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Nachfrage steigt: Pro Tag schauen 100 Kunden vorbei / Vorsortieren vorher wichtig: Viel Ausschussware dabei

Einkaufen für jedermann – macht Spaß und hilft

Hessisch Oldendorf (ah). Richtig was los ist im DRK-Shop in Hessisch Oldendorf: Eine junge Frau stöbert an einem Ständer mit Hosen, ein frischgebackener Vater kauft Strampler für den Nachwuchs, eine ältere Dame entscheidet sich für zwei farbenfrohe T-Shirts zum kleinen Preis. „Es ist gut, dass es diesen Laden gibt, ich kaufe hier gerne ein“, sagt sie. Ein Rentner tritt ein, liefert drei Säcke mit Altkleidern und Bettdecken ab, während eine elegant gekleidete Dame gezielt erlesene Markenmode aussucht. „Die haben eine schöne Auswahl“, lobt sie, möchte aber ebenso wie die anderen Kunden ungenannt bleiben. „Bei manchen besteht einfach eine Hemmschwelle, die wollen auch nicht so gerne, dass jemand mitbekommt, dass sie bei uns Kleidung aus zweiter Hand erstehen“, erläutert Heike Uckac, Angestellte im DRK-Shop.

veröffentlicht am 19.06.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 16:21 Uhr

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„Einkaufen für jedermann ... macht Spaß und hilft!“ lautet der Leitspruch des Kleiderladens, der vor zweieinhalb Jahren in der Langen Straße 27 eröffnete. Das Konzept, in der Kleiderkammer in Hameln oder im DRK-Shop vorsortierte Altkleider in einwandfreiem Zustand preisgünstig abzugeben, geht auf. Die Resonanz von Frauen und Männern aller Altersklassen und Nationalitäten ist groß, um die 100 Kunden kehren pro Tag ein.

Neben Schnäppchenjägern kommen vor allem diejenigen, die sich neue Garderobe zu handelsüblichen Preisen nicht leisten können. Etwa 60 Prozent der Kundschaft haben laut Heike Uckac einen Migrationshintergrund, manche kaufen über einen Sozialschein des Landkreises ein. „Da tragen wir genau ein, was der Kunde zu welchem Preis erstanden hat, außerdem gleichen wir ab, ob die ausgewählten Größen auch zu den dokumentierten Bezugspersonen passen“, erzählt sie.

Längst hat der Kleiderladen feste Stammkunden, die nach Hosen, Röcken, Baby- und Unterwäsche, Oberbekleidung, Jacken, Schuhen sowie Sportartikeln in allen Größen suchen. Sogar Abendgarderobe ist erhältlich. Regelmäßig wird das Sortiment gewechselt. Daneben gibt es Bücher, Spielsachen, Hausrat, Kuscheltiere – alles aus zweiter Hand, sogar Garn oder noch verpackte Batterien. „Was die Kunden eben so abgeben“, sagt Heike Uckac.

„Mit der Eröffnung des DRK-Shops sind wir ein gewisses Risiko eingegangen, aber ich muss sagen: Es läuft super, der Umsatz steigt von Jahr zu Jahr“, betont Erol Abi. Er ist verantwortlich für das Gebrauchtwarengeschäft des DRK, dessen Einnahmen nach Abzug der laufenden Kosten in soziale Projekte des Kreisverbandes fließen.

Bärbel Boyer, die wie zwei weitere Kolleginnen ehrenamtlich im DRK-Shop arbeitet, erzählt von einer Seniorin, die im Laden nach Röcken suchte. Vom entsprechenden Ständer sei die Dame freudestrahlend mit einem Rock in der Hand zu ihr gekommen und habe gefragt: „Haben Sie den auch in Größe 42?“ Bärbel Boyer muss lächeln, sagt dann: „Damit können wir hier dann doch nicht dienen.“ Die Auswahl in dem 100-Quadratmeter-Laden mit den kleinen Preisen ist zwar groß, zu finden gibt es allerdings nur Einzelteile – „an die 1000 dürften es sein“, meint Heike Uckac. Sie stammen ursprünglich aus Sammlungen oder Kleidercontainern, säckeweise werde nicht mehr benötigte Kleidung aber auch in den Schacht an der Kreisgeschäftsstelle in Hameln geworfen oder direkt im DRK-Shop abgegeben. „Unter den abgegebenen Altkleidern befindet sich allerdings sehr viel Ausschussware, Wäsche mit Löchern, Hosen mit kaputten Reißverschlüssen oder schimmelige Handtaschen“, verrät sie. Der größte Teil der zur Wiederverwertung abgegebenen Kleidung sei nicht verkaufsfähig, bestätigt auch Erol Abi. Heike Uckac ergänzt: „Was manchen vielleicht nicht bewusst ist: Das Aussortieren macht viel Arbeit.“

In einem Extrakorb sammelt das DRK-Shop-Team Handtücher, die für den Verkauf nicht mehr zu verwenden sind. Eine Hessisch Oldendorferin holt diese in regelmäßigen Abständen ab und bringt sie im Tierheim vorbei, wo sie ihrer Erfahrung nach dankbar angenommen werden.



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