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Fuhlener schwimmen auf Erfolgswelle

Fuhlen (pj). Das Motto der Dorfgemeinschaft lautet: „Jung und Alt gemeinsam für Fuhlen.“ Und das wird derzeit im Weserdorf gelebt. Es herrscht so etwas wie Aufbruchstimmung, und dies nicht erst seit dem Erfolg beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“.

veröffentlicht am 12.08.2012 um 12:38 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 12:41 Uhr

Flöße
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enschen sind bereit, Freizeit zu opfern, um gemeinsam mit dem Nachbarn, der Nachbarin oder einem Freund oder der Freundin Projekte zu verwirklichen. Und kaum ist das Schiff in Fahrt, entwickelt sich eine immense Eigendynamik.
 Vergessen sind die Jahre, in denen selbst Fuhlener sagten, ein Einsatz fürs Dorf lohne sich nicht. Oder: „Wir haben doch keine Chance.“ Jetzt sitzen montags im Wirtshaus Bücher junge und alte Dorfbewohner zusammen und überlegen, was getan werden kann, damit das Dorf noch attraktiver wird. Entscheidend für die Zukunft eines Dorfes sind für Heiko Wiebusch drei Parameter, die Lage, die Versorgung und die Attraktivität, die maßgeblich durch das Dorfleben bestimmt wird. Heiko Wiebusch muss es wissen, denn in seiner Zeit als Leader-Regionalmanager ist er in viele Dörfer des Weserberglands gekommen.
 An der Lage eines Ortes kann man nichts machen, da sind die Nähe zur Autobahn, zu einem Bahnhof, zur nächsten Stadt und auch die Versorgung vorgegeben. Es gibt im Dorf vielleicht eine Schule, einen Kindergarten, Einkaufsmöglichkeiten, Angebote für die Freizeitgestaltung und auch Arbeitsplätze. Gibt es das nicht, ist von entscheidender Bedeutung, wie weit man fahren muss, um das Angebot zu finden. Bleiben wir beim Beispiel Fuhlen: Im Ort gibt es zwar keine Einkaufsmöglichkeit, doch die Lage ist gut, die umliegenden Städte schnell zu erreichen, und selbst nach Hannover ist es über die Autobahn kein Weg aus der Welt. Im Weserdorf gibt es viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, im Sportverein, bei den Kirmesburschen, in der Feuerwehr, in der Kirchengemeinde, der Dorfgemeinschaft, der Theatergruppe und bei den Flößern. Im Dorf lebt es sich so gut, dass kaum jemand wegzieht, man nach der Ausbildung gern zurückkommt und Menschen, die als Mieter hier leben, sich kaum vorstellen können, irgendwo anders hinzuziehen oder gar dort ihr Eigenheim zu bauen.
 Dabei unterscheiden sich die Fuhlener nicht von den Bewohnern anderer Orte – auch hier hat jeder Einzelne wenig Zeit, um sich zu engagieren. Also braucht man viele, will man etwas verändern. Die Arbeit auf viele Schultern zu verteilen, das klappt im Dorf im Sonnental. Wie ist es dazu gekommen? „Zunächst haben wir ein paar Leitsätze formuliert“, erklärt Heiko Wiebusch, der in der Dorfgemeinschaft mitarbeitet. Die Dorfgemeinschaft ist das Dach, unter dem sich in Fuhlen Vereine, Verbände, Körperschaften, Kirche und alle Einwohner wiederfinden. „Ohne Integration keine Dorfgemeinschaft“, steht da als ein Leitsatz geschrieben. Alle sind angesprochen, junge und alte Dorfbewohner, Macher und Denker, Neubürger und Alteingesessene. Vielleicht hat Fuhlen da einen Vorteil gegenüber anderen Orten, denn das Dorf hat sich in den letzten Jahrzehnten ständig vergrößert. Nach dem Krieg kamen die Vertriebenen, immer wieder wurden auch danach Baugebiete ausgewiesen, weil Bauplätze gesucht wurden. Die Altfuhlener begegneten denen, die dazu kamen, immer aufgeschlossen, schnell wurden die Neubürger integriert.
 Ein anderer Leitsatz sagt: „Ohne Jugend keine Zukunft.“

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