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„Vandalismus hat zugenommen“ / Mehr Polizeistreifen sollen für Abschreckung sorgen

Gefährliche Straßenfalle wird zum Politikum

Hessisch Oldendorf (tk). Ein Loch klafft, wo sonst im Rinnstein an der Bergstraße, Ecke Greitstraße in Hessisch Oldendorf ein Kanaldeckel sein sollte. Wenige Meter weiter liegt er in einem städtischen Beet. Unweit davon sind Gitterroste für den Ablauf von Regenwasser entfernt worden. Die metallene Reiherfigur, Zierde einer angrenzenden Gartenterrasse, ist ganz verschwunden. Unbekannte haben auf ihrem nächtlichen Streifzug eine Spur der Verwüstung angerichtet.

veröffentlicht am 19.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 02:41 Uhr

Eine Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer: Dieser Kanaldeckel war
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„Das ist nicht mehr lustig“

Ortsbürgermeister Claus Clavey reicht es nun. Es sei nicht das erste Mal, dass so etwas vorkommt. Bereits im Juli ereignete sich ein ähnlicher Fall. Damals wurde sogar der große Gullydeckel mitten auf der Bergstraße entfernt. „Langsam ist Schluss“, meint Clavey, „das ist nicht mehr lustig.“ Er hat Strafanzeige bei der Polizei gestellt – gegen Unbekannt. Im Visier hat er Jugendliche: „Junge Leute hauen manchmal über die Stränge. Wenn es aber in Verkehrsgefährdung ausufert, dann hört der Spaß auf, denn dies ist ein Straftatbestand, da Fußgänger, Radfahrer und auch Pkw-Fahrer schwere Verletzungen erleiden können.“ Ein solcher Fall war gerade erst in Stadthagen passiert. Dort hatten Jugendliche in der Nacht einen Gully-Deckel angehoben und auf die Fahrbahn gelegt. Prompt fuhr eine 19-Jährige gegen das schwere Hindernis. Es entstand erheblicher Sachschaden, die Fahrerin war geschockt.

Richard Schultz, Polizei-hauptkommissar in Hessisch Oldendorf, gibt dem Ortsbürgermeister recht. „Gerade in der Dunkelheit kann ein fehlender Gully-Deckel eine ernsthafte Gefahrenquelle sein, die man leicht übersieht.“ Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr nennt sich das Vergehen und hat ernsthafte Konsequenzen. Auch Schultz kann sich Jugendliche als die Täter vorstellen: „Jugendliche handeln oft unüberlegt, ohne an die Folgen ihres Verhaltens zu denken“, erklärt er. „Wenn dann noch Alkohol im Spiel ist, siegt der Übermut gegen den Verstand.“ Vorerst seien dies aber nur Spekulationen, denn noch seien keine Täter ermittelt.

Mit seiner Anzeige will Clavey nun ein Beispiel geben und ruft alle Bürger dazu auf, in solchen Fällen Anzeige zu erstatten, in der Erwartung, dass die Polizei in der Kernstadt, insbesondere Freitag und Sonnabend, in der Nacht öfter Streife fährt.

Von den Hessisch Oldendorfern verlangt er damit viel. Clavey weiß selbst, wie viel Ärger mit einer solchen Anzeige verbunden ist. „Erst dauert die Aufnahme des Falles geschlagene 40 Minuten, und nach drei Wochen bekommt man ein lapidares Schreiben, dass der Fall eingestellt wird“, meint der Ortsbürgermeister. Dennoch sei es wichtig, sich davon nicht abhalten zu lassen, nur so könne man die Polizei dazu bewegen, häufiger zu patrouillieren. Clavey glaubt an den Abschreckungseffekt, den die Präsenz der Polizei hat.

Anlässe gäbe es genug, sagt der Ortsbürgermeister. Von den 23 Ortsteilen sei die Kernstadt am stärksten von solchen Vorkommnissen betroffen. Dabei müsse die Polizei nur mal öfter an der Kreissporthalle vorbeifahren – ein Treffpunkt für viele Jugendliche in Hessisch Oldendorf. An Beispiele blinden Vandalismus in der letzten Zeit kann sich Clavey gut erinnern. Er denkt an das Dach des TuS-Heims, das kaputtgeschlagen wurde, oder an die Verwüstung im Schützenhaus, wo die Täter sogar in den Innenraum koteten. „Der Vandalismus in der Stadt hat zugenommen“, da ist sich Clavey sicher.

Externer Security-Dienst Thema im Ausschuss

Wie weit es mit der Zerstörungswut schon gekommen sei, zeige das Beispiel der VfL-Halle, erklärt er. „Dort ist eine extra Security-Firma beschäftigt, um das Objekt zu beschützen.“ Auch auf einer Ausschusssitzung sei ein externer Schutzdienst schon Thema gewesen. Der Vorschlag lautete, auch für städtische Bereiche einen Security-Dienst anzuheuern. Claveys Antwort: „Wozu sollen wir zusätzliches Geld für eine Schutzmannschaft ausgeben, wenn wir doch eine Polizei vor Ort haben?“ Polizeihauptkommissar Schultz entgegnet: „Die Polizei-Präsenz in der Stadt ist vollkommen ausreichend.“ Clavey möchte nun eine Statistik über die verübten Straftaten im Hessisch Oldendorfer Stadtgebiet haben. Dazu wird er sich an die Polizei wenden, notfalls auch über den Umweg des Bürgermeisters. „Wir sind zwar nicht Berlin oder Hameln, aber für einen so kleinen Ort passiert hier zu viel.“ Die Statistik soll belegen, was Clavey annimmt – einen Anstieg der Straftaten. Sie soll die Bürger auch faktisch davon überzeugen, alle Delikte zu melden und nicht im Dunkeln zu lassen.



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