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Wie das Süntelbad gerettet wurde / DLRG-Ortsgruppe Haddessen feiert Jubiläum

Freibad sollte zugeschüttet werden …

HADDESSEN. Dass es das Süntelbad überhaupt noch und in der heutigen Form gibt, ist das Verdienst einer großen Fangemeinde, die vor allem in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts für den Erhalt gekämpft hat. Das Süntelbad Haddessen sollte zugeschüttet werden. Mitglieder Mitglieder des Ortsrates und die DLRG-Ortsgruppe setzten sich für desen Erhalt ein. Jetzt feiert es Jubiläum.

veröffentlicht am 30.08.2018 um 18:04 Uhr
aktualisiert am 30.08.2018 um 20:50 Uhr

In den 80er Jahren sollte das Süntelbad Haddessen zugeschüttet werden. Mitglieder des Ortsrates Süntel und vor allem die DLRG-Ortsgruppe setzten sich für dessen Erhalt ein. Foto: Dana

Autor:

Peter Jahn
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Das 1939 erbaute Bad, seit Anfang der 50er Jahre in kommunaler Hand, bedurfte damals einer Grundsanierung – doch der Stadtsäckel war leer, denn der Bau der Stadthalle in Hessisch Oldendorf hat ein tiefes Loch gerissen. „Das Bad zuschütten“, fordern vor 40 Jahren einige Politiker. Mitglieder des Ortsrates Süntel und vor allem die DLRG-Ortsgruppe sowie eine starke Bürgerinitiative machen Druck auf die Stadtväter, setzen sich zusammen und überlegen, wie das Freizeitzentrum gerettet werden kann.

Die notwendige Sanierung des Beckens und der Einbau einer Filteranlage, das ist ein dicker finanzieller Brocken, den es zu stemmen gilt. Noch allzu gut erinnert sich Heinz Beißner an diese Situation. Der heutige Vorsitzende des Trägervereins Süntelbad weiß in dieser prekären Situation Rat. Der damalige Ratsherr, der sich in finanziellen Dingen gut auskennt, macht den Stadtkämmerer Wilhelm Kuhlmann darauf aufmerksam, dass im Zusammenhang mit dem Bau der Stadthalle eine halbe Million Mark bei der Vorsteuer gespart werden kann. Beißner verlangt im Gegenzug, dass die Stadt sich bei der Sanierung des Schwimmbades revanchiert.

Gesagt, getan: 1982 wird in wochenlanger Vorarbeit das Notwendige getan, damit die Beckenränder und der Fußboden neu betoniert werden können. Alles ehrenamtlich, versteht sich. Auch die sanitären Anlagen, Umkleidekabinen, Kiosk und DLRG-Heim entstehen neu. Und noch etwas kommt hinzu: In einer Nacht- und Nebelaktion wird der Bau eines Planschbeckens vorbereitet. Als die Betonfahrzeuge anrücken, lässt der damalige Bauleiter, der Ratsherr Wilhelm Lindenberg aus Höfingen, auch die vorbereitete Schalung füllen. Seitdem können sich die Kleinsten im „Willi-Pool“ tummeln.

Beliebt bei den Besuchern: das Süntelbad in Haddessen. Foto: pj
  • Beliebt bei den Besuchern: das Süntelbad in Haddessen. Foto: pj

Mit dem Engagement der Stadt Hessisch Oldendorf ist es in den folgenden Jahren vorbei. 1999 wird deshalb der Trägerverein gegründet. Was liegt näher, als den Mann, dem die Grundsanierung zu verdanken ist, zum Vorsitzenden zu wählen. Heinz Beißner erzählt, dass der Trägerverein jährlich in den Erhalt der Freizeiteinrichtung an der Verbindungsstraße zwischen Pötzen und Haddessen investiert. Meist gilt es nur, notwendiges Material zu kaufen. „Wir haben in vielerlei Hinsicht fachlich versierte Kräfte in unseren Reihen, das macht es nicht kostenintensiv, da sich viele ehrenamtlich Stunden investieren“, freut er sich.

Wir haben in vielerlei Hinsicht fachlich versierte Kräfte in unseren Reihen.

Heinz Beißner, Vorsitzende des Trägervereins

Es bleiben natürlich noch genügend Ausgaben. Das Süntelbad ist sonnenbeheizt. Und so wird es auch in Zukunft bleiben. Es wurde zwar über eine Photovoltaik-Anlage zur Erwärmung des Wassers im Schwimmbecken nachgedacht, „doch dies ist im Moment nicht zu finanzieren“, betont Beißner. Es ist zwar Geld in der Kasse, „da neben den Beiträgen der Mitglieder des Trägervereins – das sind derzeit rund 190 – erfreulicherweise auch immer wieder Spenden von Firmen und Privatleuten eingehen. Eine Photovoltaik-Anlage würde uns rund 20 000 Euro kosten, das Geld haben wir nicht.“ Die jährlichen Kosten zur Unterhaltung des Bades belaufen sich auf rund 35 000 Euro. Die Stadt hat sich nach der Übernahme durch den Trägerverein nicht ganz aus der Verantwortung gestohlen, es wird eine jährliche Unterstützung von rund 22 000 Euro gewährt.

Einen warmen Regen für die Kasse des Trägervereins bedeutet die diesjährige Badesaison. Knapp 12 000 Besucher, das ist Rekord. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir in den letzten 20 Saisons so viele Badbesucher hatten“, freut sich der Vorsitzende. Auch der Zeltplatz unterhalb des Bades wurde in den Ferien gut angenommen und die Schutz- und Wanderhütte mit dem Grill bringt übers Jahr einige Euro ein.

Es gibt deshalb am Wochenende neben dem Jubiläum zum 50-jährigen Bestehen der DLRG-Ortsgruppe Haddessen und nach dieser Supersaison allen Grund zum Feiern.

Das Fest beginnt am Sonnabend, 1. September, um 21 Uhr mit Rock- und Country-Klassikern der letzten 50 Jahre. Es spielt die Band „Reher Klinik“. Es kann übrigens bis in die Nacht gebadet werden. Am Sonntag geht es um 13 Uhr mit Vorführungen auf dem Wasser weiter. Für Unterhaltung sorgen nach dem offiziellen Festakt um 14 Uhr Vorführungen und musikalische Darbietungen.



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