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Warum Hessisch Oldendorfer lieber vor Ort und nicht im Internet einkaufen

Eine Frage der Einstellung

Hessisch Oldendorf. Es ist ja so einfach: Man fährt seinen Rechner hoch, loggt sich im Internet ein und surft durch die Verkaufsportale der diversen Anbieter. Ein paar Mausklicks später und nach ausgiebigem Preisvergleich übermittelt man seine Daten und schließt den Einkauf ab. Wenige Tage danach klingelt schließlich der Postbote und bringt das ersehnte Paket mit der im Internet getätigten Bestellung.

veröffentlicht am 13.01.2014 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 06:21 Uhr

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Autor:

Stefan Bohrer
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„Für mich unvorstellbar“, kritisiert Thomas Bitter, der lieber einen Laden vor Ort aufsucht und sich dort das Gewünschte bestellt. „Was ist nur aus der guten, alten, sinnlichen Wahrnehmung geworden“, fragt er nicht ganz unberechtigt. Thomas Bitter liest viel und entscheidet sich häufig erst im Geschäft, welches Buch später als Abendlektüre auf seinem Nachttisch landet. „Ich bevorzuge immer noch die persönliche Beratung“, betont er und fügt an, wenn alle ihre Bücher im Internet kaufen würden, könnten die Buchhandlungen landkreisweit gleich zumachen. „Kompetente Beratung und Kundenservice sind für mich entscheidende Kriterien bei jeglicher Art von Kauf.“ Mit dieser Aussage steht Bitter nicht allein da und gehört auch nicht zu den sogenannten „Ewiggestrigen“, die den Kaufportalen im Internet den Kampf ansagen.

Auch Stefan Gebhard bevorzugt den Gang ins Fachgeschäft. Er sucht einen neuen Fernseher. „Im Geschäft habe ich die Möglichkeit, das Gerät in Augenschein zu nehmen und auch auszuprobieren.“ Ein Interneteinkauf mag zwar bequemer sein, weil man das Haus zum Einkaufen nicht mehr verlassen muss, aber besser sei der Interneteinkauf nach Gebhards Meinung keinesfalls. „Den persönlichen Kontakt und die kundenorientierte Beratung bevorzuge ich in jedem Fall.“ Zumal das Fachgeschäft bei möglichen Reklamationen auch schnell und unkompliziert reagieren kann. „Außerdem haben die Fachgeschäfte in der Regel auch einen Reparaturservice.“ Mühsames Verschicken per Post entfällt somit in den meisten Fällen.

Rainer Kater vom EP-Fachgeschäft Schwone in der Paul-straße wirbt nicht nur mit einem „kompetenten Service“, der den Unterschied mache, und persönlicher Beratung, die individuell abgestimmt auf die Kundenwünsche sei – er sieht sich auch als verlässlichen Partner über den Kauf hinaus. „Sicherlich gibt es immer wieder Kunden, die eine Beratung über ein Gerät wollen, die technische Daten schließlich abfotografieren und den gewünschten Elektronikartikel dann doch im Internet erwerben.“ Was allerdings passiert bei Defekten, die auf dem Transport entstanden sind? Reklamationen sind über das Internet recht schwierig zu bewerkstelligen, auch wenn Portale wie Amazon immer wieder darauf hinweisen, wie einfach es sei. Wer jemals einen erworbenen Artikel zurückschicken musste, weiß das. Unkomplizierter reagieren die Fachgeschäfte vor Ort. „Bedenklich finde ich auch, dass mittlerweile Lebensmittel über das Internet bestellt werden können“, sagt Stefan Gebhard. Die Qualität der Lebensmittel leide häufig durch unsachgemäßen Transport. Nicht zu vergessen, dass auch hier eine gewisse Wartezeit in Kauf genommen werden müsse.

Unterm Strich bedeutet außerdem jeder Kauf im Internet, dass Geschäfte vor Ort das Nachsehen haben und somit auch keine Gewerbesteuern ins Stadtsäckel fließen. So ist es kein Wunder, dass Fachhändler mitunter das Handtuch werfen und ihre Läden schließen. Dieser Trend hält nicht nur im Landkreis Hameln-Pyrmont seit Jahren an. Immer mehr Städte klagen über Leerstände, weil das große Sterben klein- und mittelständischer Geschäfte anhält. Auch in Hessisch Oldendorf hat die Zahl der innerstädtischen Leerstände mittlerweile bedenkliche Dimensionen erreicht. Dabei ist es so einfach: Finger weg von der PC-Tastatur und ab ins nächste Fachgeschäft. Wer weiß, welches Schätzchen im Geschäft käuflich erworben werden kann. Und das Schöne ist, man kann es gleich mit nach Hause nehmen.



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