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„Ich habe viel gearbeitet“

Elfriede Knupe wird 100 Jahre alt

FISCHBECK. Sollte für jedes Lebensjahr eine Kerze entzündet werden, wird sie diese vielleicht nicht mehr in einem Atemzug ausblasen, aber all ihre Gäste wird sie noch persönlich begrüßen: Elfriede Knupe, die am Mittwoch ihren 100. Geburtstag feiert.

veröffentlicht am 28.02.2017 um 17:37 Uhr

Immer wieder erfreut sich Elfriede Knupe an Fotografien ihrer Familienmitglieder. Foto: ah
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Annette Hensel Reporterin

Am 1. März 1917 geboren, wuchs Elfriede Winkler unbeschwert auf einem Hof in Niederschlesien auf. Sie lernte Hauswirtschaft, heiratete, zog nach Berlin und verdiente in einem Privathaushalt ihr erstes Geld. In jener Zeit starb ihr Mann in Russland im Krieg. Von den letzten Kriegsmonaten hat die Jubilarin nicht vergessen: „Jeden Tag gab es Kartoffelsuppe ohne Salz.“

Nach Kriegsende kam sie mit vielen anderen Heimatvertriebenen nach Salzgitter und fand Anstellung in einem landwirtschaftlichen Betrieb. Dort lernte sie den Verwalter, Karl Knupe aus Schlesien, kennen. Die beiden verliebten sich, heirateten 1952, bekamen einen Sohn und eine Tochter und zogen 1960 nach Weibeck, wo sie einen Hof mit 200 Schweinen und 25 Milchkühen übernahmen. „Arbeit gab es genug“, betont Elfriede Knupe. 1975 gaben sie den Betrieb auf und bezogen in Fischbeck ihr Eigenheim. Landwirtschaftsmeister Knupe fand in Grohnde eine neue Stelle, seine Frau kümmerte sich um Haus und Garten. „Im Ruhestand sind wir viel gereist, haben das nachgeholt, wozu vorher kaum Zeit war“, erzählt sie und meint auf die Frage, wie sie es schafft, mit 100 Jahren geistig noch so rege zu sein: „Ich habe viel gearbeitet, war immer in Bewegung, viel an der frischen Luft und nur wenig krank.“

Bis zum Tode ihres Mannes 2012 versammelte sich die um vier Enkelinnen gewachsene Familie zum traditionellen schlesischen Karpfenessen um Elfriede Knupes Tisch. Erst 2015 verließ sie nach mehreren Stürzen ihre Wohnung und zog in die Fischbecker Senioren-WG. Dort begeht sie heute im kleinen Kreis ihren 100. Geburtstag, am Sonntag wird mit allen Verwandten, darunter drei Urenkeln im Rohdental gefeiert. „Ich lebe gerne in der WG und freue mich schon auf das Frühjahr, wenn ich mit den anderen Bewohnern wieder vor der Haustüre sitzen kann“, so die Jubilarin und verrät: „Ein Teil meines Herzens ist immer noch in Schlesien, aber ich fühle mich wohl in Fischbeck – sofern ich weiter so gesund bleibe, würde ich gerne auch meinen 110. Geburtstag feiern.“



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