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Kritik an Formulierung der Eltern-Initiative: Landkreis fragt lediglich grundsätzliches Interesse ab

„Fragebogen ist keine Abstimmung zur IGS“

Hessisch Oldendorf (ll). Der Landkreis Hameln-Pyrmont hat derzeit eine Umfrage zum Bedarf einer Integrierten Gesamtschule (IGS) in Hessisch Oldendorf im Umlauf. Noch bis zum 2. September sind Eltern von Grundschülern dazu aufgerufen, ihr Interesse an der Errichtung einer IGS schriftlich zu bekunden. Seit langem besteht eine Eltern-Initiative, die für eine IGS in Hessisch Oldendorf wirbt. An dieser Vorgehensweise der Initiative wird jedoch Kritik laut.

veröffentlicht am 27.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 10:41 Uhr

Landkreis-Fragebogen zu einer möglichen IGS in Hessisch Oldendorf: Die Umfrage ist keine grundsätzliche Abstimmung für oder gege
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„Die IGS-Initiative informiert meiner Ansicht nach missverständlich über Zweck und Ziel der Umfrage“, sagt Markus Kluba, ehemaliger stellvertretender Leiter der Planungsgruppe der IGS in Hameln. Die in dem Infoschreiben der Initiative gewählten Formulierungen können laut Kluba den Eindruck erwecken, dass es sich bei der Landkreis-Umfrage um eine Abstimmung handele.

Der Fragebogen diene ausschließlich lediglich der Bedarfsermittlung, lautet Klubas Einwand. „Durch das Schreiben der Initiative werden die Eltern mehr oder minder dazu aufgefordert, im Fragebogen ,Ja’ anzukreuzen, obwohl ein tatsächliches Interesse an einer Anmeldung in Hessisch Oldendorf nicht gegeben ist“, so Kluba.

Zur Formulierung der Initiative: An den heute bestehenden Gesamtschulen möchten Jahr für Jahr mehr Eltern ihre Kinder einschulen lassen als Plätze angeboten werden, argumentiert die IGS-Initiative in ihrer Information für den Standort Hessisch Oldendorf. Weiter heißt es in dem Schreiben, das an den Grundschulen in Hameln-Pyrmont verteilt worden ist: „An der bisher landkreisweit einzigen IGS in Hameln gab es 226 Anmeldungen, aber nur 141 Plätze. Kinder aus dem Stadtgebiet Hessisch Oldendorf und dem näheren Einzugsgebiet, die zur IGS Hessisch Oldendorf gehen könnten, würden in Hameln das Platzangebot positiv beeinflussen. Deshalb brauchen wir Ihre Stimme für die IGS Hessisch Oldendorf.“

Kluba macht auch deutlich, dass er als ehemaliger stellvertretender Leiter der IGS-Planungsgruppe „ein unbedingter Befürworter der Schulform IGS“ ist. Aus seiner Sicht könne aber durch eine verfälschte Bedarfserhebung, wie sie durch das Schreiben der Initiative zu befürchten sei, sowohl dem Landkreis Hameln-Pyrmont als auch „der Sache IGS“ ein nicht unerheblicher Schaden zugefügt werden.

„Eine IGS in Hessisch Oldendorf ist aus wirtschaftlichen und schulpolitischen Gründen nur dann sinnvoll und überlebensfähig, wenn sie auch entsprechend genutzt wird. Eine IGS, die zu wenig Anmeldungen hätte, wäre auf Dauer finanziell mindestens bedenklich“, so Kluba. Auch konzeptionell benötige eine IGS eine gewisse Schülerzahl, um zum Beispiel eine Oberstufe anbieten zu können. „Wenn jetzt Eltern aufgrund des Briefes der Initiative für eine IGS stimmen würden, obwohl sie diese gar nicht tatsächlich nutzen wollen, könnte es dazu kommen, dass in 1 bis 2 Jahren eine IGS in Hessisch Oldendorf startet, die deutlich zu wenig Anmeldungen hätte“, befürchtet Kluba.

Initiativen-Sprecher Reinhard von Aulock betont hingegen, dass es der Initiative darum gehe, Eltern dazu aufzurufen, „ihre Stimme dem Kind zu geben“.

Für von Aulock ist die Landkreis-Befragung eher ein Instrument, um festzustellen, ob die Eltern sich mehrheitlich für die neue Oberschule entscheiden, „oder für eine IGS in Hessisch Oldendorf“ sind. Letztlich gehe es darum, Hessisch Oldendorf als Schulstandort zu stärken. Das Interesse bei den Veranstaltungen zur IGS sei bislang „ungeheuer groß“ gewesen. Die IGS-Initiative plant weitere Informationsveranstaltungen: unter anderem am Mittwoch, 31. August, 19 Uhr, in der Grundschule Fischbeck. Weitere Termine im Internet unter: www.igs-ho.de



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