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In Sachen Gleichstellung hinken Politiker in der Stadt hinterher / Ein Programm soll das ändern

Frauen an die Macht

Hessisch Oldendorf. „Das ist ein super Ergebnis, damit haben wir mindestens vier Tandems.“ Stephanie Wagener ist sichtlich erfreut, als ihr Caroline Prasuhn aus Rumbeck das Anmeldeformular für die Teilnahme am Programm „Politik braucht Frauen“ der niedersächsischen Landesregierung in die Hand drückt.

veröffentlicht am 01.11.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 11:41 Uhr

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Autor:

Barbara Jahn-Deterding
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Bei diesem Programm würden Frauen ohne kommunalpolitische Erfahrung von Politikern aus Orts-, Stadträten oder Kreistagen in die Ratsarbeit eingeführt, erklärt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Hessisch Oldendorf. Ziel sei es, Frauen für eine Kandidatur bei den Kommunalwahlen 2016 zu interessieren. Landesweit sind Frauen zu 22,6 Prozent in den Stadt- und Ortsräten vertreten, in Hessisch Oldendorf liegt der Anteil der Frauen im Stadtrat bei 18,75 Prozent und in den Ortsräten zwischen 7,69 und 30,70 Prozent.

Tandempartner von Caroline Prasuhn ist Karlheinz Gottschalk. Der Fraktionsvorsitzende der CDU im Stadtrat freut sich darauf, die Nachwuchspolitikerin während des einjährigen Programms zu begleiten: „Der CDU-Vorstand und die Ratsfraktion hatten sich Anfang diesen Jahres zum Ziel gesetzt, den Weg für die nachrückende Politikgeneration frühzeitig freizumachen und neuen Gedanken und Strukturen den entsprechenden Raum einzuräumen“, sagt Gottschalk. Zu den Strukturveränderungen gehöre auch das Ziel, mehr Frauen für die Unionspolitik zu begeistern. „Das Mentoring-Programm passt daher ideal in unser Konzept. Aus diesem Grund war es für mich persönlich eine Selbstverständlichkeit, mich als Mentor zur Verfügung zu stellen“, sagt Gottschalk weiter.

Bereits zum zweiten Mal nimmt Rosemarie Kreiensen als Mentorin einen Neuling – bei dem Programm heißen sie Mentees – unter ihre Fittiche. Die SPD-Politikerin aus Fischbeck hat vor der Kommunalwahl im Jahr 2010 Martina Schaper aus Höfingen begleitet, die mittlerweile stellvertretende Ortsbürgermeisterin der Ortschaft Süntel ist. Kreiensen sieht in dem Engagement „einen Nutzen auch für uns Mentoren. Wir bekommen auf verschiedene Dinge eine neue Sicht. Für die Mentees ist es möglich, von unseren Erfahrungen zu profitieren, wir können ihnen unsere Netzwerke öffnen, ihnen unser Wissen weitergeben“.

Die Fischbeckerin bekam Sarah Schneider aus Pötzen als Tandempartnerin zugeteilt, während die SPD-Politikerin Waltraud Ahrens das Mentoring-Programm mit Wiebke Binder aus Friedrichshagen absolvieren wird. „Ich versuche einzuschätzen, dass es zwischen den Partnern parteipolitisch passt, dann ist das Miteinander für beide Seiten angenehm“, erklärt Wagener, die das Programm für die Stadt begleitet.

Angenehm wird es mit großer Wahrscheinlichkeit für Sabine Eikmeier-Quindt, denn sie sagt: „Ich habe Waltraut Brümmer schon immer geschätzt, die Chemie zwischen uns stimmt, und ich freue mich darauf, von ihr viele Dinge zu erfahren.“ Die Hessisch Oldendorferin wünscht sich, dass das Training durch die Grünen-Politikerin erfolgreich sein wird, „denn alleine kann man doch nichts erreichen. Wenn ich mich dann politisch engagieren könnte, würde ich das im Bereich Jugend und Soziales tun“.

Ob im Januar ein fünftes Tandem an den Start gehen wird, möchte sich Dagmar Heisterhagen noch überlegen. Die Kernstädterin sagt: „Ich will politisch etwas machen und suche eine Möglichkeit, mich einzubringen. Interessiert bin ich besonders an den Bereichen Gesundheit und Soziales.“ An einem Mentor jedenfalls müsste ihre Teilnahme am Programm „Politik braucht Frauen“ nicht scheitern, denn Stephanie Wagener macht deutlich, dass sie „da auf jeden Fall noch Möglichkeiten habe“.

Bleibt zu wünschen, dass für die Teilnehmerinnen am Mentoring-Programm dann auch vor der Kommunalwahl im Jahr 2016 der eine oder anderen langjährige Politiker bereit sein wird, auf eine Kandidatur zugunsten einer Nachwuchspolitikerin zu verzichten.



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