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Geschichten zum Nachdenken rund um Weihnachten

Ein Stiefel voll Liebe

Hessisch Oldendorf. Einfach mal den Alltag und Sturmtief „Xaver“ hinter sich lassen – dazu lud die Weihnachtslesung der Literaturschmiede des Culturvereins im liebevoll geschmückten Kultourismusforum ein. Das Donnerstagabendprogramm war vielseitig und verbreitete besinnliche wie fröhliche Stimmung. Monika Faust hatte am Nikolaus-Vorabend einen „Stiefel voll Liebe“ im Gepäck, während Weihnachtsbaumspitze und -kugel im Anschluss offenbarten, dass es im Tannenbaum nicht immer harmonisch zugeht. Ruth Henning trug ein modernes Mutmach-Märchen vor, in dem zur Weihnachtszeit in einer deutschen Kleinstadt die Parole „Ausländer raus“ ausgegeben wird. So verlassen Kaffee, Schokolade, Gewürze oder Unterhaltungselektronik den Ort. Doch drei Juden, Maria, Josef und das Kind, entscheiden: „Wir bleiben.“

veröffentlicht am 07.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 08:21 Uhr

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Mit Wolfdietrich Schnurres „Leihgabe“ machte Bärbel Waßmuth deutlich, wie schwer Vorfreude auf das Weihnachtsfest zu vermitteln ist, wenn man in Armut lebt. Dank eines geliehenen Tannenbaums in der Badewanne kommt an Heiligabend doch noch echte Freude auf.

Warum gerade am 24. Dezember der Wunsch eines Einzelkindes nach Geschwistern groß ist, erzählte Uwe Förster mit Erich Kästners „Ein Kind hat Kummer“. Der Vater baut wundervolle Meisterwerke, die Mutter durchforstet jedes Geschäft nach Geschenken – alles für das Kind. Doch dieses hat „Angst vor der Bescherung, die ich nicht zeigen durfte“, weil elterliche Eifersucht dem wahren Sinn des Weihnachtsfestes im Wege steht. Am Klavier begleitete Miriam Schuchert, 14 Jahre alt, den Leseabend mit einem jazzigen Mix aus „Morgen kommt der Weihnachtsmann“, „Jingle Bells“ oder der Filmmusik aus „Ziemlich beste Freunde“. Die Literaturschmiede verabschiedete sich mit einem Klangteppich aus Weihnachtsliedtexten. „Das war ein gelungener Abend mit gehaltvollen Texten“, meinte eine Besucherin und eine andere ergänzt: „Es ist wunderschön, vorgelesen zu bekommen – bin ich froh, dass ich trotz Sturms gekommen bin.“

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