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Überschwemmungen oft die Folge

Gartenabfall am Bach – da wird es gefährlich

Hessisch Oldendorf (pj). Es ist eigentlich so einfach: In regelmäßigen Abständen fährt der Lastwagen des Landkreises durch die Straßen, um Grünschnitt abzuholen. Kostenfrei ist dieser Service. Nichts bezahlen müssen auch all die, die ihren Grünschnitt zur Kompostierungsanlage der Stadt bringen. Dennoch gibt es Einwohner in Stadt und Ortsteilen, die das, was in der Wachstumsperiode anfällt, anderweitig entsorgen. Im Wald, im Feld und schlimmstenfalls am Ufer der Bäche.

veröffentlicht am 20.07.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 14:21 Uhr

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Und das bringt nicht nur Manfred Bebermeier von der Stadtverwaltung in Rage. Denn es ist höchst gefährlich, was da geschieht. Nicht unbedingt für den, der widerrechtlich entsorgt, selbst, aber für die Unterlieger an Fließgewässern. Als Manfred Bebermeier in anderer Sache in einem Hessisch Oldendorfer Ortsteil unterwegs war, kam er kürzlich darauf zu, als ein Gartenbesitzer Grasschnitt ans Ufer eines Baches schüttete, machte ihn darauf aufmerksam, dass dies verboten sei. „Das mache er schon immer so, nach dem nächsten Regen sei der Haufen weg“, habe der ertappte Umweltsünder geantwortet, erklärt der Mitarbeiter der Stadt.

Warum der Grünabfall nicht an die Straße gestellt oder zum Kompostplatz gebracht werde, wollte Bebermeier wissen. „Zu viel Arbeit“ und „zu umständlich“, beinhalteten die Antworten. Was blieb dem Mitarbeiter der Stadt da anderes übrig, als den Landkreis als Untere Wasserbehörde einzuschalten?

Auch die Verantwortlichen des Unterhaltungsverbandes Exter-Wesertal, der für Gewässer II. Ordnung zuständig ist, kennen das Problem. Alljährlich bei den Bachschauen, die im Frühjahr durchgeführt werden, müssen Anlieger ermahnt werden. Oft sind es Laubhaufen und Baumschnitt, den sie am Ufer aufgeschichtet finden. Der Grünschnitt allein würde vielleicht noch weggespült. Werden aber bei starkem Wind auch noch abgebrochene Äste mitgerissen, setzen sich schnell die Durchlässe an Brücken zu. Das Wasser staut sich, der Bach tritt übers Ufer und überschwemmt das umliegende Land sowie Gärten und läuft in Keller und Wohnungen.

Die Gesetzeslage ist klar, die Ablagerung von Gegenständen, die den Wasserabfluss behindern oder die fortgeschwemmt werden können, ist verboten. Unerlaubte Handlungen im Gewässerrandstreifen können für den Verursacher teuer werden, denn es drohen Geldbußen. Die Erfahrung zeige, dass die betroffenen Grundstückseigentümer meist einsichtig sind und nicht erst Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet werden müssen, erklären Verantwortliche des Unterhaltungsverbandes.

Manfred Bebermeier von der Stadtverwaltung sucht immer wieder das Gespräch auch mit Anrainern kleinerer Bäche, die nicht in die Zuständigkeit des Unterhaltungsverbandes fallen. „Denn selbst bei einem kleinen Bach ist die Gefahr groß“, weiß er. „Ich möchte das Bewusstsein für die Gefahr wecken.“ Das Ablagern von Grünschnitt und Gartenabfällen am Ufer beschäftigt Mitarbeiter der Stadtverwaltung auch noch in anderer Hinsicht, wie er ausführt. „Zu dem Grasschnitt kommt dann noch Obst, das dort hingekippt wird. Es dauert nicht lange, dann sind Ratten da – und nun werden wir wieder gerufen, um etwas gegen die Rattenplage zu tun.“



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