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Klimaschutzagentur lobt Stadt

Energetisches Sanieren lohnt sich

HESSISCH OLDENDORF. Energetische Sanierung lohnt sich! Das hat die Klimaschutzagentur Weserbergland für die 20 größten Liegenschaften der Stadt festgestellt. In den vergangenen Jahren hatte die Stadt jährlich 100 000 Euro für energetische Sanierungsmaßnahmen ausgegeben.

veröffentlicht am 17.08.2017 um 16:21 Uhr
aktualisiert am 17.08.2017 um 18:20 Uhr

Ein Arbeiter befestigt eine Styroporplatte zur Wärmedämmung an einer Hausfassade. In den vergangenen Jahren hat die Stadt jährlich rund 100 000 Euro für energetische Sanierungsmaßnahmen ausgegeben. Symbolfoto: dpa
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Wolfhard F. Truchseß Reporter
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Insgesamt bewirtschaft Hessisch Oldendorf 108 Liegenschaften. „Wir haben uns dabei vor allem auf Maßnahmen konzentriert, die uns die Klimaschutzagentur nach Untersuchungen an jedem einzelnen Objekt empfohlen hat“, berichtet Heiko Wiebusch, der Fachbereichsleiter für Planen und Bauen im Rathaus, im Nachgang zu einer Sitzung des Bauausschusses am Dienstagabend, während der er dem Ausschuss den Bericht erläuterte. „Dabei waren es weniger Maßnahmen zur Wärmedämmung als Schritte zu einer größeren Energieeffizienz, die uns empfohlen worden waren.“ Das habe sowohl Heizungs- und Steuerungsanlagen als auch die Modernisierung von Pumpen und die Abschaffung von schlecht zu steuernden Nachtspeicheröfen betroffen.

Der Bericht der Klimaschutzagentur führt nicht nur den tatsächlichen Energieverbrauch jedes einzelnen Objekts auf, sondern bereinigt die Zahlen auch um den jeweiligen Witterungsfaktor und rechnet vor, welche Zeit zur Amortisation einer energetischen Investition benötigt wird. So habe die Agentur etwa empfohlen, Nachtspeicheröfen nicht durch Gasheizungen mit neuer Verrohrung und entsprechend hohen Kosten zu ersetzen, sondern stattdessen elektrische Heizradiatoren mit intelligenten Schaltsystemen einzusetzen, um die Amortisationszeit zu verkürzen, erklärt Wiebusch. Als wesentlicher Faktor habe sich auch die Schulung der Hausmeister erwiesen, betont der Fachbereichsleiter. „Jeder Hausmeister liest jetzt monatlich die Verbrauchswerte ab und ist damit aktiv in unser Energiemanagement eingebunden.“ Das habe dazu geführt, dass Defekte früher aufgefunden würden und die Optimierung der Anlagen verbessert werde.

Auch wenn in einem kalten Winter mehr Energie verbraucht werde, könne die Klimaschutzagentur mit ihren Mitteln errechnen, was witterungsbereinigt tatsächlich verbraucht worden wäre und so eine Energiekennzahl für jede Liegenschaft ermitteln. Dadurch sei herausgefunden worden, dass die Stadt Hessisch Oldendorf für die 20 untersuchten und kontrollierten Objekte ihre Kosten für Wärme, Strom und Wasser um 20 Prozent gesenkt habe, erläutert Wiebusch sichtlich zufrieden die Ergebnisse des Berichts.

Noch in diesem Jahr sollen rund 25 veraltete Pumpen in den großen Liegenschaften ersetzt werden. Abzüglich einer Förderung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle in Höhe von etwa 3500 Euro muss die Stadt laut Klimaschutzagentur dafür selbst nur noch 10 300 Euro investieren. Die jährliche Stromersparnis durch die Maßnahme: rund 11 600 Kilowattstunden, was einer jährlichen Kostenersparnis von 2700 Euro entspreche. Damit sei der Austausch aller alten Pumpen bereits innerhalb von nur 3,8 Jahren amortisiert, heißt es in dem Bericht der Agentur.

Bei einer Betrachtung der verschiedenen spezifischen Gebäudekennwerte fällt auf, dass die Sporthallen sehr unterschiedliche Kennziffern aufweisen: So liegt der Verbrauch der mit Mitteln des Konjukturpakets II komplett energetisch sanierten kleinen und kompakten Sporthalle Rumbeck bei nur 31,85 kWh pro Quadratmeter, der intensiv genutzten VfL-Sporthalle hingegen bei 109,66 kWh. Wiebusch hält diese Unterschiede für ganz normal, „denn hinter jedem Objekt steckt eine eigene Geschichte, die es genau zu betrachten gilt, wenn an einzelnen Stellschrauben gedreht werden soll“. Dass die Sporthalle in Hemeringen sogar 199,18 kWh pro Quadratmeter verbrauche, liege beispielsweise daran, dass dort ein Blockheizkraftwerk installiert worden sei, mit dem auch die Kita versorgt werde.

Extrem schlecht steht in dem Bericht der Kindergarten Großenwieden mit einem Verbrauch von 287,71 Kilowattstunden pro Quadratmeter da. Aber auch dafür hat Wiebusch eine logische Erklärung: „Diese Kita hat eine uralte Heizungsanlage, die nicht energieeffizient arbeitet“, erklärt der Fachbereichsleiter. „Das wird eines der nächsten Projekte sein, die wir dem Rat für einen zielgerichteten Einsatz von Haushaltsmitteln vorschlagen werden, um den Energieverbrauch zu senken.“

Sehr positiv bewertet Wiebusch auch die Tatsache, dass in einigen Objekten, vor allem Kitas und Grundschulen, trotz ausgeweiteter Nutzungszeiten der Energieverbrauch gesenkt wurde. „Das zeigt, dass wir mit unsere Klimaschutzmaßnahmen und energetischen Sanierungen auf dem richtigen Weg sind“, konstatierte auch der Ausschuss.



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