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Gewerbeaufsichtsamt erteilt Zulassung auf vorzeitigen Baubeginn am Segelhorster Steinbruch

Es wird schon gerodet

LANGENFELD / SEGELHORST. Eine endgültige Genehmigung über die Erweiterung des Segelhorster Steinbruchs liegt noch nicht vor – dennoch haben nun schon Rodungsarbeiten begonnen. Die Bürgerinitiative gegen die Erweiterung ärgert sich über diese „unnütze“ Arbeiten, für die die Betreiberfirma jedoch eine Zulassung hat.

veröffentlicht am 29.03.2017 um 13:44 Uhr
aktualisiert am 29.03.2017 um 18:40 Uhr

Am Steinbruch Segelhorst haben bereits Rodungsarbeiten begonnen. Das Gewerbeaufsichtsamt Hannover erteilte die Zulassung für den vorzeitigen Baubeginn. Foto: fn
Johanna Lindermann

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Johanna Lindermann Volontärin zur Autorenseite
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Eine endgültige Genehmigung über die Erweiterung des Segelhorster Steinbruchs liegt noch nicht vor – dennoch haben nun bereits Arbeiten am Rand des Steinbruchs begonnen. Mit Baggern wird Gehölz am Rand des Steinbruchs gerodet. „Das ist noch nicht erforderlich, weil noch gar nichts entschieden ist. Deshalb ist es unerhört, schon alles dem Erdboden gleichzumachen“, sagt der Langenfelder Martin Drelichowski von der Bürgerinitiative gegen die Erweiterung des Steinbruchs.

Bei einem Erörterungstermin Ende Februar hatten Anwohner die Gelegenheit, ihre Bedenken gegen die geplante Erweiterung um 11,8 Hektar vorzubringen. Diese sollten vor einer endgültigen Entscheidung geprüft werden. Widerspricht dies nicht der vorzeitigen Rodung?, fragt sich Drelichowski. Der frühe Arbeitsbeginn lasse den Betreiber Norddeutsche Naturstein GmbH (NNG) „sehr siegessicher“ wirken.

Doch für die vorgezogene Rodung liegt eine Genehmigung vor. Die Betreiberfirma habe einen Antrag auf vorzeitigen Baubeginn gestellt, um vorbereitende Arbeiten durchführen zu können, erklärt Bernd Reese, Behördenleiter des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamts Hannover, das als zuständige Genehmigungsbehörde fungiert. Dies ist auch vor Erteilung der endgültigen Genehmigung möglich, wenn aus Sicht der Behörde keine gravierenden Gründe gegen eine spätere Genehmigung sprechen. Anderenfalls dürfe eine solche vorzeitige Zulassung nicht erteilt werden. „Natürlich liegen die Arbeiten immer in der Verantwortung des Unternehmens.“ Derzeit würden vorbereitende Arbeiten zur Beseitigung von Gehölz ausgeführt, sagt der Behördenleiter. Außerdem würden Stubben, also Baumstümpfe, gerodet.

Die Bürgerinitiative gegen die Steinbrucherweiterung ärgert sich die vorzeitige Rodung.. Foto: fn
  • Die Bürgerinitiative gegen die Steinbrucherweiterung ärgert sich die vorzeitige Rodung.. Foto: fn

Die Bürgerinitiative befürchtet daher auch eine Zerstörung von Natur und Lebensraum für Tiere. Hier besteht laut Gewerbeaufsichtsamt jedoch keine Gefahr. Die Zulassung über die vorzeitigen Arbeiten „werden naturschutzrechtlich von der Unteren Naturschutzbehörden begleitet“, sagt Reese. Zum Schutz der Brutzeit seien die Arbeiten daher auch bis zum 10. April befristet.

Wann genau eine endgültige Entscheidung über die Erweiterung fallen wird, ist bislang noch nicht abzusehen, heißt es vom Gewerbeaufsichtsamt.

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