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Drei ähnliche Unfälle innerhalb von acht Tagen / Verkehrsexperten schalten sich ein

Gefährliche Strecke am Rohdener Berg?

ROHDENTAL. Es ist eine kleine Serie. Innerhalb von nur acht Tagen krachte es auf der Landesstraße 434 am Rohdener Berg gleich dreimal. Vier Autoinsassen wurden verletzt, an Fahrzeugen entstanden Schäden im fünfstelligen Eurobereich. Wird die abschüssige Strecke von Autofahrern unterschätzt?

veröffentlicht am 29.11.2017 um 19:46 Uhr

Innerhalb dieser Linkskurve haben sich in den vergangenen Tagen zwei Autos überschlagen, ein weiterer Pkw rutschte bei einem Unfall in den Gegenverkehr. Foto: fn
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Mehrere Faktoren fallen dabei auf: Bei den jüngsten Unfällen waren auswärtige Autofahrer die Verursacher. Alle fuhren die abschüssige Strecke – den Zubringer zur Autobahn 2 – talwärts. Und zu den Unfallzeitpunkten soll die Straße nass gewesen sein.

Wird die abschüssige Strecke von Autofahrern unterschätzt? Gerade nachdem sie vorher noch auf der Autobahn mit hohen Geschwindigkeiten gefahren waren. Zwischen Rehren und Rohdental ist Tempo 100 erlaubt. Straßenschilder, die auf das Gefälle hinweisen, stehen nicht am Fahrbahnrand. Hinzu kommt, dass die Straße im Talkessel kaum abtrocknet.

Am Montagabend überschlug sich in Höhe der Ausfahrt eines Asphaltwerks ein Opel Corsa. Der Wagen, mit dem ein Fahranfänger in Richtung Hessisch Oldendorf unterwegs war, kam innerhalb einer Linkskurve von der Fahrbahn ab und rutschte nach dem Überschlag in einen Graben. Der 18 Jahre alte Fahrer aus dem Kreis Lippe sowie seine Mitfahrerinnen (16 und 17 Jahre) zogen sich leichte Verletzungen zu und wurden mit Rettungswagen in eine Klinik gebracht. Als Unfallursache nimmt die Polizei eine nicht angepasste Geschwindigkeit auf regennasser Fahrbahn an.

Bereits zwei Tage zuvor war an fast der gleichen Stelle ein Autofahrer aus Osnabrück verunglückt. Der 34-Jährige war mit einem Opel Astra ebenfalls in Richtung Rohdental unterwegs, als er auf regennasser Fahrbahn die Kontrolle über den Wagen verlor. Der Opel schleuderte über die Gegenfahrbahn und überschlug sich am Straßenrand. Der Fahrer wurde leicht verletzt.

Bei einem weiteren Unfall blieb es glücklicherweise bei Blechschäden. Wie die Polizei jetzt mitteilte, stießen am Montag, 20. November, gegen 6 Uhr zwei Autos auf der Landesstraße zusammen. Ein Mercedes-Fahrer aus Stade (38 Jahre) hatte in Höhe des Asphaltwerks auf die Bremse getreten. Folge: Der Wagen brach aus, drehte sich um die eigene Achse und krachte mit einem entgegenkommenden Transporter zusammen.

„Die Unfälle häufen sich tatsächlich in diesem Bereich“, bestätigt Polizeihauptkommissar Matthias Feldmann. Der Beamte muss es wissen. Er ist „Sachbearbeiter Verkehr“ in der Polizeiinspektion. Bei ihm laufen alle gemeldeten Verkehrsunfälle auf und werden in einer Statistik festgehalten. Feldmann ist aufgefallen, dass sich nahezu alle ihm bekannten Verkehrsunfälle auf der Gefällstrecke bei Nässe oder Winterglätte ereignet haben. „Die Unfallursache liegt sicherlich mit an der Witterung“, glaubt der Verkehrsexperte. Diese Unfälle habe es fast durchweg an Herbst- und Wintertagen gegeben, so Feldmann. Im Mai 2016 gab es eine Ausnahme, als eine von einem Seitenweg auf die Landesstraße einbiegende Pkw-Fahrerin einem Motorradfahrer die Vorfahrt nahm.

Am Straßenbelag soll es laut der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr nicht liegen. „Die Fahrbahn ist in Ordnung und griffig“, sagt Markus Brockmann, Chef des Geschäftsbereichs Hameln. Brockmann geht davon aus, dass sich demnächst die Verkehrskommission mit der Situation am Rohdener Berg auseinandersetzen wird. Das Gremium, dem Vertreter von Straßenbaubehörde, Polizei und Straßenverkehrsamt angehören, trifft sich monatlich. „Wir werden uns das sicherlich anschauen, um es bewerten zu können“ meint Andreas Stemme, Leiter des Straßenverkehrsamtes in Hameln. Von einer Auswertung, um geeignete Abhilfemaßnahmen einleiten zu können, spricht auch Matthias Feldmann. Wie die aussehen könnte, vermag allerdings noch keiner der Experten zu sagen. Von einem Tempolimit von 70 oder 80 Stundenkilometer im kurvigen Bereich der Landesstraße spricht noch keiner.

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