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Koordinationsbüro ins Rathaus verlegt / Stelle soll verlängert werden

Flüchtlingsarbeit wird intensiviert

HESSISCH OLDENDORF. Ali Gürpinar vom Koordinationsbüro Flüchtlingshilfe ist umgezogen, sein Büro ist nicht mehr an der Weserstraße, sondern in der zweiten Etage des Rathauses. Dort kann er intensiver mit der Mitarbeiterin zusammenarbeiten, die bei der Stadt für die Unterbringung von Asylbewerbern zuständig ist.

veröffentlicht am 06.02.2018 um 11:31 Uhr
aktualisiert am 06.02.2018 um 13:10 Uhr

Auch das gehört zu seinen Tätigkeiten: Beim letzten Nähkurs hilft Ali Gürpinar sofort, als die Nähmaschine jener Teilnehmerin aus Syrien streikt. Foto: ah
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Annette Hensel Reporterin
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An der Weserstraße finden jetzt die Sprachkurse und andere Integrationsprojekte sowie die Sprechstunde der Flüchtlingssozialarbeiterin statt.

Seit April 2016 Mitarbeiter der Verwaltung, liegt Gürpinars Arbeitsschwerpunkt darin, ein Netzwerk zur Unterstützung der ehrenamtlichen Integrations- und Flüchtlingsarbeit aufzubauen und zu koordinieren. Er übernimmt die Organisation von Projekten wie Fahrradwerkstatt, Deutschkurse, Kleiderkammer oder Café international, die Ehrenamtliche betreuen, für die er Weiterbildungsmaßnahmen anbietet.

Öffentlichkeitsarbeit und Akquise weiterer Mitstreiter zählen ebenso zu seinen Aufgaben wie die Entwicklung und Weitergabe von Informationsmaterial – etwa zur Klärung behördlicher Fragen. „Ich informiere regelmäßig innerhalb des Ehrenamtsverteilers über meine Aktivitäten, damit der Kontakt erhalten bleibt“, erklärt Ali Gürpinar. Daneben beantragt er Fördergelder für neue Projekte und organisiert Kulturfahrten für Flüchtlingsfamilien und Ehrenamtliche, an denen er natürlich auch teilnimmt. „Ich bin ein Bindeglied – viele kommen erst einmal zu mir, ich sondiere dann und lotse weiter zu den zuständigen Stellen und Behörden“, sagt er.

Ich bin Bindeglied – viele kommen erst einmal zu mir, ich sondiere dann und lotse weiter zu den zuständigen Behörden.

Ali Gürpinar, Koordinator Flüchtlingshilfe

Auch wenn es weniger Flüchtlingsneuzugänge in der Stadt gibt, möchte die Verwaltung Gürpinars bis zum 31. März 2018 befristete Stelle weiterführen – allerdings den künftigen Entwicklungen angepasst. Was in der Theorie „Koordinierung und Unterstützung der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit und Integration“ genannt wird, bedeutet aktuell in der Praxis: Ali Gürpinar begleitet Menschen nach Abschluss der BAMF-Sprachkurse bei der Arbeitssuche, verfasst mit ihnen Lebensläufe und Bewerbungsschreiben oder vermittelt Kontakte zum heimischen Gewerbe. Auf Deutsch und Arabisch verfasst, hängen in seinem Büro zur Orientierung Plakate mit unterschiedlichen Ausbildungsmöglichkeiten und Studiengängen aus. Des Weiteren fungiert er bei Familienzusammenführungen als Ansprechpartner – zuletzt bei einer zehnköpfigen Familie, für die es nach wie vor viel zu regeln gibt. Der Ausbau der integrativen Flüchtlingsarbeit gehört zu seinen Schwerpunkten. Ziel ist es, Kommunikation und Kontakt zwischen unterschiedlichen Kulturen anzubahnen und die Angebote auch für die deutsche Bevölkerung zu öffnen. Deshalb appelliert er: „Liebe Ehrenamtliche, haben Sie ein integratives Angebot? Ich unterstütze Sie gerne bei der Organisation und kann einen Raum zur Verfügung stellen.“ Im gleichen Atemzug stellt er klar: „Ehrenamt bedeutet nicht, dass Sie jede Woche verpflichtend zur Stelle sein müssen – wir freuen uns, wenn Sie sich nach Kraft und Interesse in der Flüchtlingsarbeit einbringen.“

Dass Gürpinars Arbeit Früchte trägt, zeigt sich am Beispiel Café international, wo Flüchtlinge in die Mitarbeit einsteigen oder des integrativen Strickkurses, in dem ein Viertel der Teilnehmer Deutsche sind. Bereits bewilligt sind die von ihm beantragten Fördergelder für einen weiteren Nähkurs und einen Theaterworkshop zur spielerischen Sprachförderung, an dem auch deutsche Kinder teilnehmen. Ein einmaliges Projekt in Kooperation mit dem DRK-Kreisverband Weserbergland ist der „Mitbringessen“-Tag am 9. März. Bei dem „Begegnungstreffen für Flüchtlinge/Migranten“ steuert jeder etwas zum Essen bei. „Im Mai ist ein Ausflug in die Schillat-Höhle geplant“, berichtet Gürpinar, der auch in Kontakt mit Vereinen steht, die Flüchtlinge in ihr Angebot einbeziehen.

Die Weiterführung der Koordinierungsstelle Ehrenamt über den Bewilligungszeitraum der Leader-Förderung hinaus steht am 8. Februar auf der Tagesordnung des Ausschusses für Schule, Familie und Sport. „Erste Schritte zur Integration sind gegangen, aber es liegt noch ein weiter Weg vor uns“, bilanziert Ali Gürpinar seine Aufgabe.



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