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Chefin des Sozialen Senioren Dienstes spricht über alternde Gesellschaft

Frau Schaper, wo sehen Sie Hessisch Oldendorf in 20 Jahren?

Höfingen. Als „herausragendes Leuchtturmprojekt 2013 für bürgerschaftliches Engagement“ wurde der Soziale Senioren Dienst (SSD) in Höfingen kürzlich von dem Unternehmen Westfalen Weser Energie ausgezeichnet. Seit 2010 bietet die gemeinnützige Einrichtung der Altenhilfe ambulante Hilfe bei allem, was den Alltag zu Hause leichter macht – dank ehrenamtlicher Helfer kostengünstig. „Hintergrund der Auszeichnung ist, dass wir ab Mai im Verbund mit der Ländlichen Erwachsenenqualifizierung Hameln-Pyrmont Ehrenamtliche zu Seniorenbegleitern ausbilden werden“, sagt Martina Schaper, die Geschäftsführerin des Sozialen Senioren Dienstes. Die Seniorenbegleiter ermöglichen es Älteren und Behinderten, stärker am sozialen und kulturellen Leben teilzunehmen. Im Interview spricht Schaper über die Bedeutung ihrer Arbeit und warum der demografische Wandel auch eine Chance sein kann.

veröffentlicht am 07.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 04:41 Uhr

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Frau Schaper, wo sehen Sie Hessisch Oldendorf in 20 Jahren?

Wir selbst haben es in der Hand, unsere Stadt zu gestalten. Ich sehe zwei Möglichkeiten: Die erste ist, die demografische Entwicklung als Chance zu sehen. Das Weserbergland im Allgemeinen und Hessisch Oldendorf im Besonderen kann sich als Gesundheitsregion definieren. Dann müssten wir in Infrastruktur investieren. Lassen Sie uns beispielsweise die Rad- und Wanderwege ausbauen und versuchen wir, Gastronomie an diese Radwege zu holen, die es im Übrigen andernorts bereits erfolgreich gibt. Wir sollten mit dem Pfund Natur, Landschaft und Geschichte wuchern.

Welche Ideen haben Sie noch?

Zum anderen halte ich es für unerlässlich, Hessisch Oldendorf für junge Familien attraktiver zu machen. Der Weg mit dem Familienbüro ist ganz bestimmt der richtige, das allein reicht aber noch nicht.

Wie lässt sich der demografische Wandel Ihrer Meinung nach gestalten?

Die einzige Chance, die ich sehe, die Entwicklung im Landkreis aufzuhalten oder gar zu drehen, ist der Ausbau und die Erweiterung der Hochschule Weserbergland. Naturgemäß kommen viele junge Menschen dadurch in die Region, einige würden auch hierbleiben, wenn wir für sie und ihre Familien das geeignete Umfeld bieten. Und wenn wir für junge Menschen attraktive Rahmenbedingungen schaffen, haben wir zugleich die Chance, Unternehmen anzuziehen.

Welche Chancen sehen Sie in einer alternden Gesellschaft?

Wir müssen versuchen, das Leben in der ländlichen Region für alle Altersgruppen erstrebenswert zu machen oder zu erhalten. Manch älterer Mensch kann durch unsere Hilfe in seinen eigenen vier Wänden bleiben, auch wenn er nicht mehr mobil ist. Das möchten wir gerne noch ausbauen, denn wir schaffen dadurch auch Verdienstmöglichkeiten für Arbeitnehmer im ländlichen Raum.

Welche Risiken sehen Sie?

Wenn wir nichts tun, werden wir den Anschluss verlieren und am Ende so dastehen wie bereits einzelne Regionen im Osten, wo ganze Ortschaften aufgegeben werden müssen.

Wie möchten Sie eigentlich im Alter leben?

Die Strukturen versuche ich heute und in Zukunft anzulegen und denke, die irgendwann auch selbst zu nutzen. Wenn wir bei Ihrer Frage bleiben, wo ich mich selbst sehe in 20 Jahren, dann mit 70, möchte ich auf jeden Fall selbstbestimmt leben, vielleicht in einer Senioren-WG. Die passenden Mitstreiter muss man sich beizeiten suchen, jedenfalls nicht erst, wenn man selbst pflegebedürftig ist. Wir haben einige Kunden, die sagen: „Wir brauchen Ihre Hilfe heute zwar noch nicht, es ist aber ein gutes Gefühl, Sie an unserer Seite zu wissen.“ Genau das ist es! Ich möchte später das Gefühl haben, dass da jemand ist, auf den ich mich im Notfall verlassen kann.Interview: Annette Hensel



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