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Eisiger Empfang für Landrat Butte bei den Jägern

Hessisch Oldendorf (die). Einen eisigen Empfang bereitete die Jägerschaft Hameln-Pyrmont dem Landrat des Kreises, Rüdiger Butte. Bei ihrer Jahresversammlung in der Hessisch Oldendorfer Stadthalle verweigerten ihm die Jäger den obligatorischen Applaus bei der Vorstellung der Ehrengäste. Hintergrund der Dissonanz ist die Erhöhung der Jagdsteuer.

veröffentlicht am 29.03.2009 um 15:45 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 15:41 Uhr

Kreisjägerschaft
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Hessisch Oldendorf (die). Einen eisigen Empfang bereitete die Jägerschaft Hameln-Pyrmont dem Landrat des Kreises, Rüdiger Butte. Bei ihrer Jahresversammlung in der Hessisch Oldendorfer Stadthalle verweigerten ihm die Jäger den obligatorischen Applaus bei der Vorstellung der Ehrengäste. Hintergrund der Dissonanz ist die Erhöhung der Jagdsteuer.
 Bei dieser Steuer handelt es sich um eine kommunale Steuer die vom Landkreis erhoben wird. Bis zum Jahr 2008 wurde das Wild, welches im Straßenverkehr zu Tode kommt, von der Jägerschaft entsorgt. Kosten entstanden dem Landkreis bis dato nicht, da es sich um eine freiwillige und ehrenamtliche Tätigkeit handelte. Als Reaktion auf die Erhöhung verzichteten die Revierinhaber seit Beginn des Vorjahres zum überwiegenden Teil auf ihr Aneignungsrecht des Fallwildes. Mit der Entsorgung sind jetzt private Firmen beauftragt. Nach Mitteilung der Landesjägerschaft kostet dies die öffentliche Hand in Niedersachsen 6,3 Millionen Euro – deutlich mehr, als durch die Erhöhung der Jagdsteuer eingenommen werde. Die Jägerschaft fordert seit längerem die komplette Abschaffung der Jagdsteuer.
Butte: Llandkreis ist der
falsche Ansprechpartner

 „Ich habe Verständnis dafür, dass die Erhöhung der Jagdsteuer sie nicht hat jubeln lassen“, kam der Landrat in seiner Rede gleich zur Sache. Es habe sich hierbei um eine Entscheidung der Politik gehandelt, die mit Mehrheit beschlossen wurde. Wenn die Jägerschaft die gänzliche Abschaffung der Jagdsteuer erreichen wolle, müsse sie sich an die Landesregierung in Hannover wenden. Der Landkreis sei der falsche Ansprechpartner. „Der Kreis kann von sich aus nicht auf die Steuer verzichten“, stellte Rüdiger Butte fest. Die Zusammenarbeit mit der Jägerschaft sei für ihn „grundlegend und wichtig. Es gibt vielfältige Berührungspunkte zwischen Kreis und Jägerschaft, wo die Zusammenarbeit auch gut funktionieret“
 Zum Amoklauf von Winnenden sagte Rüdiger Butte, dass die Politik nach solch einer Tat schnell in Aktionismus verfalle. „Wir haben ein Waffenrecht das gut ist und das gelebt werden muss“, so Hameln-Pyrmonts Landrat. Das bestehende Waffenrecht müsse nur konsequent angewandt werden. Schwarze Schafe seien nicht die Regel. Zumindest dafür erhielt der Landrat die Zustimmung der Versammlung.
 Breiten Raum nahmen die Ausführungen des Vorsitzenden der Kreisjägerschaft, Jürgen Ziegler, zur Erhöhung der Jagdsteuer ein. Der Kreisjägermeister stellte verschiedene Rechenbeispiele auf, um zu zeigen, welche Summen die öffentliche Hand für die Entsorgung verschiedener Wildarten jetzt zu zahlen hat. Nach der Rechnung von Jürgen Ziegler blieben dem Steuerzahler in Niedersachsen 4,5 Millionen Euro erspart, wenn wieder die Jäger das Wild entsorgen. Auf die Rede des Landrates entgegnete Jürgen Ziegler, dass man zunächst nochmals im Vorstand über das weitere Vorgehen beraten und dann an die Politik herantreten werde. Etwa 200 Mitglieder der Kreisjägerschaft und zahlreiche Ehrengäste hatten den Weg in die Stadthalle gefunden. Im Foyer wurden die Besucher durch Bilder des Jagdmalers Hans Reimann und eine Ausstellung zu der im letzten Jahr durchgeführten Wildwoche auf die Versammlung eingestimmt. Mit dem Signal „Begrüßung“ eröffnete die Bläsergruppe der Jägerschaft Hameln-Pyrmont unter der Leitung von Friedhelm Blickwedel die Versammlung waidgerecht.



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