weather-image
Facettenreiche Adventslesung der Literaturschmiede im Feuerwehrhaus

Feurig, frech, witzig und traurig

HESSISCH OLDENDORF. „Wer überlebt bei einem Unfall mit zwei Toten, wenn im Auto ein perfektes Paar und der Weihnachtsmann sitzen?“ Was für ein Rätsel! Dazu ein brennender Adventskranz, Heiligabend ohne Essen und Holz zum Heizen sowie ein Mädchen, das am Silvesterabend erfriert: Ganz schön harter Tobak, den die Literaturschmiede des Culturvereins bei der Adventslesung unter dem Motto „Feuer und Flamme“ entzündet – könnte man meinen.

veröffentlicht am 07.12.2017 um 18:42 Uhr

Bescheren einen facettenreichen Abend im Feuerwehrhaus: Literaturschmiede und Bläserquartett. . Foto: ah
Avatar2

Autor

Annette Hensel Reporterin
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Der Nikolausabend beschert ein facettenreiches Programm, das sich Licht und Schatten des Feuers widmet, mal melancholisch-traurig stimmt, doch auch viele humorvolle, freche Pointen bereithält.

Faszinierend, wie Anja Förster bei James Krüss‘ „Das Feuer“ die Flammen förmlich flüstern und knistern lässt, bis sie – fast gehaucht – erlöschen. Mitfiebern lässt Monika Faust die Gäste beim „Dezemberdilemma“ mit dem brennenden Adventskranz, bei dem sich „hungrige Lichtpflanzen“ zum „fröhlichen Feuer“ entwickeln, außer Kranz und Dinosaurier aber niemand zu Schaden kommt. Bei Hans Scheibners „Löschwasser“-geschädigtem „Raffaela und die Feuerwehr“ stellt Dr. Uwe Förster mit „Ist wieder einer für dich dabei?“ die alles entscheidende Frage. Sie sorgt für manchen Flirt und nebenbei die pfiffige Umgehung bürokratischer Hürden. Es ist ein Genuss, wie die Vortragenden Stimmungen transportieren: Einfühlsam nimmt Ruth Henning das Publikum mit auf den letzten Lebensweg des kleinen Mädchens mit den Schwefelhölzern von Hans Christian Andersen, dessen Märchen tragisch und doch voller Poesie ist. Die Schwefelhölzer wärmen das arme Kind nicht nur, sondern erzeugen auch ein „Licht wie Sterne“. Auf dem Arm der Großmutter gelangt es dorthin, wo es „keine Kälte und Angst“ gibt. Gabriele Lingen lässt mit den Weihnachtsgeschichten „Das Wunder“ von Marie-Luise Kaschnitz und Erich Kästners „Felix holt Senf“ nachempfinden, was wahre Freude bedeutet. Zum Weihnachtsabend 1908 in Chicago entführt Barbara Waßmuth mit Bert Brechts „Paket des lieben Gottes“: Greifbar wird die Bitterkeit der Arbeitslosen, wohlig spürbar die Wirkung der göttlichen Botschaft. In Form eines Telefonsketches erlebt das Publikum Hans Scheibners kostspieligen Streichholzspiele, es lauscht Christian Morgensterns „Weihnachtsbäumlein“ und „A little Weihnachtsgedicht“. Mit einem Lob auf die Feuerwehr – „Der rote Hahn uns ruhen lässt, besonders jetzt zum Weihnachtsfest“ – endet die laut Barbara Jahn-Deterding, Vorsitzende des Culturvereins, „Verschnaufpause in der Vorweihnachtszeit“. Mal festlich-besinnlich, mal fröhlich-peppig sorgt ein Bläserquartett des Musikkorps für den musikalischen Rahmen. Großes Interesse zeigen die Besucher auch an der gastgebenden Ortswehr, als Ortsbrandmeister Kay Schönfelder ihnen in der Fahrzeughalle die wichtigsten Fakten mitteilt.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare