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Grünen-Ratsfrau Waltraut Brümmer kümmert sich im Alleingang

Fairtrade-Aktivitäten laufen langsam an

HESSISCH OLDENDORF. Schokolade, Kaffee und Tee sind relativ billig und in Deutschland für nahezu jeden erschwinglich – die günstigen Preise kommen allerdings häufig auf Kosten der Bauern und Feldarbeiter in den Herkunftsländern der Rohstoffe zustande. Um gerechtere Löhne und Arbeitsbedingungen zu unterstützen, hat der Hessisch Oldendorfer Stadtrat schon im vorletzten Jahr beschlossen, sich an der internationalen Kampagne „Transfair“ zu beteiligen und sich um den Titel „Fair-Trade-Town“ zu bewerben. Monatelang ist dafür allerdings nicht viel passiert.

veröffentlicht am 11.01.2019 um 17:09 Uhr
aktualisiert am 11.01.2019 um 18:10 Uhr

Hessisch Oldendorf soll sich für den fairen Handel einsetzen, um die Bedingungen in den Produktionsländern zu verbessern. Foto: dpa
Jens Spickermann

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Schon im vergangenen Sommer sollte bei einer Auftaktveranstaltung eine Steuerungsgruppe gebildet werden, die die Kampagne in der Stadt vorantreibt. Einen bereits für den Herbst angesetzten Termin habe die Stadt allerdings wieder abgesagt, berichtet Stadträtin Waltraut Brümmer (Grüne). Der Grund seien fehlende personelle Kapazitäten bei der Stadtverwaltung. Um bis zu einem neuen Termin schon Vorarbeit zu leisten, hat sie nun in Eigenregie angefangen, sich für den fairen Handel zu engagieren.

Derzeit versucht Brümmer, im gesamten Stadtgebiet Cafés und Gaststätten davon zu überzeugen, fair gehandelte Produkte anzubieten – und hat nach eigener Aussage bereits positive Rückmeldungen erhalten. Zwischen dem Eine-Welt-Laden, der bereits seit vielen Jahren fair gehandelte Waren anbietet, und der Stadt soll es zudem eine Kooperation geben: Präsentkörbe, die die Stadt bei besonderen Anlässen verschenkt, könnten in dem Laden mit Fairtrade-Produkten zusammengestellt werden, so Brümmers Idee. Auch die Supermarkt-Ketten habe sie angeschrieben, erzählt Brümmer. Sie versuche dadurch zu erfahren, wer in der Stadt welche fair gehandelten Produkte anbietet, damit diese in einem „Fairtrade-Führer“ gelistet werden können. Die Einzelhändler würden davon vermutlich profitieren: „Für die Geschäfte ist das auch eine Werbung“, sagt Brümmer. Von den Bildungseinrichtungen, mit denen Brümmer sich in Verbindung gesetzt hat, habe die Grundschule am Rosenbusch bereits Interesse signalisiert, das Thema im Unterricht zu behandeln.

Die Vorarbeit solle dazu dienen, „dass es Säulen gibt, die das tragen und dafür sorgen, dass das Ganze nicht nur ein Papiertiger wird“, erklärt die Ratsfrau. Den Bedingungen für eine Zertifizierung als Fair-Trade-Stadt kommt Hessisch Oldendorf durch Brümmers Aktivitäten schon ein Stück näher: Neben der Bildung einer Steuerungsgruppe müssen nämlich vier Einzelhändler und zwei Gastronomie-Betriebe fair gehandelte Produkte anbieten. Zudem müssen sich Schulen, Kindergärten und Vereine mit der Thematik befassen.

Für das Frühjahr plant Brümmer einen Informationsstand auf dem Wochenmarkt – unter anderem um Leute zu finden, die Lust haben, sich in der Steuerungsgruppe zu engagieren. Brümmers Ziel ist es, dass im Laufe der ersten Jahreshälfte auch die seit Monaten geplante Auftaktveranstaltung stattfinden kann. Dann stünde der Zertifizierung nicht mehr viel im Wege. Viel wichtiger als die formelle Auszeichnung als Fair-Trade-Stadt findet die Grünen-Ratsfrau es aber, in der Bevölkerung für den fairen Handel zu werben und die Bürger zu sensibilisieren. So sieht es auch SPD-Ratsherr Sven Sattler: „Der Verbraucher hat die Möglichkeit, durch sein Kaufverhalten den Markt zu bestimmen.“ So könnten weltweit bessere Arbeitsbedingungen erreicht werden.



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