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Abwärtstrend bei Geschäften / SPD setzt auf Förderprogramm mit Mietzuschuss

Existenzgründer verzweifelt gesucht

Hessisch Oldendorf. Wie kommt wieder Leben in die Innenstadt? Eine Frage, die Einwohner, Handel sowie Politiker beschäftigt. Der Hilferuf des Werberings, dass die Rewe-Schließung den Abwärtstrend in der Langen Straße verstärke, war unüberhörbar. Die SPD will nun, dass die Stadt Geschäftsgründungen unterstützt.

veröffentlicht am 22.02.2016 um 14:50 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:59 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Bis zu fünf Neugründungen in leerstehenden Geschäften in der Langen Straße sollen unter bestimmten Voraussetzungen bis zu drei Jahre lang monatlich mit 150 Euro gefördert werden. Was Sozialdemokrat Claus Clavey am meisten ärgert: Der Antrag stammt noch vom letzten Jahr, ist aber erst für März auf die Tagesordnung des zuständigen politischen Fachausschusses gesetzt worden.

„Man darf nichts unversucht lassen“, sagt Clavey, der Ortsbürgermeister ist. „Es ist furchtbar, wenn man durch die Lange Straße geht.“ Man müsse alles daransetzen, dass die Situation sich nicht weiter verschlimmere, möglichst sogar der Trend wieder zum Positiven umgekehrt werde, sagt Clavey, der sich der Unterstützung aller Parteifreude sicher sein darf. SPD-Fraktionsvorsitzender Dirk Adomat schildert auf Nachfrage seine eigenen Eindrücke vom Niedergang des Geschäftslebens, die er jüngst erlebt habe. „Da handelt es sich schon um Problemlagen“, sagt er. „Die ganze Stadtratsfraktion steht hinter dem Antrag von Clavey.“

Dessen Förderprogramm sieht vor, Geschäftsgründungen bis zu drei Jahre zu gewähren, wobei es keinen Rechtsanspruch gibt. Sein Modell gehe über das Projekt aus dem Jahre 2012 hinaus, bei dem ein Wettbewerb vor allem unter der Regie des damaligen Stadtmanagers ausgeschrieben worden war. Seine Überlegungen habe er dem Werbering vorgelegt, der diese als zumindest interessant einstufe, sagt Clavey. Voraussetzung für die Förderung sei, dass die Vermieter von leerstehenden Geschäftsräumen einen Nachlass von zehn Prozent ihres zuletzt erhaltenen Mietpreises gewährten. Ausgeschlossen werden sollen Geschäftsideen oder Angebote, die in ähnlicher Form schon zweimal in der Langen Straße bestehen. Schließt ein Geschäft im Zeitraum von einem Jahr bis drei Jahren, entfällt der Zuschuss. Die auf drei Jahre befristete Förderung hat laut Antrag einen einfachen Grund. „Nach dieser Anlaufzeit stellt sich üblicherweise heraus, ob eine Geschäftsidee trägt und ein Geschäft unter normalen Umständen existenzfähig ist“, heißt es.

Für den Sozialdemokraten ist es nicht der erste Anlauf, das Zentrum zu beleben. Vor rund einem Jahr schlug er vor, nach dem Beispiel von Bad Münstereifel die Voraussetzungen für ein Outlet-Center zu prüfen. Klar wisse er um die spezifischen Probleme von Hessisch Oldendorf mit nicht mehr so großer Kaufkraft wie früher, dennoch hätte er sich eine intensivere Prüfung durch die Verwaltung gewünscht.

Mehr Engagement wünscht er sich nun von der Stadt bei seiner Forderung, die Möglichkeiten des Programms „Mikrostarter Niedersachsen“ für Hessisch Oldendorf zu prüfen. Banken und Sparkassen würden bei Existenzgründungen die Unterlagen „bis auf den letzten Cent hinterfragen“, wie er aus einem ihm bekannten Fall wisse. Mit dem Förderprogramm hingegen unterstützen das Land Niedersachsen und die NBank Gründungen und Unternehmensnachfolgen insbesondere von Kleinstgründern. Nachhaltige Gründungen aus der Arbeitslosigkeit beziehungsweise Nichterwerbstätigkeit werden als ein möglicher Zugang zur Beschäftigung aufgezeigt, wie es beschrieben wird. Zugleich könne die geringe Bonität von Kleinstgründern bei der Fremdkapitalvergabe bei Kreditinstituten erhöht werden. Clavey verlangt von der Stadtverwaltung, sich mehr in diesem Bereich zu engagieren. Zusammen mit der SPD werde er weiter darauf drängen: „Die Hoffnung stirbt nie.“

Leserstimmen aus dem Netz

Trostloser Anblick statt Einkaufsmeile: Die Situation an der Langen Straße beschäftigt die Einwohner. Zahlreiche Kommentare gibt es auf Facebook seit dem Bericht unter der Überschrift: Gehen bald weitere Lichter aus? Rewe-Schließung verstärkt Abwärtstrend

Viola Gerche: Früher war die Stadt voller Leben, mit einem Süßen Kaufhaus, Plus, Ihr Platz, Edeka, Schlecker, Grill Athen, Grill am Markt u. v. m, man ist gern in die Stadt gegangen ... man hat dort alles bekommen, was man braucht ... Und heute!!! Es ist für Hessisch Oldendorf verdammt traurig ...

Brigitta Hentze: Mehr als traurig!!! Die großen Märkte am Rande der Stadt lassen den Kern ausbluten. Das ist leider in vielen Orten so. Aber in HO finde ich es besonders extrem

Wladi Slaw: Wir leben in einer toten Stadt … Bis auf Karneval gibt es hier keine Highlights

Michael Pohl: „Früher“ haben nicht so viele Leute im Internet bestellt sondern im Handel vor Ort gekauft …

Michael Kipp: Trauriger Anblick …



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