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Choreografie, Kostüme, Training: Seit 40 Jahren bringt sich Hannelore Amelung für den Karneval ein

Ein Leben für den Tanz

Hessisch Oldendorf. Wenn es eine Königsdisziplin im Bewegungsablauf des menschlichen Körpers gibt, dann ist es mit Sicherheit der Tanz. Anders ist es nicht zu verstehen, dass TV-Formate wie „Let’s Dance“ seit Jahren so erfolgreich sind. Oberstes und gleichzeitig schwerstes Gebot: Mit Schwung und Dynamik moderne Tanztechniken auf die Bühne bringen und dabei Ausdrucksstärke, eine perfekte Körperhaltung und Anmut zeigen.

veröffentlicht am 22.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 01:21 Uhr

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Für die Hessisch Oldendorferin Hannelore Amelung ist das allerdings kein Problem. Seit 40 Jahren arbeitet „Hanne“ als Trainerin verschiedener Tanzformationen aller Altersklassen. Im Vordergrund steht auch für Amelung immer der Spaß an der Bewegung. Dabei weiß sie ganz genau, dass die Leichtigkeit, mit der vor Publikum getanzt wird, bei jedem selbst beginnt. Voraussetzung dafür ist allerdings ein hartes Training.

Zu ihrem Job kam Amelung wie die Jungfrau zum Kinde. 1972 brachten die Niederländer den Karneval in die Weserstadt. Von Anfang an wurde alles aufgeboten, was eine abwechslungsreiche Prunksitzung ausmacht: ein unter im Vorfeld strengster Geheimhaltung ernanntes Prinzenpaar, Büttenreden und ebenso Sketche. Nur Tanzgruppen gab es anfangs noch keine. „Und die brauchen wir dringend“, forderte der erste Karnevalsprinz Heinz Krüger.

Amelung, damals bereits Mitglied des Elferrates, sollte sich auf die Suche nach tanzwilligen Damen begeben. Dass sie auch als Übungsleiterin fungieren sollte, war nicht abgesprochen. Dieses Amt übernahm zunächst eine ausgebildete Jazztanztrainerin, die aber bereits ein Jahr später das Handtuch warf. Da bot sich Amelung selbst an. Bereits der erste Auftritt unter „Hannes“ Leitung sorgte für Furore. Amelung verstand es, ihre Tanzgruppe zu motivieren. Das ging so weit, dass auch die Kostüme selbst gemacht wurden. Anfangs schneiderte Amelung aus Bettlaken, Gardinen oder Tischdecken die Bühnengarderobe. Geprobt wird mittlerweile donnerstags im Baxmann-Saal des Werkhauses. Auch die Kostüme werden selbst geschneidert. Zurzeit trainiert Hannelore Amelung etwa 40 Tänzerinnen aller Altersgruppen, aufgeteilt in die Formationen „Ladykracher“, „Firegirls“, „Moskitos“ und „Lollipops“.

Manche der Tänzerinnen sind bereits seit Jahrzehnten dabei. Für jede der Tanzformationen denkt sich Amelung eine Choreografie aus. Es braucht präzise Ablaufpläne darüber, wer wann wo wie stehen soll. Die Choreografien plant die Tanzlehrerin im heimischen Wohnzimmer. Trotzdem haben die Tänzerinnen bei der Umsetzung Mitspracherecht. „Nicht alles, was ich zu Haus erarbeite, muss auch auf der Bühne funktionieren“, weiß Hanne.

Das kann auch die nächsten 40 Jahre so weitergehen, wünschen sich nicht nur die Tänzerinnen. „Wer weiß“, sagt Amelung und wendet sich wieder den Akteuren zu, um sie weiter zu sportlichen Höchstleistungen zu treiben.bor

Die Ladykracher mit Hannelore Amelung (Mitte) – eine Tanzformation, die gern mal aus dem Rahmen fällt.boh



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