formen zusammenpasst und was wichtig ist in diesem Leben.“ Mit der weißen Leinwand vor Augen ordne sie in Gedanken, was sie an welcher Stelle platzieren könne, bis sie die Motive ganz deutlich vor sich sehe. Anfang und Schluss seien immer die spannendsten Momente. Erst wenn ihr Mann sein Urteil abgegeben habe, vollende sie ein Gemälde. „Es kommt schon vor, dass ich einiges ändere, richtig zufrieden bin ich nie“, sagt die 40-Jährige.

veröffentlicht am 15.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 06:41 Uhr

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Angefangen hat ihre Begeisterung für das Malen bereits als Kind. Ihr erstes Kunstwerk ist die Illustration eines Gedichtes zum Geburtstag ihrer Mutter. In ihrer Heimatstadt Minsk, einer Kulturhochburg mit allein fünf großen Theatern, besucht sie zwei- bis dreimal im Monat Theater, Oper oder Museum. In der Schule wird bis zur fünften Klasse Kunst unterrichtet, danach heißt das Fach, „mein Lieblingsfach“, Zeichnen. „Das war anspruchsvoll, mit Bleistift und Lineal haben wir gelernt, Formen abzuzeichnen“, erzählt Kseniya Rechetova. Nach ihrer Schulzeit besucht sie zwei Jahre lang eine Kunstakademie, bevor sie 1995 mit Ilia Rechetov, den sie im Konsulat in Berlin heiratet, und seiner Familie nach Deutschland ausreist. Zehn Jahre leben sie in Welsede, dann ziehen sie 2007 mit ihren Kindern Valeria und Miroslav in die Kernstadt. „Als die Kinder klein waren, hatte ich nicht viel Zeit für die Kunst, aber meine Seele brauchte sie, also habe ich in der Nacht gemalt – das war wie eine Sucht“, erinnert sich Kseniya Rechetova und ergänzt: „Erst hier in Deutschland hat sich die Idee entfaltet, über die Kunstmalerei die Welt mit meinen Augen zu malen und zu zeigen.“

In der Vergangenheit hat sie in der Grundschule Afferde an einer Kunst-AG mitgewirkt, das Angebot des deutsch-russischen Vereins Sputnik 2000 erweitert sie mit ihrem Malstudio für Kinder. „Leidenschaftlich gerne“ arbeite sie mit Kindern, bringe ihnen bei, ausgewählte Motive mit dem Bleistift zu skizzieren und mithilfe von Aquarellfarben mit Leben zu erfüllen. Das begeistert ihre neun- bis elfjährigen Malschüler, für die sie bereits erste Ausstellungen organisiert hat, unter anderem im Rathaus. Aktuell arbeitet ihre Gruppe an einem deutsch-arabischen Projekt mit, im Zuge dessen kleine Illustrationen der Schüler in einem Kinderbuch veröffentlicht werden sollen.

Ihre eigene Kunst plant Kseniya Rechetova über Fernkurse in Hamburg und Bremen weiterzuentwickeln. Es sei nicht einfach, auf dem Kunstmarkt Fuß zu fassen, sagt sie aus eigener Erfahrung und fügt hinzu: „Aber es geht auch nicht primär um Geld, es geht um eine Leidenschaft.“ Ausstellungen wie demnächst in Bad Nenndorf und Bad Pyrmont seien die beste Möglichkeit, ihre Kunst einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.

Mittlerweile herumgesprochen hat sich der Tipp, Porträts von der Kunstmalerin anfertigen zu lassen. Dabei überträgt sie Fotografien originalgetreu auf Leinwand und verleiht dem Hochzeitspaar von 1952 oder dem verstorbenen Hund zugleich Seele. Diese Auftragsarbeiten haben schon so manchen zu Tränen gerührt.

An ihrem Gemälde „Herbstfrüchte“ arbeitet Kseniya Rechetova eine Woche lang jeden Tag vier bis fünf Stunden.

Foto: ah



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