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Neue Norm fordert größeres Auto für Stützpunkt Heßlingen / CDU zögert, will Bedarfsplan abwarten

Feuerwehrhaus zu klein für neues Fahrzeug

Heßlingen (pj). „Das Löschfahrzeug der Stützpunktwehr Heßlingen muss schnellstens ersetzt werden“, mahnt Stadtbrandmeister Jürgen Hilpert. Das Auto ist mit 32 Jahren altersschwach und entspricht auch nicht mehr der vorgeschriebenen Norm, wie der erste Mann der Feuerwehr im Hessisch Oldendorfer Stadtgebiet ausführt. Die Stadt will deshalb im kommenden Jahr ein Löschfahrzeug kaufen, das für Truppbesatzung ausgelegt ist und einen Tank mit einem Fassungsvermögen von 1800 Litern hat. So weit, so gut, doch das neue Auto passt nicht in das Feuerwehrhaus in Heßlingen. Es muss angebaut werden.

veröffentlicht am 14.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 10:21 Uhr

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Während Feuerwehr und die Ratsmehrheit aus SPD und Grünen für einen Anbau im Dorf der sieben Mühlen sind, zeigt sich die CDU-Opposition zögerlich. Es wird auf den Feuerwehrbedarfsplan hingewiesen, der derzeit erstellt wird. Dieser „liefert eine Bestandsaufnahme, auf der ein gesamtstädtisches Konzept aufgebaut werden kann,“ wie Bürgermeister Harald Krüger erklärt. „Sollten wir nicht diesen Bedarfsplan abwarten“, fragt Wilfried Schnase (CDU) und er fügt an: „Wir sollten uns auch bei weiteren Entscheidungen an Rinteln orientieren, denn dort ist man bereits einen Schritt weiter.“ Sowohl bei den Feuerwehren als auch bei den Politikern ist klar, dass mit dem Bedarfsplan auch über eventuelle Zusammenlegungen einzelner Ortswehren nachgedacht werden müsse. Ein Gedanke, den man gern verdrängt, hatte dies doch in den 80er Jahren schon erhebliche politische Konsequenzen, da all jene bei der Kommunalwahl heftig abgestraft wurden, die solches Ansinnen laut ausgesprochen hatten.

Die Entscheidung, die jetzt gefordert sei, „hat mit dem Bedarfsplan nichts zu tun, denn wir müssen auf der Südweserseite ein solches Fahrzeug vorhalten“, erklärt der stellvertretende Stadtbrandmeister Karsten Redeker. Das Mitglied im Feuerschutzausschuss, Walter Reineke (CDU), verweist in der öffentlichen Sitzung des Fachausschusses auf den Bedarfsplan und führt aus, dass man die personelle Situation in den Ortswehren im Auge haben müsse und nach seiner Meinung ist es Hemeringen, das ständig wächst. Von Karsten Redeker muss er sich hierauf sagen lassen, dass die Feuerwehren einig sind, dass Heßlingen Stützpunkt bleibe. Ein anderes Ausschussmitglied weist Walter Reineke außerdem darauf hin, dass bei einer Entscheidung für Hemeringen dort ein neues Feuerwehrhaus gebaut werden müsse, da am alten Standort keine Erweiterungsmöglichkeit bestehe.

Waltraut Brümmer von Bündnis 90/Die Grünen ermahnte: „Wir müssen heute entscheiden. Das neue Fahrzeug passt nicht ins vorhandene Gebäude, wir haben keine Alternative.“ Während sich die Vertreter der CDU in der Abstimmung über den Anbau in Heßlingen der Stimme enthielten, stimmt die Mehrheit dafür. Einig sind sich SPD, Grüne und im zweiten Abstimmungsschritt auch die CDU, dass Architekt Michael Wunder aus Fischbeck den Planungsauftrag für den Anbau in Heßlingen erhält.

Dort soll nicht entsprechend früherer Vorstellungen auf der linken Seite des Hauses die Fahrzeughalle mit einer vorgeschriebenen Länge von zehn Metern entstehen, sondern rechts. Wo heute der Einstellplatz ist, soll dann die persönliche Ausrüstung der Brandschützer untergebracht werden. Dies würde das Problem lösen, dass die Feuerwehrleute jetzt noch haben, die über eine enge Treppe in den ersten Stock müssen, um sich für den Einsatz auszurüsten. Dies führe immer wieder zu gefährlichem Begegnungsverkehr auf der Treppe, worauf die Brandschützer aus dem Dorf der sieben Mühlen schon lange aufmerksam machen.

Die geschätzten Kosten für den Umbau werden mit rund 70 000 Euro veranschlagt. Die Feuerwehrleute aus Heßlingen haben bereits Eigenleistungen angeboten, um die Ausgabe für die Stadt zu verringern. Waltraut Brümmer will in der Sitzung auch gleich geklärt haben, wie es nach der neuen Norm im zweiten Feuerwehrstützpunkt der Stadt, nämlich in Fischbeck, aussehe. Der Ratsherr und frühere Stadtbrandmeister Hans-Jürgen Hoffmann (SPD) erklärt, dass das Feuerwehrhaus im Stiftsdorf so groß sei, dass ein heute von der Feuerwehrverordnung gefordertes Fahrzeug hineinpasse. Hans-Jürgen Hoffmann ist es auch, der daran erinnert, dass eine Flächenstadt wie Hessisch Oldendorf mit 24 Ortswehren nach der Verordnung eigentlich drei Stützpunkte haben müsste, hier aber eine Sonderregelung getroffen werden konnte.



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