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Das Infomobil mit den Jägern der Kreisjägerschaft ist bei den Kindern ziemlich angesagt, denn die präparierten Tiere sind lebensecht

Einen Halbkreis bilden, dann dem Jäger zuhören, dann streicheln

Fischbeck (roh). Die Augen der Krippenkinder werden immer größer. Kein Wunder, denn auf dem Außengelände des katholischen Kindergartens in Fischbeck wimmelt es von Tieren, die man sonst nur selten aus solch einer Nähe zu Gesicht bekommt. „Guck mal, ein Wildschwein, und da ist ja auch ein Fuchs“, ruft eines der Kinder. Verantwortlich für die leuchtenden Kinderaugen ist Jäger Jürgen Schöpe, der mit dem Infomobil der Kreisjägerschaft Station im waldnahen Fischbecker Kindergarten macht.

veröffentlicht am 05.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 05:41 Uhr

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Vorausgegangen ist eine kleine Lehrstunde mit dem Thema „Der Wald und seine Bewohner“. Erzieherin Renate Böhle: „Die Natur ist ein Teil der Schöpfung, und es liegt uns am Herzen, den Kindern diese christlichen Werte zu vermitteln.“ Dazu gehören die Waldtage und die Nachbearbeitung der Eindrücke. „Meistens kommen die Reaktionen auf das Erlebte einige Tage später“, so Böhle. Jürgen Schöpe staunt jedenfalls nicht schlecht: Die meisten der präparierten Tiere können die Kinder auf Anhieb benennen. Auch auf die Frage des Jägers nach dem Fressverhalten der Tiere gab es reihenweise richtige Antworten.

Ehrenamtlich seien er und andere Jäger des Landkreises mit dem Infomobil unterwegs, erklärt Schöpe: „Dabei machen wir regelmäßig in Kindergärten und Grundschulen Station.“ Aber auch für kulturelle Veranstaltungen werde das Info-Mobil gebucht. Die Nachfrage sei unvermindert gut, sagt Jürgen Ziegler, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Hameln-Pyrmont und Kreisjägermeister.

Rund 50-mal im Jahr, vom Frühjahr bis zum Herbst, fahren die Jäger über Land, um vor allem Kindern einen Einblick in die heimische Natur zu verschaffen. Dabei seien die bei den Kindern beliebten Tierpräparate nicht nur ein toller Anblick. „Sie vermitteln auch einen Eindruck über die tatsächliche Größe der Tiere, die sonst nicht häufig zu sehen sind“, erklärt Jürgen Ziegler.

Allein: Zwölf wissbegierige und abenteuerlustige Kinder von der Notwendigkeit eines organisatorischen Ablaufplans zu überzeugen, stellt Schöpe und Böhle mitunter vor eine mittelgroße Herausforderung. Während Schöpe die Kinder mit Tier-Infos versorgt und Böhle versucht, die Kinder zu einem Halbkreis um das Tier zu motivieren, haben einige Kinder ihre Hände schon tief im Fell des Tieres vergraben. „Oh, ist das schön weich“, ruft die dreijährige Hannah entzückt. Schließlich einigt man sich auf abgestimmtes Vorgehen: Erst Halbkreis bilden, dann dem Jäger zuhören und dann streicheln.

Berührungsängste zeigen weder die Großen noch die Kleinen, im Gegenteil: Als Schöpe anhand eines mit einem Netz umwickelten Geweihs erklärt, wie wichtig es sei, dass man keinen Müll im Wald entsorgt, kommen einige richtig in Fahrt. Kaninchen, Eichhörnchen, Marderhund, Rehbock, Wildschwein und eine Vielzahl Vögel sind für alle Kinder ein Erlebnis, für manch einen ein überwältigendes. Dem dreijährigen Fynn-Leon verschlägt es schlicht die Sprache, nur sein Blick, der spricht Bände. Aber seine drängendste Frage muss er seiner Mutter Saskia Guss doch noch stellen: „Sag mal Mama, wie groß ist eigentlich ein Wildschwein?“

Auf Augenhöhe: Fynn-Leon streichelt einen Rehbock.

Fotos: roh

Ein perfekter Halbkreis: Vor dem Streicheln gab es wichtige Informationen.



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