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Festgala zum Internationalen Frauentag bleibt hinter den Erwartungen zurück

Flotte Tänze – fades Kabarett

Hessisch Oldendorf. Seit Jahren ist die Veranstaltung zum Internationalen Frauentag in Hessisch Oldendorf mit einer Mischung aus Kabarett, Gesang, Tanz und Tombola eine feste Größe im Landkreis. Nicht fehlen darf dabei auch das Buffet mit Speisen aus aller Herren Länder wie Kuskus oder gefüllten Weinblättern, mit dem das Mädchentreff-Team stets für Gaumenfreuden sorgt.

veröffentlicht am 10.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 02:41 Uhr

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Autor:

Anette Hensel
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In diesem Jahr heißt die Trommel-AG der Grundschule Sonnental unter Leitung von Lehrerin Caroline Rudolph die 300 Besucher mit dem groovigen „Jambo Jambo“ herzlich willkommen. Rhythmisch variierend und sicher zaubern die Dritt- und Viertklässler Klänge ferner Nationen hervor und lassen spüren, wie viel Spaß Trommel-Spielen macht – ein echter Ohrenschmaus zum Auftakt des Abends. Im Anschluss erinnert die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt und Organisatorin des Abends, Stephanie Wagener, an die Einführung des Wahlrechts für Frauen vor 103 Jahren. Seither wird der Internationale Frauentag gefeiert. An das Publikum gewandt appelliert Wagener: „Wir haben zu wenig Frauen in unseren politischen Gremien. Ich würde mich sehr freuen, wenn sich mehr Frauen an der politischen Verantwortung beteiligen würden.“ Bürgermeister Harald Krüger ruft den Frauen im Baxmann-Zentrum zu: „Glauben Sie an Ihre Stärke!“

Stark ist auf jeden Fall der einzig international besetzte Programmpunkt – Zorahs Frauenchor: Seine wundervollen, vierstimmig gesungenen französischen Chansons und Spirituals gehen unter die Haut. Nicht ohne Zugabe dürfen die Sängerinnen die Bühne verlassen. Angesichts des Auftritts von Jane Zahn fühlt sich eine Frau, die erstmals der Veranstaltung beiwohnt, jedoch zur Frage genötigt: „Ist das hier etwa immer so?“ „Jede Menge Action auf der Bühne und mit den Zuschauerinnen“, hieß es in der Ankündigung – darauf wartet das aus den Vorjahren verwöhnte Publikum am Samstag vergebens. Die Kabarettistin verspricht, das „letzte Tabu unserer Gesellschaft zu brechen: Putzen“. Sie gerät ins Philosophieren über die „Pfuscherin“ und die „Systematikerin“, bevor sie im „Selbstfindungsteil“ ihres Auftritts feststellt: „Wir suchen uns – und finden uns (in der Küche) zu fad.“ Fade und trotz Klobürste und Putztuch glanzlos ist leider auch ihr Programm. Der Funke springt nicht über, von „verhalten“ bis „langweilig“ lauten die Kritiken. Es gibt wenig Grund zu lachen, obwohl Zahn mit Gitarre und starker Stimme im Stile einer Liedermacherin der 70er Jahre singt: „Mein Kichern haut den stärksten Buddha um.“ Der Beifall ist dünn, einige verlassen sogar den Saal. „Ich finde, wir Frauen werden hier zu negativ dargestellt, als ob wir nur putzen und uns selbst finden müssten“, meint eine Großenwiedenerin. Mag sein, dass Jane Zahn mit ihrer Partnerin Marina Reichenbacher, die kurzfristig ausfiel, spritziger agiert und mit den Besuchern kommuniziert hätte. Passend zum Titel ihres Programms „Sag beim Abwasch leise Servus“ endet ihr Gastspiel in der Kernstadt ohne Zugaben und ohne tosenden Applaus. Den ernten dafür die Tänzerinnen von Hanne’s Dance Company: die Moskitos mit Zöpfen und Dirndln zu schweißtreibendem Bayernpop sowie die Firegirls in Anzügen mit Glitzerkrawatten zu Gangnam Style. Als „Dessert des Abends“ von Moderatorin Sabine Bormann angekündigt, begeistern die Ladykracher mit ihren wunderschönen Fruchtkostümen mit zum Reinbeißen süßen Hüten und einer raffinierten, flotten Tanzchoreografie.

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Cool: Die Firegirls bei ihrem Gangnam-Style-Auftritt.


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