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Jochen Huch hat nach der Bürgermeisterwahl mehr Zeit für den Werbering

Er wollte es alleine schaffen

Hessisch Oldendorf. „Die ersten beiden Wochen nach der Wahl waren einschneidend für mich. Da habe ich mich immer wieder gefragt, was ich falsch gemacht habe“, gesteht Ex-Kandidat Jochen Huch und fährt fort: „Mittlerweile hat sich die Enttäuschung gelegt. Erstaunlich fand ich, wie viele Menschen mich angesprochen haben, wie die Wahl so ausgehen konnte. Ich sei wohl gar nicht auf den Dörfern gewesen. Ich habe an 3000 Türen geklingelt, hatte viele Termine, auch in den Dörfern, konnte aber natürlich nicht als selbstständiger Maler- und Lackierermeister während meiner Arbeitszeit Wahlkampf betreiben. Ich kann nur sagen: Die Bürger entscheiden mit ihrer Stimme, wen sie wählen – und muss gestehen, dass ich es verpasst habe, die Wähler der CDU zu motivieren sich für mich zu entscheiden. Das lag einfach daran, dass ich das alleine schaffen wollte – die Leute sollten aus Überzeugung für mich votieren.“ Eine herbe Enttäuschung sei für ihn gewesen, dass von den 4000 Wahlberechtigen in der Kernstadt, in der er in fünf von sechs Wahlbezirken gewann, insgesamt nur ein Viertel zur Wahl ging.

veröffentlicht am 10.02.2015 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 06:21 Uhr

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Letztlich kam der parteilose Huch auf 38,5 Prozent, womit er den amtierenden Bürgermeister Harald Krüger (SPD) schon deutlich stärker in Bedrängnis brachte, als dies Brian Boyer vermochte. Nachdem bei der Auszählung zuerst Ergebnisse der Kernstadt bekannt geworden waren, schien es kurz beinahe so, als zeichne sich ein Machtwechsel im Hessisch Oldendorfer Rathaus ab. Jochen Huch sieht in seinem Ergebnis rückblickend auch Gutes: „Ich sehe es heute als Erfolg, ohne politische Erfahrung auf fast 40 Prozent der Stimmen gekommen zu sein“, sagt Jochen Huch und fügt noch hinzu: „An dieser Stelle möchte ich meinen türkischen Freunden sowie Michael Kipp, Thomas Figge, Karl-Heinz Gottschalk, Horst Jeske und meinen Sponsoren für ihre Unterstützung danken. Was meinen Wahlkampf betrifft: Vielleicht haben die Leute nicht so richtig verstanden, was ich wollte: mehr Transparenz, stärkeres Miteinbeziehen der Bürger, Abbau der Langatmigkeit im Rathaus. Nach wie vor interessiere ich mich für die Belange unserer Stadt, meine Arbeit im Werbering hat nach der Wahl größere Bedeutung für mich erhalten. Ich bekomme oft gespiegelt, wie viele hinter mir stehen, mein Wort scheint mehr öffentliches Gewicht zu haben – darauf ist aufzubauen.“

Interessiert ihn der Posten des Bürgermeisters denn jetzt doch wieder, hatte Jochen Huch nicht vor etwas mehr als 100 Tagen geäußert: „Nie wieder?“ – „Nie wieder haben ja auch schon andere gesagt“, erklärt Huch lachend und fügt hinzu: „Biss habe ich immer noch. Ich glaube aber, man kann auch ohne die Politik viel Positives gestalten, Leute mitnehmen und ihnen klarmachen, wie wichtig es ist, generell Verantwortung zu übernehmen, auch für unsere Stadt Hessisch Oldendorf.“

Vor etwas mehr als 100 Tagen wurde Harald Krüger bei der Bürgermeisterwahl in Hessisch Oldendorf wiedergewählt. Wie geht es den beiden unterlegenen Kandidaten, Jochen Huch und Brian Boyer? Was machen sie aktuell – und haben sie das Wahlergebnis gut verdaut? Wir fragen nach. Im zweiten Teil erzählt heute Jochen Huch, wie es ihm seitdem ergangen ist.

Er wollte es alleine schaffen

Jochen Huch hat nach der Bürgermeisterwahl mehr Zeit für den Werbering

von annette Hensel

Die ersten Wochen nach der Wahlniederlage empfand Jochen Huch als einschneidend. Umso mehr stürzt er sich heute in seine Arbeit als Maler- und Lackierermeister.ah

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