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Warum der Nachwuchs in Segelhorst unterschiedlich behandelt wird

Essen in der Kita – nur nicht für alle

Hessisch Oldendorf. Das Recht auf einen Kita-Platz gibt es seit August. Hessisch Oldendorf kann die gesetzlichen Ansprüche auch erfüllen – doch um 13 Uhr ist in vielen Tagesstätten bereits Schluss mit der Betreuung. Anders in Segelhorst. Da dort die Krippe und der Kindergarten in einem Gebäude untergebracht sind, könnten dort auch Kindergartenkinder bis 14 Uhr genau wie die Krippenkinder in der Einrichtung bleiben – zumindest theoretisch.

veröffentlicht am 08.01.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 06:41 Uhr

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Autor:

Julia Rau
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Doch die Realität sieht anders aus. Auf die 25 Kindergartenplätze in der Kita Segelhorst kommen nur zehn Essensplätze. Schlägt die Uhr 13, müssen 15 Kinder nach Hause, während die anderen Mittag essen. Susanna Beißner, die ihren Sohn in den Kindergarten bringt, ärgert das maßlos. „Der Kleine schaut mich natürlich traurig an und fragt, warum er nicht mitessen darf.“ Ganz einfach: „Für die Betreuung von zehn Kindern brauchen wir eine Kraft, wenn noch ein anderer Erzieher in Reichweite ist“, erklärt Verwaltungsfachkraft Petra Neujahr. Erst wenn sich weitere acht Kinder für das Mittagessen anmelden, könne die Gruppe auf 20 erhöht werden. Denn dann lohne sich auch die Beschäftigung der Betreuerin in der zusätzlichen Zeit. „Ansonsten würde der Elternbeitrag zu sehr steigen“, betont Neujahr. Susanna Beißner und fünf anderen Müttern, von denen Beißner erzählt, ist das herzlich egal. Sie fährt morgens eher zur Arbeit, um pünktlich um 13 Uhr an der Kita zu sein. „Jeden Tag fragt mich mein Sohn, warum seine Cousine, die einen Essensplatz hat, dort bleiben darf und er nicht“, klagt Beißner. Zu Hause angekommen, bereitet die Mutter dann das Essen für ihren Sohn zu. „Ich hetze mich jedes Mal ab und mein Blutdruck ist dementsprechend“, schimpft Beißner. Die berufstätige Mutter empfindet die Situation als puren Stress. „Wenn ich bis 14 Uhr Zeit hätte, würde mir das schon reichen“, sagt sie – denn wer habe schon um 13 Uhr Feierabend. Da ihr Sohn von klein auf in der Krippe oder bei der Tagesmutter mit den anderen Kindern essen durfte, sei die Umstellung für den Dreijährigen besonders schlimm. Er stehe auf der Warteliste wie fünf weitere Kinder.

„Die meisten wollen die Betreuung nur bis 13 Uhr“, hält Neujahr dagegen. Ihr sei das Problem sehr wohl bewusst. „Wir versuchen es einzurichten, ab Sommer, wenn wieder Kinder in die Schule gehen, die Essensgruppe zu vergrößern“, sagt sie. Derzeit sei das Personal-Kosten-Verhältnis einfach nicht ausgewogen. Sie sei aber machtlos, da die aktuelle Gruppe voll sei und es nicht genügend Anmeldungen gebe. Für die Betreuung bis 14 Uhr zahlen Eltern derzeit 158 Euro, eine Stunde und ein Essen täglich weniger kosten 135 Euro monatlich. Neujahr verspricht: „Wir bemühen uns, das Problem zu lösen.“

Das Mittagessen gehört heute in vielen Kindertagesstätten zum Angebot dazu.

dpa/Archiv



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