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Abgehängte Dörfer: Bürgermeister Krüger moniert fehlende Zusammenarbeit mit Öffis

„Einbindung in Fahrplanänderungen war mangelhaft“

Hessisch Oldendorf. Wie viel Gewicht hat das Wort der Stadt Hessisch Oldendorf, wenn es um die Sparpläne der Öffis geht? Werden Kritik und Vorschläge an höherer Stelle ernst genommen, oder ist die städtische Stellungnahme für die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) und die Verkehrsbetriebe Hameln-Pyrmont reine Formsache?

veröffentlicht am 10.09.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:25 Uhr

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Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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Die Tatsache, dass die neuen Fahrplanbroschüren mit diversen Änderungen vorlagen, bevor die sich Stadt schriftlich geäußert hatte, legt aus Sicht von Bürgermeister Harald Krüger Letzteres nahe. Er bezeichnet die Einbindung in die Pläne von Öffis und LNVG als entscheidende Instanz als „mangelhaft“. Trotz anderslautender Zusagen hätten der Stadt die Ergebnisse der im Frühjahr durchgeführten Fahrgastzählungen für die Stellungnahme nicht vorgelegen. Erst auf Nachfrage sei von den Öffis eine Liste mit Daten zugestellt worden. „Eine Relevanz der kommunalen Stellungnahme für die Fahrplangestaltung ist nicht erkennbar“, kritisiert er.

Stellung bezogen habe die Stadt dennoch. Neben dem Wunsch, künftig intensiver und frühzeitig in das Verfahren eingebunden zu werden, bezeichnet man die Ausschließung der Ortschaft Langenfeld vom Busverkehr (Linie 27) in den Ferienzeiten als nicht hinnehmbar, täglich solle mindestens eine Hin- und Rückfahrt sichergestellt werden. Auch für die Linie 28 von Hameln über Haverbeck, Hemeringen, Rumbeck und zurück wünscht sich die Stadt für den Samstag zumindest die Aufrechterhaltung einer Hin- und Rückfahrt mit Anbindung an alle Haltestellen.

Zwei Wünsche, denen die LNVG Anfang August per Telefon eine Absage erteilte. Der Grund: nicht genug Fahrgäste.

Keiner oder nur ein Fahrgast sei in den Winter- und Osterferien in Langenfeld zugestiegen, erklärt dazu Matthias Marschall, Verkehrsplaner bei den Öffis. Auf der Linie 28 waren es durchschnittlich drei bis fünf. Dort hätte für den Samstag ein separates Fahrzeug eingesetzt werden müssen.

Die offizielle Präsentation der Fahrgastzählung erfolge erst, wenn das Projekt abgeschlossen sei, erklärt Marschall weiter. Dann nicht nur für Hessisch Oldendorf, sondern für den gesamten Landkreis. Auf Nachfrage erteile man natürlich Auskunft. Sparmaßnahmen seien unumgänglich, um das Defizit im öffentlichen Nahverkehr abzubauen. Den getroffenen Entscheidungen sei eine lange Diskussion vorausgegangen. Von den insgesamt drei geschnürten Sparpaketvorschlägen sei die gewählte Variante die am wenigsten einschneidende.

Die Stellungnahme der Stadt sei auch bei der LNVG abgewogen worden. „Aufgrund unserer Einwände hat die Gesellschaft anders entschieden als von der Stadt gewünscht“, erläutert Matthias Marschall. Die neuen Fahrpläne habe man auf eigenes Risiko gedruckt – also auch auf die Gefahr hin, dass die Fahrpläne von der LNVG nicht genehmigt werden.

Den Redaktionsschluss für die neuen Fahrpläne vor den Sommerferien und die rechtzeitige Beteiligung der Träger öffentlicher Belange unter einen Hut zu bekommen sei immer ein Spagat. In diesem Jahr sei es besonders schwierig gewesen, da durch die Ermordung von Landrat Rüdiger Butte viele Entscheidungsprozesse nach hinten gerutscht wären.

Eine Lösung sei die Rücknahme der Sparmaßnahmen im Stadtgebiet Hessisch Oldendorf nicht, sagt Marschall: „Damit ist das Defizit nicht vom Tisch.“

Dass gespart werden muss, sei ihm auch klar, sagt Bürgermeister Krüger, wünscht sich aber dennoch eine bessere Abstimmung mit den Öffis. Vor diesem Hintergrund erwarte die Verwaltung, dass die Verkehrsbetriebe Hameln-Pyrmont dem Rat die Ergebnisse der Fahrgastzählungen und die ÖPNV-Perspektiven vorstellen.



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