weather-image
28°
Für Nachpflanzungen muss erst noch noch der Platz gefunden werden

Elf Erlen sollen in Hemeringen fallen

Hemeringen/Lachem. Elf Erlen sollen im Reuterkamp von Hemeringen fallen, wenn es nach dem Willen des Ortsrates. Der muss aber erst einmal Vorschläge für eine entsprechende Ersatzanpflanzung machen. Denn das hat die Verwaltung in Hessisch Oldendorf zur Auflage gemacht.

veröffentlicht am 06.04.2016 um 14:20 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:56 Uhr

270_008_7855341_DSC_2785.jpg

Autor:

Wolfhard F. Truchseß
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Diesem Vorschlag hat der Ortsrat auf seiner Sitzung am Dienstagabend in der Grundschule von Hemeringen einstimmig seine Zustimmung erteilt. Einzige von der Hessisch Oldendorfer Verwaltung gestellte Bedingung: In der Gemarkung der Gemeinde muss Raum und Fläche gefunden werden, um eine gleichwertige Ersatzanpflanzung vorzunehmen. Auf entsprechende Vorschläge des Ortsrates habe die Verwaltung bislang allerdings vergeblich gewartet, erklärte Heiko Wiebusch, der Fachbereichsleiter für bauliche Entwicklung der Weserstadt.

Hintergrund der beabsichtigten Fällung der der Baumschutzsatzung unterliegenden Erlen sind Beschwerden der Anlieger des Reuterkamps, die seit Jahren einen starken Astüberhang – bis zu vier Metern in die Privatgrundstücke – und den Einwuchs von Starkwurzeln in ihre Grundstücke beklagen. Ein Interessent für ein freies Grundstück habe als Bedingung für einen Kauf zudem erklärt, er werde dort nur bauen, wenn die vier an dem Grundstück stehenden Erlen entfernt würden. Auch Anwohner des Reuterkamps äußerten am Ende der Sitzung den Wunsch, die Erlen fällen zu lassen, weil sie im Einzelfall ihr Eigentum durch herabstürzende Astteile beschädigen könnten. Wiebusch hatte andererseits darauf verwiesen, dass Hessisch Oldendorf entschlossen sei, sehr vorsichtig mit dem Baumbestand in der Stadt umzugehen.

Nach „eingehender Sichtung und Beurteilung der örtlichen Situation“ hatte die Verwaltung vier Handlungsoptionen entwickelt:

1. Alles bleibt im jetzigen Zustand, keine der Erlen wird gefällt.

2. Es werden fünf Bäume geschlagen und eine Nachpflanzung in Hemeringen an anderer Stelle vorgenommen.

3. Die elf Erlen werden gefällt und dafür an gleicher Stelle elf schmalkronige Feldahornbäume auf der gesamten Länge des Reuterkamps angepflanzt.

4. Die vom Ortsrat gewählte Variante: Alle elf Erlen werden gefällt und durch Anpflanzung der Feldahorne an anderen Stellen in Hemeringen ersetzt.

Dass Wiebusch dem öffentlichen Raum keine Möglichkeit einer gleichwertigen Nachpflanzung attestierte, wollte der Ortsrat nicht akzeptieren. So gebe es beispielsweise am Trainingsplatz des VfB Hemeringen Raum genug, Anpflanzungen vorzunehmen, erklärten Willibald Piegser (CDU) und Lars Krumm (SPD). Wiebusch musste dazu einräumen, dass die Verwaltung diese Möglichkeit noch nicht in Betracht gezogen habe, sich nun aber damit beschäftigen werde.

Auch fünf Obstbäume im Straßenzug „Am Haarbach“ und eine Birkengruppe an der Straße „An der Esse“ in Lachem beschäftigten den Ortsrat. Den Vorschlag der Verwaltung, die Obstbäume zu fällen und durch Feldahorne zu ersetzen, weil das Fallobst die Anwohner störe, lehnte der Ortsrat ab, weil es durchaus auch Anwohner gebe, die sich nicht am Fallobst störten. Stattdessen wurde empfohlen, im Herbst die Öffentlichkeit darauf hinzuweisen, dass sie sich an dem Obst bedienen könne.

Strittig wurde auch über die aus drei Birkenstämmen bestehende Baumgruppe „An der Esse“ behandelt. Erklärte Willibald Piegser, Anwohner hätten für ihre Erhaltung plädiert, berichtete Doris Becker von Gesprächen, in denen das Gegenteil geäußert worden sei. Wiebusch hatte den Vorschlag, die Birkengruppe zu fällen und durch einen Feldahorn zu ersetzen, mit einer gewissen Standunsicherheit der Bäume begründet. Vorerst werden die Birken nun stehen bleiben. Sollten sie sich aber tatsächlich als gefährlich erweisen, könne dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt werden, erklärte der Ortsrat einstimmig.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare