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Esperanto vereint Menschen aus allen Nationen

Eine Sprache wie ein Spiel

Fuhlen (bj). „Saluton“, begrüßt Heinz Sprick, im Gemeindehaus seine Freunde. „Saluton“ (Hallo), antworten diese. „Bonan tagon, kiel vi fartas?“ (Guten Tag, wie geht es Dir?), fragen sie. Es ist eine außergewöhnliche Sprache, in der sich die Gruppe in den nächsten 90 Minuten unterhalten wird. Es ist auch kein Volkshochschulkurs, bei dem man Englisch, Französisch, Spanisch oder Italienisch lernt. Die Männer und Frauen, die sich in Fuhlen treffen, sprechen Esperanto. Heinz Sprick hat Freunde in aller Welt, mit denen ihn diese Sprache verbindet. „Die positiven Erfahrungen, die ich mit Esperanto gemacht habe, möchte ich an andere Interessierte weitergeben“, betont der Leiter dieses privaten Kurses.

veröffentlicht am 17.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 03:41 Uhr

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Bei Heinz Sprick ist 1982 durch einen Flyer an der Universität Hannover die Neugierde geweckt worden, „mit Esperanto eine neutrale Sprache zu lernen“. Nachdem er an einem Kurs teilgenommen hatte, verging zunächst einige Zeit, bis er aus Büchern weiterlernte. „Ein Esperanto-Treffen in Herzberg war mein Aha-Erlebnis. Ich war begeistert, dass ich mich mit Menschen aus vielen Ländern verständigen konnte.“ Von da an intensivierte Heinz Sprick seine Bemühungen, die Sprache zu lernen, die 1887 als Plansprache von dem Warschauer Augenarzt und Humanisten, Dr. Ludwig Zamenhof, veröffentlicht worden war.

Eine Plansprache soll leicht erlernbar, wohlklingend und neutral sein, ein einfacher Zugang für die verschiedensten Muttersprachen möglich sein. Dass das so ist, bestätigt Friederike Fink: „Es ist so einfach, wie ich gedacht habe, die Sprache ist wie ein Spiel aufgebaut, und es gibt viele Anknüpfungspunkte.“ Die Teilnehmerin am Kurs in Fuhlen hat Interesse an Sprachen und möchte mit Esperanto Menschen kennenlernen. Dazu hat sie reichlich Gelegenheit, denn „an jedem Tag des Jahres findet irgendwo auf der Welt ein internationales Esperanto-Treffen statt“. Heinz Sprick erzählt begeistert: „Beim Weltkongress 2008 in Polen habe ich nach 22 Jahren Teilnehmer aus Ungarn und Italien wiedergesehen und mit ihnen gesprochen.“

Hanne Werhahn, die auch zur Fuhlener Gruppe gehört, sagt, dass Esperanto eine Sprache sei, „die wirklich jeder lernen kann. Ich reise gerne, und es ist ein großer Vorteil, Esperanto zu sprechen.“ Das Gastgeber-Netzwerk von Esperanto „Pasporta Servo“ kommt dieser Reiselust entgegen, denn wer diese Sprache spricht, kann in aller Welt bei den Mitgliedern der Esperanto-Familie kostenfrei übernachten. „Viele Gastgeber sind auch gerne bereit, ihre Region zu zeigen, und so lernt man Land und Leute viel individueller kennen“, weiß Heinz Sprick aus eigener Erfahrung. Die Teilnehmer des Anfängerkurses sind sich sicher, dass sie sich „bereits im kommenden Sommer in einfachen Situationen auf Esperanto verständigen können“. Die Sprache hat eine leichte Grammatik, nur Satzanfänge und Eigennamen werden groß geschrieben. Jedes Wort schreibt man wie man es spricht, ein durchdachtes Wortbildungssystem verringert die Zahl der zu lernenden Vokabeln, verspricht Sprick jenen, die Esparanto lernen wollen. Er ist voller Begeisterung für die Sprache, die in mehr als 100 Ländern gesprochen wird, und wünscht sich, „dass noch viele Menschen den Zugang zu Esperanto finden, sei es um Briefkontakte zu pflegen, im Internet zu chatten, zum Reisen oder einfach als Gedächtnistraining“.

Heinz Sprick stellt die Begrüßungsworte vor.
  • Heinz Sprick stellt die Begrüßungsworte vor.

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