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Mit Lesereisen Neugier auf Welt der Bücher wecken / Schwindeleien wie beim Lügenbaron von Münchhausen

Gänsehaut im Keller – Spaß auf dem Dachboden

VON ANNETTE HENSEL

veröffentlicht am 15.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 11:41 Uhr

„Ist das hoch“, staunen die Kinder beim Blick aus dem Dachbodenfenster.
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Hessisch Oldendorf. Krimskrams sowie uralte Marmelade – das fällt Sechs- bis Zehnjährigen auf die Frage ein, was bei ihnen zu Hause im Keller aufbewahrt werde. Nichts davon steht im Kellergewölbe des Münchhausenschlosses. Dort liest ihnen Anja Förster im Kerzenschein die Geschichte vom kleinen Sockengespenst vor, das sich an einem schaurig-schönen Gruselgeschichten-Abend kichernd zu drei Freundinnen gesellt.

Sofort steigen die Kinder in die Erzählung ein, sorgen mit leisen Heul- und Pfeiftönen für die angemessene akustische Kulisse. Das Gespenst verrät, dass es zur Geisterstunde durch Wände gehe, Kindern Luft ins Gesicht puste oder so laut schnarche, dass sich die Balken biegen. Seine Lieblingsspeise: einzelne Socken aus der Waschmaschine, etwa kleine, stinkende Sportsocken von Kindern. „Bei uns fehlen auch immer wieder Socken“, werfen die jungen Zuhörer sogleich ein. Alle dürfen volle Pulle gespenstische Laute von sich geben, bevor es über eine Steintreppe nach oben geht.

„Vom Keller bis zum Dachboden“ lautet der Titel der Sommerferienpass-Veranstaltung des Culturvereins. Offen lässt die Ankündigung, wie sich dieser Weg gestaltet. Dank Familie Diers-Möllers Gastfreundlichkeit und der Mitwirkung des Lesekreises organisiert die Vorsitzende des Culturvereins, Barbara Jahn-Deterding, eine Geschichten-Reise für Kinder, eben vom Keller bis zum Dachboden des Münchhausenschlosses in der Hessisch Oldendorfer Weserstraße.

Ebenerdig lässt sich die Gruppe in einer Scheune auf dem Hof nieder, in der kurz zuvor noch ein Trecker gestanden hat. Um einen solchen, nämlich den alten Trecker Gustav geht es in der Geschichte von Annette Hensel, die alle Zuhörenden mit in die Handlung einbezieht. Gemeinsam gelingt es, den alten, verrosteten, auf einem Feld zurückgelassenen Gustav wieder aufzumöbeln und zum Schmuckstück eines Kinderspielplatzes werden zu lassen.

„Nächste Woche ist Heiligabend“, schwindelt Dr. Uwe Förster in Käpt’n Blaubär Manier. Damit leitet er über zum Lügenbaron von Münchhausen, der vor 250 Jahren gelebt hat und so wie jetzt die Kinder gemütlich auf der Terrasse des ehemaligen Ritterguts gesessen haben könnte. Bevor er ihnen Münchhausens „Mondreise“ vorliest, lädt Dr. Uwe Förster zu einem historisch aufschlussreichen Gang durch den Park entlang der Schlossfassade ein. Unterhalb eines Erkers hält er inne, behauptet, darin hätte sich einst das Plumpsklo befunden, dessen Inhalt, klein wie groß, direkt in der vorbeifließenden Weser gelandet sei. „Wahr oder gelogen?“, fragt er. Nur sechs der Kinder glauben, dass es sich so zugetragen hat – sie liegen richtig.

Durch den Schlossturm steigt die Gruppe auf den Dachboden, wird mit einem traumhaften Blick auf den Park belohnt. Die Kinder erwartet zum Ende dieser Reise ein Flug mit Astrid Lindgrens „Karlsson vom Dach“ zu seinem Haus hinter dem Schornstein nebst Kostprobe seiner Lieblingskekse. Mit glänzenden Augen folgen die Mädchen und Jungen gebannt der Geschichte und grinsen breit, wenn Karlsson mal wieder Unfug macht. Vielleicht führt den ein oder anderen ja demnächst der Weg ans Bücherregal, in die Stadtbücherei oder in einen Buchladen?

Die erste Lesereise, zu der Hessisch Oldendorfs Culturverein in den Sommerferien eingeladen hatte, führte bei der Premiere im vergangenen Jahr zu den Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde. Für viele der Mädchen und Jungen, die diesmal den Weg vom Keller bis zum Dachboden mitgegangen sind, steht fest, dass sie auch im nächsten Jahr wieder dabei sein wollen. Wohin die Reise dann führen wird, können die Lesenden und Barbara Jahn-Deterding allerdings noch nicht sagen.



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