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Schon drei Mal lief Liesel Ladage beim Hannover-Marathon 10 Kilometer

Fit bis ins hohe Alter? Kein Problem!

Hessisch Oldendorf. Das neue Jahr hat begonnen, die Fitnessstudios füllen sich, etliche quälen sich mit dem Vorsatz „mehr Sport“ ab. Liesel Ladage geht das nicht so, sie ist fit wie ein Turnschuh. Im vergangenen Jahr hat sie zum sage und schreibe 47. Mal mühelos ihr Sportabzeichen in Gold errungen. „Der Standweitsprung wird langsam zur Herausforderung für mich, da macht sich mein Alter dann doch bemerkbar“, gibt sie selbstkritisch zu. Liesel Ladage ist nämlich 86 Jahre alt, eine mehr als fitte Seniorin, die jeden Tag mit ein paar Dehnübungen beginnt. Drei Mal pro Woche läuft sie in den frühen Morgenstunden sechs Kilometer. Auf ihrem Wochenplan stehen als feste Sporttermine Wirbelsäulen- und Frauengymnastik beim VfL Hessisch Oldendorf, einmal im Monat wird gekegelt. In der Freibadsaison ist sie täglich mit die Erste, die im Baxmannbad ihre Runden dreht.

veröffentlicht am 09.01.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 00:41 Uhr

Für den drahtigen Polizisten im Ruhestand, Frank-Botho Ritter (69), liebevoll „Ritter-Sport“ genannt, hatte Sport sc

Autor:

Anette Hensel
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Schon drei Mal, zuletzt 2007, ist Liesel Ladage beim Marathon in Hannover die Zehn-Kilometer-Distanz gelaufen, letztes Jahr radelte sie beim Felgenfest mal eben 112 Kilometer. „Ich fordere mich immer wieder, muss mich aber manchmal dazu aufraffen“, gesteht sie mit jugendlichem Lächeln und fügt hinzu: „An denen, die 20 Jahre jünger sind als ich, orientiere ich mich.“

Hat sie einen Tipp parat, wie man im Alter derartig fit und sportlich bleiben kann? „Genügend Schlaf, auch mittags zwei Stunden, fettarme Ernährung, viel Obst und Gemüse, nicht rauchen“, zählt Liesel Ladage auf und verrät: „Außerdem: Je mehr Sport ich treibe, um so besser sind meine Zuckerwerte.“ Sagt’s und läuft trotz rutschiger Straßenverhältnisse schnell noch eine kleine Runde...

Frank-Botho Ritter wäre ein geeigneter Gegner Stefan Raabs für die Sendung „Schlag den Raab“. Kaum eine Sportart, die er nicht ausübt oder trainiert hat: Power- und Skigymnastik, Rock’n Roll mit Ehefrau Jutta, Faust- und Handball, Jiu Jitsu – worin er als Übungsleiter und Träger des schwarzen Gürtels Kinder und Jugendliche ausbildete. In dem zwei Jahre jüngeren Christian Linke hat er einen Sportfreund an seiner Seite, mit dem er regelmäßig Renn- und Crossrad fährt oder mal eben 25 Kilometer durch den Wald über den Hohenstein und zurück läuft. Was bei der Aufzählung der sportlichen Ertüchtigung aufhorchen lässt: Frank-Botho Ritter ist 69 Jahre alt! Für den drahtigen Polizisten im Ruhestand, liebevoll „Ritter-Sport“ genannt, hat Sport seit jeher große Bedeutung, „neben Familie und Beruf der Mittelpunkt meines Lebens“.

Sofort fallen ihm weitere Aktivitäten in diesem Bereich ein: Viele Jahre leitete er die Sportabzeichenabnahme, bei der auch heute noch aktiv mithilft. Als Referent der Landesturnschule führte er Lehrgänge für Übungsleiter im Kinderturnen durch, beim VfL Hessisch Oldendorf lud er zum „Abenteuerturnen mit Bergsteigen und Eintrag ins Gipfelbuch“ ein, an dem mehr als 50 Kinder wöchentlich teilnahmen. Außerdem betreute er Jahre lang ambulante Herzpatienten in Rinteln nach ihrer Operation. Zwei Mal pro Woche geht er ins Fitnessstudio. In der warmen Jahreszeit unterstützt Ritter die Schwimmmeister des Baxmannbades bei der Schwimmausbildung von Schülern.

„Sport ist die Grundlage für eine positive Lebenseinstellung, für Gesundheit – Sport ist ein Lebenselixier, aus dem man alle Kraft schöpfen kann“, sagt er. Seiner Fitness verdanke er, dass er nach zwei größeren Operationen „wie ein Stehaufmännchen“ das Krankenbett verlassen konnte, erklärt Frank-Botho Ritter und gesteht: „Ich treibe alle zum Sport an, vor allem meine Familie.“

Ähnlichen Schwung bringt Sport auch in das Leben von Rudi Barz, das manchmal auf dem Kopf steht – nämlich dann, wenn der 75-Jährige einen Handstand mit Überschlag vorführt. „15 Liegestützen – für mich ebenfalls kein Problem“, sagt Barz, der im letzten Jahr zum 36. Mal sein Sportabzeichen in Gold errungen hat. Der Schwarzgurtträger, 3. Dan war viele Jahre Leiter der VfL-Sparte Jiu Jitsu – Selbstverteidigung und ist auch heute noch beim Training im Verein aktiv dabei. Erst kürzlich nahm er am Baxmannlauf durch Hessisch Oldendorfs Straßen teil. Zwei Boxhandschuhe, die an der Wand hängen, erinnern an seine Zeiten als Boxer, daran, dass er 1962 Boxbezirksmeister im Leichtgewicht für Heros Hameln 07 war.

Sport bringe ihm Freude, erzählt Barz und fügt hinzu, ohne Sport sei das Leben langweiliger. „Ich mache das für mich und meine Gesundheit, war noch nie krank“, erklärt er und verrät, dass sich das alljährlich bei der Krankenkasse bezahlt mache. Für den Alltag hat Rudi Barz sich sein persönliches Sportprogramm zusammengestellt: An einem Tag läuft er eine festgelegte Zehn-Kilometer-Strecke, am nächsten Tag macht er zu Hause Gymnastikübungen, danach trainiert er mit Gewichten. Bei gutem Wetter kommt eine 30-Kilometer-Fahrradtour hinzu. Spaziergänge und Fahrradfahrten am Wochenende mit seiner Frau runden sein Bewegungsprogramm an der frischen Luft ab. Den Zusammenhang zwischen regelmäßigem Sport und Gesundheit bestätigt der Sportmediziner Jürgen Weineck: „Gäbe es ein Medikament, das nur annähernd ähnliche segensreiche Wirkungen wie ein regelmäßiges Ausdauertraining auf alle Risikofaktoren degenerativer Herz-Kreislauf Erkrankungen hätte, man könnte es wohl kaum bezahlen!“



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